Dienstag, 30. November 2010

Eiskalt

In letzter Zeit ist es kalt geworden, richtig kalt. Seit dem 16. November liegt die Temperatur permanent im Minusbereich, und gestern...

 

und heute fielen die Werte dann zum ersten Mal richtig tief.
Klar kann man bei diesen Temperaturen nicht viel Zeit draussen verbringen, aber sie sind meist mit schönem Wetter verbunden. Ausserdem gibt es jetzt überall Eiskristalle...

wie hier auf unserem Peugeot.


Inzwischen sind auch die Seen zugefroren, und die Menschen haben neben den Brücken noch andere Alternativen, um auf die andere Seite des Sees zu gelangen. Im Gegensatz zu letztem Jahr sind auch die Bedingungen für's Schlittschuhlaufen auf dem Jyväsjärvi wieder perfekt.

Wichtig ist nämlich, dass sich erst eine dicke Eisschicht bilden kann, bevor allzuviel Schnee auf dem See liegt.

Sonntag, 28. November 2010

Weihnachtsbeleuchtung

Immer Ende November wird in der Fussgänger- und Einkaufszone von Jyväskylä die Weihnachtsbeleuchtung eingeweiht, selbstlos finanziert von den grossen Warenhausfirmen. Im Grossen und Ganzen geht es um diesen einen grossen Stern, der genau über der Mitte des Kompass (Kompassi) in der Stadtmitte hängt.



Natürlich liessen wir uns das, wie hunderte andere, trotz klirrender Kälte nicht entgehen. Dazwischen wärmten wir uns in einem Einkaufszentrum auf, und bekamen dabei diese lustigen Samichlaus-, oder besser gesagt Weihnachtsmannmützen geschenkt.


Zum gleichen Zeitpunkt enthüllt das Warenhaus Sokos jeweils sein beliebtes und mit viel Liebe zum Detail gestaltetes Weihnachtsschaufenster. Auch unsere Jungs konnten nicht genug davon sehen.


Zum Abschluss gab es noch ein kleines, aber feines Feuerwerk. Damit hat sie hier also offiziell begonnen, die Weihnachtszeit.


A propos: Dieses Jahr haben wir auch erstmals unsere eigene, kleine Weihnachtsbeleuchtung, bestehend aus einem Turm...


und einer Lichterkette auf dem Balkon. Irgendwie muss man ja der Dunkelheit trotzen.

Samstag, 27. November 2010

Paloasema

In ganz Finnland hatte heute die Feuerwehr Tag der offenen Tür. Das durfte unser Feuerwehr-Fan Jonas natürlich nicht verpassen und fuhr zusammen mit Christian zur Feuerwehrstation (Paloasema).

Und dort gab es allerhand zu entdecken. Eine der Hauptattraktionen war ein von der Feuerwehr selbst gebautes Miniatur-Löschauto. Das konnten zwar nicht fahren, aber richtig löschen!

 

Ausserdem wurde gezeigt, was sich denn so alles in einem Feuerwehrauto befindet.
 

Der grosse Höhepunkt für alle Kinder war aber die Fahrt mit einem echten Feuerwehrauto. Dieses drehte unermüdlich seine Runden um die Feuerwehrstation und wechselte nach jeder Runde die Insassen aus. Hinter der Station ertönte jeweils kurz die Sirene an, Jonas war hin und weg.


Zuletzt durfte unser kleine Feuerwehrmann sogar noch ein richtiges Feuer löschen.


Und weil sich praktisch keine anderen Kinder getrauten, lief Jonas immer wieder zum Feuerwehrmann hin, der ihm geduldig beim Löschen half.


Um 15 Uhr war aber fertig, die Feuerwehrstation machte zu und wir machten uns auf den Heimweg.

Freitag, 26. November 2010

Haare weg!

Diese Woche war bei unseren Knaben Haareschneiden angesagt. Bei Loris mit der Schere...

 

Bei Jonas werden radikalere Methoden angewendet...


Bei beiden funktioniert das allerdings nur mit Bestechung, sei es mit Süssem oder mit einer DVD. Wie auch immer, das Resultat lässt sich doch sehen, und die Kunden scheinen auch zufrieden zu sein.

Donnerstag, 25. November 2010

Jokioinen

In Finnland gibt es nicht viele alte Häuser. Die alt-finnische Architektur basierte fast nur auf Holz, und das hat sich in Zusammenhang mit Feuer nicht immer als ideal erwiesen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Finnen in recht viele Kriege involviert waren, meist als Spielball der grossen Mächte Schweden, Russland und Deutschland. Zum Beispiel, als Finnland sich am Ende des zweiten Weltkrieges vom vorherigen Verbündeten Deutschland abwandte, zogen sich letztere durch Lappland zurück und verwüsteten die ganze Region. In Rovaniemi gibt es daher fast keine Gebäude mehr, die älter als 65 Jahre sind...

Diese Woche hatte Christian aber die Gelegenheit, sich ein paar alte Gebäude anzusehen, und zwar in Jokioinen, im Südwesten von Finnland. Dort weilte er nämlich für ein 4-tägiges Symposium. Das  kleine Kaff, gelegen am dreckigen Fluss Loimijoki, ist wahrlich keine Schönheit.


Aber in Jokioinen gibt es eine alten Gutshof mit dem gleichen Namen, der im Jahre 1562 gegründet wurde. Die meisten Gebäude, die noch stehen, sind über 200 Jahre alt



Das Prachtstück ist sicher der 1810 gebaute Getreidespeicher mit dem wunderschönen Uhrturm mit der nicht mehr funktionierenden Uhr.


Aber auch die anderen Gebäude lassen sich sehen, und sind inzwischen total umfunktioniert. Im gelben Gebäude unten zum Beispiel befindet sich jetzt eine Autogarage.


Der Gutshof gehört heute dem finnischen Staat. Eingemietet hat sich das MTT, das finnischen Institut für Landwirtschaft und Ernährung. Wenn man dort einen wichtigen Posten besetzt, darf man im 1802 fertiggestellten Hauptgebäude arbeiten.


Das Symposium mit dem ziemlich wilden Abendprogramm (nicht für Christian, der hatte sich dank Loris stark erkältet) fand auf dem Gelände des MTT's statt. Mittagessen gab es im ehemaligen Pferdestall (unten).

Freitag, 19. November 2010

Dreifache Infektion

Lange blieb Susanne aber nicht, bereits zwei Tage später flog sie wieder Richtung Süden, für 3 Tage in die Schweiz. Diesmal sollte allerdings nicht alles so reibungslos ablaufen wie letzte Wohe. Am Dienstag vor der Abreise mussten wir Loris frühzeitig vom Päiväkoti abholen, er hatte sich eine Augenentzündung eingefangen. Fast direkt gingen wir mit ihm zum Doktor, und der stellte fest, dass auch die Ohren entzündet waren. Mit zwei Rezepten für 2 verschiedene Antibiotika gingen wir nach Hause. Dort mussten wir feststellen, dass wohl noch eine Grippe hinzukommen würde, Loris musste Husten, die Nase lief und das Fieber kam.


Vier Tage hielt das teilweise hohe Fieber an, etwa genau so lange wie Susanne weg war. Unser kleiner Junge schlug sich tapfer, aber ausser zum Schlafen, Essen und ein wenig Spielen hatte er keine Energie.

Jonas liess sich vom Ganzen nicht gross beeindrucken und kümmerte sich, wenn er nicht selbst in der Krippe war, liebevoll um seinen kleinen Bruder. Und gestern gab es noch einen kleinen Höhepunkt für ihn: Zum Nachtessen gab es "selbstgemachte" Hamburger mit Pommes Frites und Ketchup. Mmmmhh!


Der geschwächte Loris hielt sich zurück, irgendwie wollte das nicht schmecken. Gute Besserung!

Sonntag, 14. November 2010

Kurzbesuch in Holland

Während die männlichen Familienmitglieder also ihre gemeinsame Zeit in Jyväskylä genossen, war Susanne von Donnerstag (sehr) früh bis Sonntag (sehr) spät unterwegs. Um 4:15 klingelte der Wecker, um 5:10 fuhr der neue Shuttle-Bus vom Bahnhof zum Flughafen von Jyväskylä...


... und gegen Mittag kam Susanne in Amsterdam an, von wo es dann zum Kongress nach Den-Haag weiterging. Zwei Tage lang sollte sie (meist) in Kongresssälen mit Arbeitsrechtlern aus allen EU- und EWR-Ländern verbringen. Es waren spannende Tage mit guten Diskussionen, netten Kollegen und feinem Essen, nur das Wetter wollte leider nicht so richtig mitspielen. Leider fehlte aber ohnehin die Zeit, die Stadt Den Haag wirklich zu besichtigen. Nur dem Internationalen Gerichtshof wurde ein Besuch abgestattet.

Am Samstagmittag war der Kongress dann zu Ende und Susanne fuhr nach Amsterdam, wo sie erst mal ihr Hotel bezog, dann etwas shoppen ging und dabei wohl mehr Menschen in den Strassen von Amsterdam begegnet ist, als in den letzten zweieinhalb Jahren in Finnland insgesamt. Nach dem Nachtessen ging es dann zurück ins Hotel, wo erst mal ein ausgiebiges Bad genommen und dann TV geschaut wurde. Beides gibt es bei uns Zuhause ja nicht!


Nachdem es am Samstag mit dem eigentlich geplanten Treffen mit einer Freundin von Susanne aus Montpeller-Zeiten leider nicht geklappt hatte, wurde dies am Sonntag nachgeholt. Zuerst wurde dem wirklich sehr sehenswerten Fotographiemuseum (FOAM) ein Besuch abgestattet, dann gab es einen Lunch in einem netten Kaffee in einer der wunderschönenn Amsterdamer Grachten ...


 ... wo Neuigkeiten der letzten zwei Jahre ausgetauscht wurden und die Zeit wie im Flug verging. Bald schon war dann wieder Zeit zum Abschied nehmen.


Nach dem Rückflug erwartete Susanne in der Wohnung, wo alle ihre Männer schon tief und friedlich schliefen, eine nette Überraschung. Eigentlich wäre heute ja Vatertag gewesen; aber natürlich freut sich auch die Mama über eine so nette Begrüssung!

Männerwochenende

Auch der Rest des Männerwochenendes verlief ohne Probleme. An beiden Tagen gingen wir noch spät am Nachmittag auf den nahe gelegenen Spielplatz, und mussten feststellen, dass wir wieder in der nordischen Dunkelheit angekommen sind. Um 16 Uhr ist es bereits dunkel.


Dies minderte unsere Spiellaune aber keineswegs.


Und auch Zuhause harmonierte unser Brüderpaar exzellent. Jetzt, wo Loris riesige Fortschritte in Sachen Gehen und Kommunikation macht, wird es für die beiden auch immer einfacher.


Da haben sich zwei so richtig gerne...


auch wenn zwischendurch wieder mal die Fetzen fliegen.

Samstag, 13. November 2010

HopLop

Dieses Wochenende ist Männerwochenende, denn Susanne ist beruflich für 4 Tage nach Holland verreist. Am Donnerstag und Freitag gingen Loris und Jonas in die Krippe, aber heute und morgen dürfen die beiden 2 Tage nur mit dem Papa verbringen. Und weil das Wetter (1°C und eine Mischung aus Schnee und Regen) momentan zum Vergessen ist, machten wir uns heute auf zum HopLop.

HopLop, nie gehört? Das ist quasi ein riesiger Spielplatz im Innern, besser gesagt eine Spielhalle für Kinder. 15 verschiedene HopLops gibt es in Finnland, der von Jyväskylä wurde erst vor kurzem eröffnet. In der Halle gibt es viele verschiedene Spiele, wei z. Bsp. Unihockey...



und Tretautos.


Daneben kann man sich in lustigen Spiegeln betrachten...


oder wie Loris (von dem es leider nur ein brauchbares Foto gibt) Spiele spielen.


Der beliebteste Ort war ein riesiges Labyrinth, das in seinem Innern wiederum ganz verschiedene Aktivitäten bot. Jonas machte sich bald selbständig und tauchte kaum mehr auf. Zu Beginn dachte Christian noch, er könnte sich ja darin verlaufen und einsam fühlen, aber er musste bald einsehen, dass er sich alleine und mit anderen Kindern vergnügte, ohne einen Gedanken an seine Vater zu verschwenden. Ab und zu tauchte er wieder mal auf...


oder kam uns auf der Rutschbahn entgegen.

Die meiste Zeit verbrachte er damit, im Innern des Labyrinths mit den Luftdruckgewehren Kugeln in der Weltgeschichte herumzuschiessen. Schnell war klar, dass es schwierig werden würde, ihn wieder nach Hause zu bringen.


Christian erkundete in dieser Zeit zusammen mit Loris alle Winkel des Labyrinths. Nach 3 wilden Stunden ging es dann nach Hause, alle waren reif für einen Mittagsschlaf. Der HopLop war toll gewesen, wir werden wieder kommen.

Sonntag, 7. November 2010

Lumiukkoja

Es ist ja so eine Sache mit den Schneemännern hier im hohen Norden. Eigentlich kann man nur am Anfang und am Ende des Winters einen Schneemann (Lumiukko) bauen, dazwischen ist der Schnee einfach zu trocken wegen den tiefen Temperaturen. 

Heute bauten wir unsere ersten Schneemänner des Winters, und weil es nicht (mehr) so viel Schnee gibt, fielen sie halt eher etwas klein aus.
 

Sowieso, die Zeit der vielen Kleider hat wieder begonnen, der Winter ist gekommen. 


 Unseren Kindern ist das egal, sie lieben den Schnee, auch wenn noch noch nicht so viel da ist.

 

Nebenbei macht Loris grosse Fortschritte und präsentiert uns hier seine neusten Künste auf der Rutschbahn...


und beim Fussball.


Samstag, 6. November 2010

Pyhäinpäivä

Allerheiligen (Pyhäinpäivä) findet in Finnland (und Schweden), im Gegensatz zum Rest der Welt, nicht immer am 1. November statt, sondern am ersten Samstag im November. Es ist ein offizieller Feiertag und alle Läden bleiben geschlossen. Auch hier gedenkt man an Allerheiligen den Toten.

Am späteren Nachmittag gingen wir zum alten Friedhof, der fast neben unserem Haus liegt.  Es waren viele Leute unterwegs und alle zündeten Kerzen bei den Gräbern an.


Und es gab genau einen Typ Kerzen, ausnahmslos.



Die Stimmung war eindrücklich. Überall Lichter und Menschen, die sich mit unterdrückter Stimme unterhielten.


Auch wir hatten uns vorbereitet und 5 Rechaud-Kerzen mitgenommen. Die stellten wir dann auf Gräber, die noch keine Kerzen hatten, und zündeten sie an. Es waren bestimmt die einzigen 5 Kerzen auf dem Friedhof, die nicht dem Standart entsprachen.


Dann gingen wir nach Hause und kochten uns ein feines Nachtessen, Rindsfilet mit Steinpilzsauce. Mmmhhh! Unser Wochenende hatte besinnlich, gemütlich und feinschmeckerisch begonnen.