Mika und Monika mit Sohn
Noah, deutsch-finnische Freunde aus
Jyväskylä, hatten uns diesen Sonntag zu ihrem "Sommer"
haus in
Armisvesi eingeladen. Nach einer 60 km langen Autofahrt empfingen sie uns irgendwo tief im Wald an einer kleinen Kreuzung, der Rest der Strecke musste zu
Fuss zurückgelegt werden. Normalerweise gelangt man zum
Kesämökki mit dem Schiff oder über das Eis, aber jetzt, wo der See nur stellenweise zugefroren ist, ist der 800 m lange Trampelpfad die einzige Möglichkeit.

Es war ein wunderschöner
Fussmarsch durch den tief verschneiten Wald.

Die Hütte ist offiziell nur ein Saunahäuschen mit der maximal erlaubten 20 m2 Wohnfläche, dafür
durfte man sie bis 15 m nahe ans Ufer platzieren. Sie verfügt weder über Strom noch fliessendes Wasser.
Mika und Monika, beides Architekten, hatten das Blockhaus selbst entworfen, und man kann sagen, dass es ihnen gelungen ist. Im Gegensatz zu den meisten Sommerhäuschen hier in Finnland hat es eine Fensterfront, die einen
grossartigen Ausblick auf den See ermöglicht. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Sauna (oben links), in der man mit Seeblick schwitzen kann.

Dort angekommen, inspizierten wir die nähere Umgebung und begaben uns dann natürlich bald in die Sauna. Kaum zu glauben, aber sowohl Susanne wie auch Christian getrauten sich, zur Abkühlung splitternackt ins eiskalte Wasser zu tauchen. Und sogar
Jonas besuchte für ein paar Minuten die Sauna.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Schwatz, Spiel und feinem Essen.

Das Platzproblem, das sich durch die gesetzlich erlaubte Maximalfläche ergibt, wird hierzulande mit diversen Tricks gelöst. In diesem Fall ist die Küche offiziell im Freien und die Betten befinden sich auf einer Galerie über dem Wohnraum. Dorthin gelangt man über eine Leiter, und natürlich hat man auch dort einen tollen Ausblick.

Es wurde immer dunkler und wir beschlossen, uns langsam auf den Heimweg zu machen. Hier realisierten wir (Anfänger), dass es wohl viel gescheiter gewesen wäre, a) eine vernünftige Taschenlampe mitzunehmen, und b) unsere Sachen noch bei Tageslicht
zusammenzusuchen. Irgendwie schafften wir es aber trotzdem, und so ging es los, zurück durch den Wald, beladen mit Kindern und Gepäck. Dank Stirnlampen war das kein
grosses Problem. Trotzdem war das aber ein tolles Abenteuer!