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Donnerstag, 9. Juni 2011

Islanti

Als Abschluss der 3 Jahre Forschung in Finnland stand für Christian noch ein besonderer Leckerbissen auf dem Programm: Eine Probenahme in Island (Islanti), oder besser gesagt 6 Tage arbeiten und 4 Tage Ferien am Polarkreis. Und sogar das Arbeiten war nicht besonders streng. Mit kleinen Fischreusen...

 

fingen wir Stichlinge, untersuchten sie auf Parasiten und nahmen DNA-Proben. Einzig das Wetter machte uns zu schaffen, denn trotz Sonnenschein war es meist nur zwischen 0 und 10 Grad kühl und es blies teilweise ein so starker eiskalter Wind, dass wir kaum stehen konnten.


Nach der Pflicht die Kür: Zum Schluss fuhren wir ein paar Tage durch die Insel und bewunderten dieses wunderschöne Land, das einem manchmal wie eine Mischung zwischen Mond und Wüste vorkommt.

Island, dass bedeutet:


Pferde...

 

 Spektakuläre Küsten...


Dorsche...


Unzählige Vögel...


z. Bsp. Papageientaucher...


Farbige Häuser...


Torfhäuser...


Seltsame Bräuche...


Schafe...


Wasserfälle...


Häfen und Schiffe...


Wale...


Vulkanische Aktivitäten...


Thermalbäder...


Seen...


Geysire...


Und sogar spektakuläre Bauwerke...


Freitag, 27. Mai 2011

Farewell

Nach 3 Jahren ist endgültig Schluss! Den letzten Arbeitstag an der Universität Jyväskylä verbrachte Christian in einem gemütlichen Statistikkurs, danach ging es fast direkt in die Stadt für einen Abschiedsabend mit guten Arbeitskollegen/innen. Es sollte ein langer Abend werden. Hier einige Eindrücke (Fotos von Gilbert Ludwig):


Mit Mikael und Lauri.


Und es gab auch Geschenke, nein, kein neues iPhone, aber einen Schnaps, einen Holzbecher und ein echtes, handgemachtes finnisches Messer!


Als Christian gegen 4 Uhr nachts die 300 m Heimweg vom Stadtzentrum zur Wohnung spazierte, glich die Innenstadt einem Irrenhaus. Ein Nackter rannte schreiend herum, eine Frau erbrach beim Stadtbrunnen, zwei Betrunkene erleichterten sich bei der Türe des Immobilienhändlers, und die Sanität kümmerte sich um eine Alkoholleiche. Kurz gesagt, in der Stadt hielten sich nur noch Leute auf, die es nicht mehr nach Hause schafften. Finnland halt...

Donnerstag, 12. Mai 2011

Das letzte Mal

Jetzt beginnt sie leider, die Zeit, in der andauernd etwas zum letzten Mal stattfindet. Und heute war das: Letztes Mal an Forschungsstation in Konnevesi, zumindest offiziell. Ende Mai endet Christian's Vertrag an der Universität, und weil er noch ein paar Schachteln mit Material vom letzten Sommer rumstehen hatte, fuhr er heute dorthin. Allerdings nicht alleine, denn Jonas wollte unbedingt mitkommen.

Nach der 60-km langen Fahrt durch Wald und Landwirtschaft genehmigten wir uns ein kleines Picknick an der Stromschnelle Sikkakoski.


Das Material war schnell zusammengesucht, und so konnten wir uns der Nachwuchsforschung zuwenden. Z. Bsp. Regenbogenforellen beobachten...


Flusskrebse untersuchen...




Sand schaufeln...

Oder physikalische Exerimente durchführen, wie hier mit Eis und Wasser am Steg der Forschungsstation.


Als Abschluss gab es noch ein (wie immer) feines Essen in der kleinen Kantine von Konnevesi

Auf dem Heimweg konnten wir nicht widerstehen und besuchten die Traktorenfabrik Valtra. Zuerst mussten die tollen Spielzeuge im Besucherbereich ausporbiert werden, aber dann betrachteten wir uns auch noch die gerade fertiggestellten Traktoren hinter dem Haus. Dort standen nämlich geschätzte 450 Traktoren bereit zum Abtransport an ihre Besitzer von der ganzen Welt.

Mittwoch, 13. April 2011

Uusi työsopimus

Ein grosser Tag. Der neue Arbeitsvertrag von Christian ist gekommen, wurde unterschrieben und gleich zurückgeschickt. Damit ist klar, wir werden spätestens am 1. Oktober wieder in der Schweiz sein! Das wird ein harter Abschied werden.

 

In Zukunft wird sich Christian der Ökologie und Genetik von alpinen  Pflanzen widmen. Dies ist zwar vom Organismus her ein riesiger Wechsel, nicht aber von der Thematik und den Methoden. Die Tätigkeit besteht offiziell zu 100% aus Forschung - Lehre und Administration bleiben Christian auch weiterhin erspart. Geplant ist eine Zusammenarbeit für 2-3 Jahre, eventuell mit Perspektiven auf mehr, wenn denn alles gut klappen sollte. Leider ist dies aber auch in diesem Business wenig vorhersehbar.

Jonas und Loris haben wir davon noch nichts erzählt, sie sollen so lange wie möglich die verbleibende Zeit in Finnland unbelastet geniessen können, denn hier sind sie im Moment definitiv zu hause. Der späte Beginn im Herbst hat nämlich zur Folge, dass wir noch den Sommer in Finnland verbringen können. Und weil Christian von Juni bis September arbeitslos ist, bleibt viel Zeit, das Land noch weiter zu entdecken. So haben wir für Juli wieder ein Sommerhaus gemietet und planen bereits grössere Ausflüge, bevor wir uns dann in den Zügelstress stürzen. Immerhin haben wir darin ziemlich viel Erfahrung.

Donnerstag, 17. März 2011

Evakuierung

Kleiner Schock heute bei Christian an der Universität. Der Mattilanniemi-Campus, nur 200 m von Christian's Büro entfernt, musste am Nachmittag wegen der Gefahr eines Amoklaufs evakuiert werden. Anscheinend hatte jemand (nicht anonym) der Polizei gemeldet, dass eine Person mit einer Waffe unterwegs sei. Die Polizei durchsuchte die Gebäude stundenlang, konnte aber nichts finden und gab am Ende Nachmittags Entwarnung. Fehlalarm, zum Glück.

 

Keskisuomalainen, Zeitung von Zentralfinnland.

Das man hierzulande so schnell und intensiv auf nur den kleinsten Hinweis eines Amokslauf reagiert, hat seine Gründe. Ähnlich wie die USA und Deutschland wurde nämlich Finnland in den letzten Jahren von Amokläufen nicht verschont. Im November 2007 richtete ein Gymnasium-Schüler in der Nähe von Helsinki 8 Mitschüler und sich selbst. Im September 2008 tötete ein Schüler einer Fachhochschule im Westen Finnlands 10 Schüler mit einer Schusswaffe und beging dann Selbstmord. Am Silvester 2009 erschoss ein Mann wiederum in der Nähe von Helsinki zuerst zuhause seine Freundin, dann wahllos 4 Leute im Einkaufszentrum, in dem sie normalerweise arbeitete, und brachte sich schliesslich selbst um. Letztlich, im Sommer 2010, beendete ein Mann bei einer McDonalds-Filiale einen Streit mit 3 Unbekannten, indem er sie mit einer Schusswaffe tötete und danach mit seiner schwangeren Frau zu flüchten versuchte. Der Täter war 7 Monate vorher frühzeitig aus einer "lebenslangen" Haftstrafe wegen Mordes entlassen worden.

Über die Gründe dieser Häufung von so schweren Gewaltdelikten wurde in Finnland viel diskutiert, und natürlich kam auch die sehr liberale Gesetzgebung bezüglich Waffenbesitz stark unter die Räder. Immerhin steht Finnland, nach den USA und Jemen, beim privaten Waffenbesitz auf Rang 3 der Welt (die Schweiz folgt auf Rang 4). Grund dafür sind die vielen Jäger in der Bevölkerung. Und die haben eine so starke Lobby, dass sich wohl nichts ändern wird. Ob es etwas nützen würde, steht sowieso in den Sternen...

Donnerstag, 3. Februar 2011

EAFP

Christian war in den letzten 2 Tagen in Konnevesi, denn dort fand eine Tagung des finnischen Zweigs der EAFP (European Association of Fish Pathologists) statt. Interessante Vorträge, gutes Essen und ein gemütlicher Saunaabend standen auf dem Programm. Wenn es aber um verbandsinterne Themen ging, dann schlich er sich davon, um die schöne Winterstimmung mit der Kamera festzuhalten. Die meisten Bilder stammen von der nahe gelegenen Stromschnelle Siikakoski.


In diesen Breitengraden sind im Moment einzig die Flüsse frei von Eis.


A propos Eis: Dieses Fahrrad der Forschungsstation wurde wohl schon länger nicht mehr benutzt.


Die weissen Steine im Fluss, in dem übrigens nicht gefischt werden darf (es würde sich lohnen...), waren sehr fotogen.


Und überall präsent: Die Wasseramseln (Koskikarat), die in ihrer unnachahmlichen Art im eiskalten Wasser nach Futter tauchten.

Donnerstag, 25. November 2010

Jokioinen

In Finnland gibt es nicht viele alte Häuser. Die alt-finnische Architektur basierte fast nur auf Holz, und das hat sich in Zusammenhang mit Feuer nicht immer als ideal erwiesen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Finnen in recht viele Kriege involviert waren, meist als Spielball der grossen Mächte Schweden, Russland und Deutschland. Zum Beispiel, als Finnland sich am Ende des zweiten Weltkrieges vom vorherigen Verbündeten Deutschland abwandte, zogen sich letztere durch Lappland zurück und verwüsteten die ganze Region. In Rovaniemi gibt es daher fast keine Gebäude mehr, die älter als 65 Jahre sind...

Diese Woche hatte Christian aber die Gelegenheit, sich ein paar alte Gebäude anzusehen, und zwar in Jokioinen, im Südwesten von Finnland. Dort weilte er nämlich für ein 4-tägiges Symposium. Das  kleine Kaff, gelegen am dreckigen Fluss Loimijoki, ist wahrlich keine Schönheit.


Aber in Jokioinen gibt es eine alten Gutshof mit dem gleichen Namen, der im Jahre 1562 gegründet wurde. Die meisten Gebäude, die noch stehen, sind über 200 Jahre alt



Das Prachtstück ist sicher der 1810 gebaute Getreidespeicher mit dem wunderschönen Uhrturm mit der nicht mehr funktionierenden Uhr.


Aber auch die anderen Gebäude lassen sich sehen, und sind inzwischen total umfunktioniert. Im gelben Gebäude unten zum Beispiel befindet sich jetzt eine Autogarage.


Der Gutshof gehört heute dem finnischen Staat. Eingemietet hat sich das MTT, das finnischen Institut für Landwirtschaft und Ernährung. Wenn man dort einen wichtigen Posten besetzt, darf man im 1802 fertiggestellten Hauptgebäude arbeiten.


Das Symposium mit dem ziemlich wilden Abendprogramm (nicht für Christian, der hatte sich dank Loris stark erkältet) fand auf dem Gelände des MTT's statt. Mittagessen gab es im ehemaligen Pferdestall (unten).

Montag, 23. August 2010

Abschlussabend

Abschlussabend bei Christian und seinem Arbeitskollegen Anssi: Der heutige Tag war der letzte in der Forschungsstation Konnevesi in diesem Sommer, wer weiss, vielleicht sogar der letzte überhaupt. Den ganzen Tag putzten sie Fischtanks, räumten das Chaos auf und brachten alles wieder auf Vordermann. Danach gingen sie zum gemütlichen Teil des Tages über. Zuerst wurde auf dem Konnevesi...


ein wenig gefischt (mehrere dieser Hechte entliessen wir wegen zu geringer Grösse wieder in die Freiheit), ...


dann ging es in die Sauna zum Schwitzen, in den See zum Abkühlen und zuletzt in die Kota (eine Hütte in Zeltform mit Feuer in der Mitte) zum Essen und Trinken.


Natürlich mit toller (und herbstlicher?) Aussicht.


Nachdem das Feuer abgebrannt war...


ging es ans Grillieren, für jeden gab es 400 g Lammfilet mit feinem Salat, und dazu einen teuren italienischen Wein.

Dienstag, 8. Juni 2010

Tutkimus

Schon seit einigen Wochen hat für Christian die Feldarbeit begonnen. Neben dem Konnevesi beprobt er dieses Jahr auch den hübschen Niemisjärvi, im Osten von Jyväskylä gelegen.


Objekt der Begierde ist aber nicht ein Fisch oder Fischparasit, sondern die Wasserassel (Asellus aquaticus), eine weitverbreitet Tierart in den Flüssen und Seen von ganz Europa.

Bild: www.naturfoto.cz

Daneben sind aber auch andere Tiere anzutreffen, zum Beispiel die scheuen Singschwäne...


... oder ein freches Eichhörnchen.