Montag, 31. Mai 2010

Hammaslääkäri

3-Jahres Check für Jonas' Zähne beim Zahnarzt (Hammasläkääri), oder besser gesagt, der Zahnärztin. Dies war eine Premiere für ihn, aber trotzdem hielt er sich ganz tapfer, bis zum Moment, als er auf dem Patientenstuhl den Mund öffnen sollte. Mit Unterstützung von Susanne und dank gutem Zureden klappte es dann aber irgendwann.


Mit Jonas' Zähnen war alles in Ordnung, einzig die Tatsache, dass er noch einen Nuggi zum Schlafen hat, stiess bei der Zahnärztin nicht auf Begeisterung. Aber in ein paar Wochen ist damit wohl eh Schluss. Als Geschenk gab es noch eine Zahnbürste und zahnreinigende Zältli, und der Spuk war vorbei.

Freitag, 28. Mai 2010

Mittwoch, 26. Mai 2010

Göttitag

Gastbeitrag von Alexandre Badoux

Wie bitte? Ihr wisst nicht, was das ist? Der Göttitag (kummisetä päivä) ist in Finnland eine Institution. Das Göttikind (kummilapsi) wird morgens nicht in die Krippe (päiväkoti) gebracht, sondern macht sich mit dem Götti (kummisetä) auf den Weg, die grosse weite Welt zu erobern. (Und ich kann Euch sagen, liebe Leser, Ihr könnt euch unmöglich vorstellen, wie oft wir an diesem schönen Tag mit dem Zug und danach mit dem Jet nach Australien gefahren bzw. gesaust sind!) Hier alle Tagesetappen im Überblick. Begonnen hat der grosse Göttitag auf dem...

1) Spielplatz gleich um die Ecke:
Motto: mit em Zug uf Rovaniemi und uf Auschtralie. Kurz danach blinzelte Jonas auf der Schaukel in die Morgensonne und dem Götti wird klar: auf die verlegte Sonnenbrille kann nicht verzichtet werden.

2) Intersport: Komplettierung der Ausrüstung:
Zum entsetzen von Kind und Mann war der zu. Jonas: "Du Götti, werum macht de Intersport erscht am 10i uuf?"

3) Prisma sei Dank:
Wir finden das Gesuchte, der Bub sieht nun aus wie ein Filmstar, very stylish!


4) Hesburger:
Will de Götti brucht unbedingt en Kafi, für s'Lapsi git's Pulla Nr. 1)

5) Streichelzoo:
De Pfau isch blöd, de Pfau isch blöd und die herzige Chätzli findet mer nöd! Defür hets en andere Zug judihui! Nomal uf Auschtralie, tchuuu tschuuu. Dem Götti gefallen die Frischlinge, Jonas mag die Hasen gut. Doch diese wollen sich partout nicht einfangen lassen.

6) Z'Mittag git's im Mac:
Jaja, mit em Götti liit das drin, Burger, Fritte, es Gschänk und e Pulla Nr.2!

Zu diesem Zeitpunkt wäre der Mittagsschlaf auf dem Programm gestanden. Doch nach Konsultation der übervollen Agenda beschliesst Jonas, diesen zeitlich nach hinten zu verschieben. Der Götti informiert als guter Sekretär s'Mami per Telefon über diese Terminänderung, Jonas legt die Sonnenbrille auf und meint: "Ez gömmer is Flugzügmuseum!" Der Peugeot 107 fliegt über den Asphalt, Kurs nach Norden. Alles klar Herr Kapitän Götti? Aye aye!

7) Das Flugzeugmuseum (Keski-Suomen Ilmailumuseo):
Der Hammer für Kinder und das Kind im Manne. Neben etlichen Flugzeugen aller verschiedenen Dekaden des letzten Jahrhunderts, werden hunderte von Modellen ausgestellt. In drei Cockpits darf man einsteigen. Nach anfänglicher Zurückhaltung ist Jonas begeistert. Der Götti verwandelt sich schnell in den Tankwart der Flugbasis und tausende Liter Kerosin verpuffen in der Atmosphäre.




Nach einer Erfrischung im Museumsshop, wo alte finnische Militärveteranen über die Einkesselung von Naipistööli anno 1939 diskutieren, machen sich Jonas und sein Götti wieder auf den Weg, nämlich zur letzten Etappe, dem...

8) Flughafen Jyväskylä:
Trotz all dieser Action im Museum will das dynamische Duo unbedingt noch Flieger in der Luft (ihrem natürlichen Habitat) beobachten. Zum Regionalflughafen ist es ein Katzensprung. Jonas spielt aber bereits mit seinen Ohren (ein eindeutiges Zeichen für Müdigkeit, wie mir später erklärt wird). Irgendwann wird eben auch das aufgeweckteste Kerlchen mal müde.

Gegen 16 Uhr treffen wir dann glücklich in der Puistokatu ein. Das Schläfchen wird nachgeholt und erste Vorbereitungen für den z'Nacht getroffen. Ein wunderbarer Göttitag neigt sich dem Ende zu. Bei dieser Gelegenheit möchte sich der Kummisetä ganz herzlich für Susanne und Christians Gastfreundschaft bedanken, es war eine ganz tolle Woche in Jyväskylä. Paljon kiitoksia!

Zum Abschluss ein kurzer Exkurs zu den finnischen Wetterkapriolen:

Nun ja, in guter Gesellschaft spielt die Witterung keine Rolle. Darum werde ich mich zu den meteorologischen Wetterphänomenen während meines Aufenthalts in Jyväskylä nicht weiter äussern. Nur soviel: es gab ein wenig von allem, "di tutto un po'". Aber vor und nach meinem Besuch bei den Fischstäblis, da habe ich so einiges erlebt.

Zuerst hat die Mittagssonne in der gleissenden Hitze von Vierumäki mein Gesicht gebräunt (ja gegerbt!) wie jenes von Lawrence of Arabia in der Sahara. Und nota bene trotz grosszügigem Gebrauch von Daylong Sonnencrème. Es war einfach wunderbar, kein Wölkchen am Horizont, der Himmel so blau wie die Finnen in ihren Karaoke Bars oder eben wie das Kreuz in ihrem schönen Nationalwappen. Herrlich!


Zum Abschluss meiner Finnlandferien wurde ich dann grosszügig begossen. Unter anderem auf Suomens schönstem Golfplatz Kytäjä in der Nähe von Hyvinkää (Bild oben). Goretex und Schirm hin oder her, die Nässe drang überall hinein und mir gefällt diesbezüglich die plakative Äusserung meines Spielkollegen Timu ganz besonders: "Alex, the weather is not so good today." Hmm, da konnte ich nur mit einem finnisch knappen "Yes, Timu" antworten. Aber des einen Leid ist des anderen Freud und der fünfte Specht im Lied "5 Spächte" (Marius und die Jagdkapelle; kauft die CD wenn ihr Kinder habt!) würde singen: "Räge isch läss, wers nöd glaubt isch en Chäs!"

Sonntag, 23. Mai 2010

Fischmarkt

Zufälligerweise hatten wir mitbekommen, dass am Wochenende ein Markt am Hafen stattfinden sollte. Die beste Gelegenheit, um Muikkuja (kleine Maränen) essen zu gehen. Als wir dort eintrafen, stellten wir fest, dass es sich um einen Fisch(erei)-Markt handelte. Um so besser, dachten wir. Es wurden nicht nur frische Fische angeboten (wie hier ein riesiges Exemplar eines Kuha - Zahnder)...


... sondern auch Produkte, die man eben für's Fischen und Fischkochen benötigt. An einem Stand wurde sogar demonstriert, wie man Fische filetiert und zubereitet.


Gleich nebenan zeigten verschiedene Anbieter, wie man Fische räuchert, ob am Feuer...


... oder im mobilen Räucherhäuschen.


Und natürlich gab es allerlei frisch gekochte Leckerbissen zu kaufen...


... und so kamen wir denn auch zu unserem erhofften Mittagessen.


Den Rest des Vormittages verbrachten wir dann spielend beim Hafen.


Am Nachmittag goss es aus Kübeln. Trotzdem gingen wir mit dem protestierenden Jonas zum Spielplatz, und bauten Autobahnen und Lappendörfer.

Samstag, 22. Mai 2010

Päijänne

Gestern Abend traf unser erster Besucher im Jahre 2010 ein: Alexandre, aka Götti Badu. Er war bereits am Mittwoch nach Finnland gereist, aber spielte dann noch 2 Tage bei fantastischem Sommerwetter in der Gegend von Lahti etwas Golf. Pünktlich zum Nachtessen traf er ein, und nachdem die vielen Geschenke und Mitbringsel verteilt waren, gingen die Männer als Erstes mal in die Sauna.

Auch für den Samstag war wieder prächtiges Wetter angesagt, und so beschlossen wir, uns Richtung Korpilahti am Päijänne See aufzumachen. Dort wollten wir die Aussicht vom Oravavuori (Eichhörnchenberg) geniessen, den wir letzten Mai schon mal besucht hatten. Loris wurde getragen, aber Jonas musste selbst wandern, ausser es ging steil bergauf.


Auf dem Berg befindet sich einer dieser alten Holztürme, die früher als Feuerwache für Waldbrände benutzt wurden. Wenn man dort hinaufklettert...


... hat man einen fantastischen Ausblick auf den riesigen See, der von Lahti bis nach Jyväskylä verläuft.


Und siehe da, Jonas wollte das auch sehen. Er setzte sich gegen den anfänglichen Widerstand seiner Eltern durch (es gibt keine wirkliche Treppe) und kletterte mit Hilfe seines Göttis hinauf. Richtig stolz war er, als er oben angekommen war.


Danach genossen die 2 Knaben noch eine kleine Zwischenverpflegung und die Erwachsenen die wärmende Sonne. Einmal mehr sollte das Thermometer heute über 25°C anzeigen.


Danach ging es zurück durch den Wald...


... zu unseren beiden kleine Peugeots.


Unser nächster Stop war die Kärkistensalmi, die einzige Brücke, die über den Päijänne verläuft. Im kleinen Restaurant direkt am See verschlangen wir ein gesundes Mittagessen.


Frisch gestärkt machten wir uns zu Fuss auf zur Brücke und staunten über die Pracht des Päijänne.


Es war ein langer, heisser und ereignisreicher Tag gewesen, denn wir dann am Abend mit einem kühlen Bier in der Innenstadt abschlossen.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Picknick

Noch so ein heisser Tag im hohen Norden. Spontan beschlossen wir am Abend, auf das Kochen zu verzichten und stattdessen ein leckeres Picknick am Tuomiojärvi zu machen.


Die Stimmung war einfach toll und wir wurden für die letzten 4 Tage entschädigt, die wir wegen des Spitalaufenthalts von Loris verpasst hatten.


Danach wechselten wir zum Strand, wo sich klein (wieder topfit)...


und gross auf den Sommer einstimmen konnten.


Und tatsächlich, Jonas entledigte sich seiner Kleider und machte sich auf zum See. Weiter als bis zum Bauchnabel liess er das Wasser zwar nicht kommen, aber das so etwas Mitte Mai möglich ist, hätten wir nie gedacht. So soll es doch für immer bleiben.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Sairaalassa

Leider verschlechterte sich der Zustand von Loris im Verlaufe des Samstags immer mehr und wir entschlossen uns am Abend, zum Spital zu fahren, damit ihn ein Dokotor sehen kann. Der arme kleine Tropf hatte riesige Probleme mit Atmen, und Husten konnte er nur noch mit Mühe, weil er fast keine Luft mehr bekam. Genau 15 min nach Abfahrt von unserem Haus sassen wir vor dem Doktor und Loris wurde untersucht. Dann bekam er Medikamente und musste immer wieder inhalieren, die ganze Prozedur dauerte mehrere Stunden. Der Schock war gross, als uns die Frau Doktor gegen Mitternacht mitteilte, dass wir über Nacht bleiben müssen und schon ein Zimmer für uns bereit sei.

Aus der einen Nacht wurden schliesslich 4 unglaublich lange Tage. Loris hatte sich mit einem Virus infiziert, die Atemwege hatten sich verengt und er musste mit zusätzlichem Sauerstoff unterstützt werden. Am 2. Tag kam dann noch eine Mittelohrentzündung dazu.


Loris meisterte das Ganze mit Bravour, nur beim Inhalieren schrie er wie am Spiess. Sonst war er immer zufrieden, wenn nicht sogar fröhlich.


Anstrengend war es aber auch vor allem für Susanne und Christian, die sich im 24 h Takt abwechselten. Loris sollte das Zimmer nicht verlassen, und mit der Zeit gingen uns die Spielideen aus.


Schlafen durften wir notdürftig am Boden, und das Essen für die Erwachsenen mussten wir selbst mitbringen. Trotzdem waren wir begeistert von der Betreuung durch das Pflegepersonal und die Ärzte. Mit der Zeit ging es Loris immer besser, aber beim Schlafen bekam er immer noch zusätzlichen Sauerstoff, die Sauerstoffsättigung war ungenügend.


Heute Morgen hatten wir uns eigentlich schon damit abgefunden, dass wir noch 1-2 Tage bleiben müssen, aber dann meinte die Ärztin finnisch kurz angebunden: "Er kann nach Hause". Uns fiel ein Stein vom Herzen, endlich war die Warterei vorbei. Wir wussten nicht, dass sich 4 Tage so lang anfühlen können. Dann wurden die Schläuche entfernt, die letzten Formalitäten erledigt (Diagnose: Akuutti obstruktiivinen bronkiitti) und wir fuhren glücklich nach Hause. Dort blühte Loris richtiggehend auf, er kam nicht mehr aus dem Strahlen heraus.


Später holten wir Jonas von Päiväkoti ab und gingen alle zusammen einkaufen. Toll, wieder zu viert zu sein.

Sonntag, 16. Mai 2010

Pesukatu

Am Samstag Abend löste Christian ein uraltes Versprechen ein und fuhr mit Jonas zur Waschstrasse (Pesukatu), denn unser Peugeot war vom Winter ziemlich gezeichnet.


Natürlich darf man bei dieser Gelegenheit vorne sitzen.


Dann war Action angesagt.


Jonas liess sich vom Lärm und den grossen Bürsten nicht einschüchtern, und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Samstag, 15. Mai 2010

Laukka

Unser heutiger Ausflug führte uns nach Laukka, 20 km nördlich von Jyväskylä gelegen. Zwar waren wir schon mehrere Male mit dem Schiff zu diesem kleinen Örtchen gefahren, aber die Umgebung hatten wir uns noch nie angesehen. Als Erstes besuchten wir den Vuojärvi und machten einen kleinen Spaziergang dem See entlang.


Idyllische Zustände herrschten an diesem heissen Sommertag im Mai...


Natürlich gab es einen kleinen Snack unterwegs, grundsätzlich ist der bei Jonas bei der ersten Bank immer fällig...


Der harte Winter hatte seine Spuren hinterlassen...


Kaum zu glauben, dass hier noch vor kurzer Zeit Wintersport getrieben wurde...


Beim Rückweg entdeckten wir dann nicht weit vom Ufer unzählige Studienobjekte von Christian, etwa 3-6 cm grosse Spitzschlammschnecken (Lymnaea stagnalis), mit geschätzter 20%-iger Wahrscheinlichkeit mit Parasiten infiziert (so war es letztes Jahr in diesem See).


Danach wechselten wir auf die andere Seite des Dorfes. Hier befindet sich einmal mehr einer dieser unglaublich schön gelegenen Spielplätze, direkt am See, nur ein Steinwurf von Hafen und einem kleinem Kafi gelegen. Daneben befindet sich ausserdem ein kleine Arena, ein Verkehrspark und eine Rennbahn für ferngesteurte Autos.


Inzwischen war die Lufttemperatur auf 27°C gestiegen. So warm wird es in diesen Breitengraden nicht mal im Sommer. Zeit, die Kleider loszuwerden und die ersten Annäherungsversuche mit dem Wasser zu machen.


Währenddessen war auch der stark erkältete Loris aufgewacht und durfte sich auch noch ein wenig auf dem Spielplatz austoben.


Dann fuhren wir wieder zurück nach Hause, die Zeit für Mittagessen und -schlaf war gekommen. Beides hatten wir auch bitter nötig, denn es würde noch so einiges los sein an diesem Tag, ob geplant oder ungeplant.

Freitag, 14. Mai 2010

Chilbi

122 Jahre gibt es das Suomen Tivoli, die finnische Chilbi, schon. Von Mai bis September wandert sie durch ganz Finnland, nur in Helsinki und Tampere, wo es grosse Freizeitpärke gibt, macht sie nicht halt. In Jyväskylä steht sie im Mai für ganze 3 Wochen, und heute, an diesem wunderschönen Frühlingstag mit sommerlichen 25°C, haben wir sie besucht.


Als Erstes wagte sich die ganze Familie auf das Riesenrad...


und genoss die schöne Aussicht von oben.


Und dann kam natürlich die Zeit von Jonas. Ob Ferrari...


Gumpi-Schloss...


oder Motorradfahren, alles musste und durfte er ausprobieren.


Zum Abschluss gab es dann für alle noch ein grosses und feines Glacé.


Ach ja, Loris, leicht angeschlagen, war auch dabei und schlief die meiste Zeit. Ist halt noch nicht so sein Ding, die Chilbi.