Freitag, 30. September 2011

That's it...

Dies ist der 494. und letzte Blogbeitrag. Unser grosses Abenteuer, ursprünglich für 2 Jahre geplant, hat nach über 3 Jahren ein Ende gefunden. 4 wunderbare Sommer und 3 bitterkalte Winter durften wir im wunderschönen Finnland erleben, haben neue tolle Freunde kennengelernt und sind soviel gereist wie noch nie in unserem Leben. Als grösstes Geschenk nehmen wir aber Loris mit, der in Jyväskylä geboren wurde und bis jetzt nur in Finnland gelebt hat. Jetzt sind wir nur noch traurig, aber das Leben geht weiter, und ein paar Vorteile hat die Rückkehr in die alte Heimat ja auch: Wir können wieder unsere Familie und alte Freunde regelmässig treffen, suchen eine neue berufliche Herausforderung (Susanne), beginnen eine neuen Job (Christian) oder gehen in den aufregenden Kindergarten (Jonas).

Bedanken möchten wir uns aber auch bei all den Lesern, die unser Leben verfolgt haben. Zu Spitzenzeiten (Juni 2011) wurde unser Blog 50 mal pro Tag gelesen! Die meisten Zugriffe erfolgten aus der Schweiz, Finnland und Deutschland, aber auch Schweden, Österreich, Spanien, England und die USA sind gut vertreten.

Für die, die mit uns in Kontakt bleiben wollen, hier noch unsere Koordinaten: 


Wir kommen zurück, Finnland, versprochen!

Montag, 5. September 2011

Laivalla

So schnell wie Susanne und Loris waren Christian und Jonas nicht. Sie fuhren mit dem Auto von Finnland in die Schweiz und budgetierten dafür 3-4 Tage. Im Vergleich zur gesamten Reise (Luftlinie 2110 km) waren die 270 km von Jyväskylä (sniff...) nach Helsinki ein Katzensprung. Aber dann kam das, auf was sich Jonas schon monatelange gefreut hatte: Die Fähre nach Deutschland. 

 

Wir parkierten unseren Wagen im 2. Geschoss, packten unsere Sachen und begaben uns in unsere Kabine.


Die bot genügend Platz für uns 2 Abenteurer...


und war ganze vorne am Schiff platziert. So konnten wir das ganze Geschehen aus der Perspektive des Kapitäns betrachten.

Dann fuhr die Fähre ab und wir verliessen Finnland nach 3 Jahren, 2 Monaten und 26 Tagen. Traurig aber wahr. Wie auch immer, Jonas bekräftigte immer wieder, dass er überhaupt nicht traurig sei. Die bevorstehende Reise, die Freude auf Familie und Freunde in der Schweiz und die tolle Stimmung auf dem Schiff machten uns den Abschied sowieso leichter. Kurz nach der Abfahrt ging bereits die Sonne unter. Jonas interessierte dies nicht gross, er wollte unbedingt in den Spielraum, aber Christian gab nicht nach und beharrte darauf, den ganzen Sonnenuntergang anzuschauen zu dürfen.

Dann, endlich, kam Jonas an die Reihe.


Den Sonntag verbrachten wir auf See, ...


und es war so herrliches Wetter, ....


dass man trotz starkem Wind im T-Shirt sein konnte. Jonas hatte inzwischen den Helikopterlandeplatz entdeckt, dort konnte man sich so richtig austoben.


Nicht nur wir genossen die sonnige und friedliche Zeit.


Zu unserer Überraschung gab es noch einen Zwischenhalt in Polen, genauer in Gdynia in der Nähe von Danzig. Wir packten uns 2 Stühle, kauften etwas zu trinken und beobachteten während 2 Stunden das emsige Treiben an Bord. Autos und Busse fuhren weg oder kamen neu dazu, und die Fähre wurde mit neuen Lastwagenanhängern beladen.


Andere Reisende hatten die besten Momente des Tages bereits hinter sich...


Es bleibt noch zu ergänzen, dass das Essen auf dem Schiff (v.a. die Vorspeisenbuffets) ausgezeichnet war, aber leider gar nicht nach Jonas' Geschmack... Trotzdem war er stolz auf unseren Tisch 118 und wagte sich sogar an neue Sachen wie Crevetten und Fischeier (leider ohne Erfolg).


Nach der 2. Nacht an Bord hiess es früh aufstehen, wir fuhren im Hafen von Rostock ein. Leider empfing uns Deutschland wettermässig nicht gerade freundlich. Und für das Kilometerfressen waren dies auch nicht wirklich die besten Bedingungen.


Trotzdem, wir liessen uns nicht aus dem Konzept bringen und fuhren los Richtung Süden. Gegen Mittag verbesserte sich das Wetter und wir kamen zügiger vorwärts. Wir hörten Musik, sangen, diskutierten, machten viele Pausen und schauten uns das Geschehen auf den Autobahnen an. Jonas fragte nicht ein einziges Mal, wie lange es denn noch dauern würde, und legte eine Kinder-CD nach der anderen ein, genau in der Reihenfolge, in der er es schon seit Wochen geplant hatte.


Wir nahmen den Weg über Berlin, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart. Und weil Christian bis dort überhaupt keine Ermüdungserscheinungen zeigte, beschloss er, die Sache entgegen dem ursprünglichen Plan in einem Tage zu Ende zu bringen. Vor der Schweizer Grenze wurden wir noch Zeugen eines riesigen und unglaublich kräftigen Regenbogens.


Kurze Zeit später hatten wir es geschafft: Nach 15 Stunden (davon insgesamt etwa 4-5 Stunde Pause) und 1050 km erreichten wir unser Zielort Männedorf und wurden herzlich empfangen. Wir sind jetzt  alle zurück in der Schweiz!

Samstag, 3. September 2011

One-way

Die Rückreise in die Schweiz nahmen wir in 2 Teams in Angriff. Während Christian und Jonas den langen Land- und Seeweg nahmen, flogen Susanne und Loris mit Propeller- und Düsenflugzeug in die Schweiz. Gestartet wurde gleichzeitig. Nachdem Susanne und Loris von Monika und Noah zum Flugplatz von Jyväskylä gefahren und sie endgültig Abschied genommen hatten, ging für Loris das Abenteuer los. Wie immer war er fasziniert vom Flugzeug, v.a. von den Propellern, die sich so schnell drehten.


Susannes Hoffnung, die finnische Seenplatte (nach über 3 Jahren und unzähligen Flügen) doch noch einmal bei schönem Wetter von oben bewundern zu können, schienen sich angesichts der dicken grauen Nebeldecke in Luft aufzulösen.


Nachdem das Flugzeug aber abgehoben und Susanne die letzten Abschiedstränen getrocknet hatte, gab es dann doch noch den einen oder anderen Lichtblick.


Inzwischen war es schon nach 14:30 Uhr, aber Loris hielt durch und verschob seinen Mittagsschlaf auf später.


Sehr viel später! Auch während des ca. 2-stündigen Aufenthalts am Flughafen von Helsinki hatte er besseres zu tun: Mama beim letzten Souvenir Kaufen begleiten und gaaaaanz viel spielen in dem von Reima gesponserten Spielzimmer. Wenn dabei noch unzählige Flugzeuge in nächster Nähe starten, Tanklaster vorbeifahren, Pi-Pa's herumkurven - was will man mehr! Dann aber, im Flugzeug von Helsinki nach Zürich fielen die Augen doch noch zu, kaum hatten wir abgehoben, und blieben auch bis kurz vor der Landung in Zürich geschlossen. Einen so entspannten Flug hatte Susanne schon länger nicht mehr.

Ja, und so nahm dieses letzte Abenteuer für Loris und Susanne ein Ende. Die Schweiz hat uns wieder! (Was ja im Fall von Loris nicht ganz korrekt ist, hat er doch sein ganzes Leben in Finnland verbracht und die Schweiz nur in den Ferien gesehen...)

Freitag, 2. September 2011

Countdown

Die letzten Tage verbrachten wir im Stadtsommerhaus unserer Vermieter. Es war der ideale Ausgangspunkt für unsere letzten Pflichten, Besuche und Ausflüge.


Die vergangenen Tage waren anstrengend gewesen, sowohl physisch (packen, putzen, tragen) wie auch psychisch (traurige Abschiede). Jonas z. Bsp. schlief einmal während der Mittagsruhe ein (ein Novum)...


und Loris hat grundsätzlich eine schwierige Zeit, musste viel weinen und bekam sogar noch Fieber. Besonders der sehr traurige Abschied vom Päiväkoti hatte Spuren hinterlassen.


Trotz allem versuchten wir den Jungs ein noch möglichst unbeschwertes Programm zu bieten.


Unter anderem holten wir nach einem Monat endlich den 1. August nach, ...


vorher war es wegen Mangel an Dunkelheit schlicht nicht möglich gewesen.


Und natürlich genossen wir die letzten Stunden an den Seen.


Für Christian gab es noch ein besonderes Leckerbissen, denn er war zu einer Karonkka (Doktorfeier) eingeladen und konnte sich da von all seinen Mitarbeitern verabschieden. Die Aufmachung war für den Mode-Muffel zwar etwas ungewohnt (Anzüge sind Pflicht an solchen Anlässen), aber das Fest war toll und die Nacht sehr lang.


Unser letzter Besuch galt der von Jonas und Loris heiss geliebten Babysitterin Riikka, die in der Nähe des Sommerhauses lebt. 


Am Anfang waren die beiden Jungs zwar noch etwas scheu, aber bald legte sich das und sie verabschiedeten sich herzlich von ihr.
 
Ja, und heute war es soweit, unser letzter Tag in Finnland war gekommen. Doch gross Zeit für Sentimentalitäten gab es nicht, zu viel Arbeit lag noch noch vor uns. Währenddem sich Jonas und Loris Kinderfilme anschauten, ...
 
 

räumte Susanne das Sommerhaus auf und füllte Christian das Auto. Unsere Planung war gut gewesen, es hatte genügend Platz für alles.


Damit konnte das letzte grosse Abenteuer dieses Lebensabschnitts losgehen: Die, je nachdem, kurze oder lange Reise zurück in den Süden, in die Schweiz.

Mittwoch, 31. August 2011

Packen und Putzen

Jetzt galt es also Ernst, unsere Zeit an der Puistokatu in Jyväskylä war leider abgelaufen. Inzwischen waren wir mit unserem Reisegepäck ins Stadtsommerhaus unserer Vermieter gezügelt. Jonas und Loris gingen 3 Tage ins Päiväkoti, und Susanne und Christian machten sich ans Werk. Für unsere Sachen hatten wir einen Transport organisiert, wir mussten also als Erstes unseren Haushalt ausmisten. Der Plan war es, fast keine Möbel (wir besassen ja fast keine), dafür möglichst alle Spielzeuge, Bücher und Kleider mitzunehmen. Feinsäuberlich bereitete wir alles für die Zügelfirma vor.


Dann kamen unsere beiden schweigenden Zügelmänner und machten sich ans Werk.


Zu Beginn war ihr Tempo beeindruckend, doch die Fahrräder und die Gegenstände der Küche (die sie alle einzeln in Papier einwickelten) benötigten dann doch mehr Zeit.


Nach 1.5 h war alles fertig, 45 Zügelschachteln diverser Grösse (inkl. 3 Fahrräder) standen bereit. Geplant waren eigentlich 4 Kubikmeter, aber es wurden schliesslich 5 daraus.


Dann wurde das Ganze in den Lastwagen verfrachtet und wir verabschiedeten uns für ein paar Wochen von unserem Haushalt.


Am gleichen Tag ging Christian noch mit Freunden und einem ausgeliehenen Anhänger (den in Finnland jeder Sommerhaus-Besitzer hat) ein paar alte Möbel entsorgen. Der grosse, hässliche und viel zu weiche Sessel stand nur ein paar Tage in unserer Wohnung, den Rest der Zeit verbrachte er im Estrich.


Heute Mittwoch musste die Wohnung noch geputzt werden. Keine schöne Vorstellung bei 120 m2 Wohnfläche, aber zum Glück sind die Ansprüche in Finnland nie so hoch wie in der Schweiz. Für den Wohnungsputz hatten wir in die Trickkiste gegriffen und eine erfahrene rumänische Putzfrau (inklusive Ausrüstung) im Stundenlohn angestellt. Zu dritt kamen wir rasant vorwärts, und nach nicht mal 4 Stunden hatten wir das Ganze hinter uns gebracht.


Weil wir so schnell gewesen waren, hatten wir noch genügend Zeit, uns von der Stadt gebührend zu verabschieden, bevor wir die Kinder in der Krippe abholten. Wir fuhren zum Aussichtsturm und genossen wehmütig die letzte Aussicht auf unsere liebgewordene Heimat.

Sonntag, 28. August 2011

Letzte Tage

Morgen geht's los, die Koffer werden gepackt und bald heisst es Abschied nehmen von unserer neuen Heimat, unserer Wohnung und unseren Freunden. Den Kindern und unseren Nerven zu liebe versuchten wir aber, diese Zeit möglichst ruhig und normal anzugehen. Hier einige Eindrücke von den letzten 4 Tagen.

Für unsere finnischen Freunde wollten wir eine Abschieds- und Adressänderungskarte erstellen. Die Aufnahmen für das dazugehörende Foto waren allerdings eher schwierig, denn Jonas und Loris stritten sich andauernd darum, wer welche Flagge halten darf. Irgendwann, nach vielen Tränen, gelang es aber doch noch:


Jonas und Loris verbringen momentan viele Tage im Päiväkoti. Einerseits sollen sie die verbleibende Zeit noch voll ausnützen, anderseits können Susanne und Christian so den Umzug in Ruhe vorbereiten.


In den letzten Wochen hatte es auch ein paar Geburten in unserem Freundeskreis gegeben, und die Neugeborenen wollten wir natürlich vor unserer Abreise noch sehen. Laura zum Beispiel wurde gerade zum zweiten Mal Mutter einer kleinen Tochter.


Deren Schwester Jade ist eine alte Päiväkoti-Freundin von Jonas.


Ein eigentliches Abschiedsfest liessen wir bleiben, aber die deutschsprachige Spielgruppe, die Jonas und Loris regelmässig besuchten, luden wir in unserer Wohnung zu Spiel, Kaffee und Wein ein. Wegen uns (und der Familie Meier) wechselte die Spielgruppe einst ihren Namen, von "Deutsch" auf "deutschsprachig".


Eigentlich hatten wir uns ja vorgenommen, diesen Sommer viel in den Nationalparks wandern zu gehen. Aber wegen unseren vielen Reisen (die zum Teil auch Wanderungen beinhalteten) kamen wir bisher nicht dazu. Dieses Wochenende, an dem es sommerlich warm war, holten wir es nach, und machten uns auf zum Nationalpark Leivonmäki.


Sogar Loris wollte ein paar Schritte zu Fuss gehen, ...


bevor er zum letzten Mal das finnische Strandleben genoss.


Jonas bewältigte die 6 km lange Strecke ohne Probleme und Murren.


Zuletzt lösten wir noch das Versprechen ein, dass die Kinder noch einmal das HopLop, den grossen Indoor-Spielplatz, besuchen durften.


Die Freude war riesig...


Eigentlich ist das HopLop ja ideal für eiskalte Wintertage, aber für einmal drückten wir ein Auge zu, obwohl draussen die Sonne schien. Und die Jungs genossen es...


in vollen Zügen.