So schnell wie Susanne und Loris waren Christian und Jonas nicht. Sie fuhren mit dem Auto von Finnland in die Schweiz und budgetierten dafür 3-4 Tage. Im Vergleich zur gesamten Reise (Luftlinie 2110 km) waren die 270 km von Jyväskylä (sniff...) nach Helsinki ein Katzensprung. Aber dann kam das, auf was sich Jonas schon monatelange gefreut hatte: Die Fähre nach Deutschland.
Wir parkierten unseren Wagen im 2. Geschoss, packten unsere Sachen und begaben uns in unsere Kabine.
Die bot genügend Platz für uns 2 Abenteurer...
und war ganze vorne am Schiff platziert. So konnten wir das ganze Geschehen aus der Perspektive des Kapitäns betrachten.
Dann fuhr die Fähre ab und wir verliessen Finnland nach 3 Jahren, 2 Monaten und 26 Tagen. Traurig aber wahr. Wie auch immer, Jonas bekräftigte immer wieder, dass er überhaupt nicht traurig sei. Die bevorstehende Reise, die Freude auf Familie und Freunde in der Schweiz und die tolle Stimmung auf dem Schiff machten uns den Abschied sowieso leichter. Kurz nach der Abfahrt ging bereits die Sonne unter. Jonas interessierte dies nicht gross, er wollte unbedingt in den Spielraum, aber Christian gab nicht nach und beharrte darauf, den ganzen Sonnenuntergang anzuschauen zu dürfen.
Dann, endlich, kam Jonas an die Reihe.
Den Sonntag verbrachten wir auf See, ...
und es war so herrliches Wetter, ....
dass man trotz starkem Wind im T-Shirt sein konnte. Jonas hatte inzwischen den Helikopterlandeplatz entdeckt, dort konnte man sich so richtig austoben.
Nicht nur wir genossen die sonnige und friedliche Zeit.
Zu unserer Überraschung gab es noch einen Zwischenhalt in Polen, genauer in Gdynia in der Nähe von Danzig. Wir packten uns 2 Stühle, kauften etwas zu trinken und beobachteten während 2 Stunden das emsige Treiben an Bord. Autos und Busse fuhren weg oder kamen neu dazu, und die Fähre wurde mit neuen Lastwagenanhängern beladen.
Andere Reisende hatten die besten Momente des Tages bereits hinter sich...
Es bleibt noch zu ergänzen, dass das Essen auf dem Schiff (v.a. die Vorspeisenbuffets) ausgezeichnet war, aber leider gar nicht nach Jonas' Geschmack... Trotzdem war er stolz auf unseren Tisch 118 und wagte sich sogar an neue Sachen wie Crevetten und Fischeier (leider ohne Erfolg).
Nach der 2. Nacht an Bord hiess es früh aufstehen, wir fuhren im Hafen von Rostock ein. Leider empfing uns Deutschland wettermässig nicht gerade freundlich. Und für das Kilometerfressen waren dies auch nicht wirklich die besten Bedingungen.
Trotzdem, wir liessen uns nicht aus dem Konzept bringen und fuhren los Richtung Süden. Gegen Mittag verbesserte sich das Wetter und wir kamen zügiger vorwärts. Wir hörten Musik, sangen, diskutierten, machten viele Pausen und schauten uns das Geschehen auf den Autobahnen an. Jonas fragte nicht ein einziges Mal, wie lange es denn noch dauern würde, und legte eine Kinder-CD nach der anderen ein, genau in der Reihenfolge, in der er es schon seit Wochen geplant hatte.
Wir nahmen den Weg über Berlin, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart. Und weil Christian bis dort überhaupt keine Ermüdungserscheinungen zeigte, beschloss er, die Sache entgegen dem ursprünglichen Plan in einem Tage zu Ende zu bringen. Vor der Schweizer Grenze wurden wir noch Zeugen eines riesigen und unglaublich kräftigen Regenbogens.
Kurze Zeit später hatten wir es geschafft: Nach 15 Stunden (davon insgesamt etwa 4-5 Stunde Pause) und 1050 km erreichten wir unser Zielort Männedorf und wurden herzlich empfangen. Wir sind jetzt alle zurück in der Schweiz!