Am Donnerstag morgen machten wir uns auf Richtung Westen. Wir hatten zwar ursprünglich geplant, nach Tallinn/Estland zu fahren, doch wurde uns unsere Spontaneität zum Verhängnis: alle annehm- und bezahlbaren Hotels waren bereits ausgebucht, weshalb wir kurzfristig unsere Reisepläne änderten und drei Nächte in einem Hotel in Vaasa reservierten. Auf der Hinfahrt regnete es zwar noch leicht, bereits vor unserer Ankunft aber lösten sich die Wolken auf und die nächsten Tage sollten strahlend schön werden (nicht umsonst rühmt sich Vaasa, die sonnigste Stadt Finnlands zu sein).
Die Stadt ist sehr schön am Bottnischen Meerbusen gelegen. Einige Gebäude haben sogar den Grossbrand von 1852 überlebt und ganz allgemein finden sich - für finnische Verhältnisse - noch viele schöne ältere (Holz-)Häuser in der Stadt. Dazu aber mehr an anderer Stelle.
Für uns ungewohnt war die Präsenz des Schwedischen; 25% der Einwohner sind schwedischsprachig. Nachdem wir v.a. zu Beginn unseres Finnlandaufenthalts eigentlich eigentlich immer froh waren, z.B. auf Lebensmitteln auch noch schwedische Angaben lesen zu können, mussten wir nun feststellen, dass uns all die schwedischen Namen insbesondere in der Kvarken-Region (siehe weiter unten) verwirrten. Wir konnten uns die Ortschaften überhaupt nicht merken und waren froh, z.T. auch noch die finnischen Namen zu finden.
Nachdem wir unser Zimmer im Hotel bezogen und die Spielecke eingeweiht hatten, machten wir uns zu einem kleinen "Zvieri" am Strand auf.
Die Buben wurden in Gummistiefel gesteckt und dann ging's los mit buddeln, graben und herumrennen. Nach einem kleinen Spaziergang machten wir uns dann auf Richtung Zentrum, wo wir ein gemütliches Abendessen hatten; Spielecke sei Dank.
Am Freitag wollten wir dann die nahegelegenen Schäreninseln der Kvarken (finnisch: Merenkurkku) besuchen. Der finnische Teil des Kvarken mit seinen Moränenfeldern wurde 2006 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Die Kriterien für die Aufnahme waren die schnelle Erderhebung in diesem Gebiet (jährlich nimmt die Landfläche um etwa einen Quadratkilometer zu) und die seltenen waschbrettartigen Moränen.
Um auf die Inseln zu kommen, mussten wir die Brücke nach Replot überqueren, mit ihren 1045 Metern die längste Finnlands. Die Aussicht war herrlich.
Anschliessend hatten wir uns aber erst mal um ein Picknick zu kümmern, anstonsten würde der Tag wohl ziemlich ungemütlich. Nachdem dies geschafft war, fuhren wir nach Norden nach Svedjehamn auf der Insel Björköby. Als erstes fiel Loris in eine Pfütze und musste total neu eingekleidet werden. Dann wurde unser Picknick verzehrt und schliesslich konnten wir uns dann doch noch im hübschen Fischerhafen umsehen...
Sogar dieses Saunahäuschen passte ins Bild:
Ziel war der nahegelegene Aussichtsturm, von welchem man eine phantastische Aussicht hatte.
Die Kvarken sind auch bekannt für ihre artenreiche Vogelwelt. Hier zwei Singschwäne...
ein Austernfischer (?) ...
und ein hübscher anderer Wasservogel (der für die Vogelbestimmung zuständige Biologe weilt gerade im Ausland, weshalb die genaue Bezeichnung erst in ein paar Tagen folgen kann).
Später fuhren wir noch mehr oder weniger zielgerichtet auf den Schäreninseln umher. Während Loris seinen Mittagsschlaf hielt, schaute sich der Rest der Familie die grossen Fischerboote in Klobbskat auf der Insel Brändövik an ...
oder liess sich bei der Suche nach dem perfekten Foto von aufgebrachten Seeschwalben attackieren.
Nachdem auch Loris wieder erwacht war, gab's noch ein Glacé für alle und anschliessend ein Essen im Mexikaner in Vaasa. Dann war für die Buben auch schon wieder Schlafenszeit, schliesslich steht morgen wieder viel auf dem Programm.