Jetzt galt es also Ernst, unsere Zeit an der Puistokatu in Jyväskylä war leider abgelaufen. Inzwischen waren wir mit unserem Reisegepäck ins Stadtsommerhaus unserer Vermieter gezügelt. Jonas und Loris gingen 3 Tage ins Päiväkoti, und Susanne und Christian machten sich ans Werk. Für unsere Sachen hatten wir einen Transport organisiert, wir mussten also als Erstes unseren Haushalt ausmisten. Der Plan war es, fast keine Möbel (wir besassen ja fast keine), dafür möglichst alle Spielzeuge, Bücher und Kleider mitzunehmen. Feinsäuberlich bereitete wir alles für die Zügelfirma vor.
Dann kamen unsere beiden schweigenden Zügelmänner und machten sich ans Werk.
Zu Beginn war ihr Tempo beeindruckend, doch die Fahrräder und die Gegenstände der Küche (die sie alle einzeln in Papier einwickelten) benötigten dann doch mehr Zeit.
Nach 1.5 h war alles fertig, 45 Zügelschachteln diverser Grösse (inkl. 3 Fahrräder) standen bereit. Geplant waren eigentlich 4 Kubikmeter, aber es wurden schliesslich 5 daraus.
Dann wurde das Ganze in den Lastwagen verfrachtet und wir verabschiedeten uns für ein paar Wochen von unserem Haushalt.
Am gleichen Tag ging Christian noch mit Freunden und einem ausgeliehenen Anhänger (den in Finnland jeder Sommerhaus-Besitzer hat) ein paar alte Möbel entsorgen. Der grosse, hässliche und viel zu weiche Sessel stand nur ein paar Tage in unserer Wohnung, den Rest der Zeit verbrachte er im Estrich.
Heute Mittwoch musste die Wohnung noch geputzt werden. Keine schöne Vorstellung bei 120 m2 Wohnfläche, aber zum Glück sind die Ansprüche in Finnland nie so hoch wie in der Schweiz. Für den Wohnungsputz hatten wir in die Trickkiste gegriffen und eine erfahrene rumänische Putzfrau (inklusive Ausrüstung) im Stundenlohn angestellt. Zu dritt kamen wir rasant vorwärts, und nach nicht mal 4 Stunden hatten wir das Ganze hinter uns gebracht.
Weil wir so schnell gewesen waren, hatten wir noch genügend Zeit, uns von der Stadt gebührend zu verabschieden, bevor wir die Kinder in der Krippe abholten. Wir fuhren zum Aussichtsturm und genossen wehmütig die letzte Aussicht auf unsere liebgewordene Heimat.

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