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Donnerstag, 25. August 2011

Museot

Ein paar wenige Prominente gibt es, die aus Jyväskylä stammen, oder einen grossen Teil ihres Lebens hier verbracht haben: Z. Bsp. Matti Nykänen, ehemaliger Skisprung-Star, Tommi Mäkinen, 4-facher Rallyweltmeister, oder Matti Vanhanen, Finnlands Premierminister von 2003 bis 2010. Der berühmteste ist aber Alvar Aalto (1898-1976), einer der grossen Architekten des 20. Jahrhunderts. Und natürlich gibt es in Jyväskylä ein Museum, dass ihm gewidmet ist (und übrigens von ihm selbst entworfen worden ist). Schon etwas peinlich, dass wir es in mehr als 3 Jahren nie geschafft hatten, das Museum zu besuchen. Aber noch blieben ja ein paar Tage, und so holte heute Christian das Verpasste nach.
 
 

Aalto ist allerdings nicht nur berühmt wegen seines unverkennbaren klassischen und funktionalistischen Architekturstils, sonder auch wegen seiner Arbeit als Designer. So entwarf er u.a. Stühle...


Vasen, ...


 und anderes Geschirr.


Hättest Du z. Bsp. gewusst, dass dieser omnipräsente und stapelbare Stuhl von Alar Aalto entworfen wurde?


Gleich gegenüber befindet sich das Museum von Zentralfinnland, dem Christian auch noch einen Besuch abstattete. Prunktstücke sind dabei sicher die 2 detailgetreuen Reliefs, eines zeigt Jyväskylä im Jahre 1950, ...


das andere im 19. Jahrhundert.


Nach dieser mehrstündigen Kunst- und Kulturlektion ging es aber wieder zurück zu Handgreiflicherem: Es muss weiter ausgemistet und gepackt werden, schliesslich kommt in ein paar Tagen ein Lastwagen, der unsere Sachen abholt.

Montag, 7. März 2011

Nur für Schwindelfreie

Gefährlich war es geworden in letzter Zeit. Nach einer längeren wärmeren Periode mit Temperaturen im tiefen Plusbereich während des Tages hingen die Schneemassen an den Rändern der Dächer. Immerhin hatten wir diesen Winter kumulativ über 1 Meter Schnee, und der drohte nun, zum Teil in Form von Eiszapfen, vom 5. Stok in den Bereich vor den Eingang zu fallen.

Doch heute kamen sie, die Männer mit dem riesigen Liftkran.


Währenddem der eine auf schwindelerregender Höhe das Dach vom Schnee befreite, räumte der andere unten den Schnee weg und passte auf, dass niemand unter den Schnee geriet.


Nur schade, dass alle unsere schönen Eiszapfen nun weg sind.


Der Mann war mit einem Seil am Kran gesichtert, im Gegensatz zu dem, den wir letztes Jahr filmten.

Donnerstag, 25. November 2010

Jokioinen

In Finnland gibt es nicht viele alte Häuser. Die alt-finnische Architektur basierte fast nur auf Holz, und das hat sich in Zusammenhang mit Feuer nicht immer als ideal erwiesen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Finnen in recht viele Kriege involviert waren, meist als Spielball der grossen Mächte Schweden, Russland und Deutschland. Zum Beispiel, als Finnland sich am Ende des zweiten Weltkrieges vom vorherigen Verbündeten Deutschland abwandte, zogen sich letztere durch Lappland zurück und verwüsteten die ganze Region. In Rovaniemi gibt es daher fast keine Gebäude mehr, die älter als 65 Jahre sind...

Diese Woche hatte Christian aber die Gelegenheit, sich ein paar alte Gebäude anzusehen, und zwar in Jokioinen, im Südwesten von Finnland. Dort weilte er nämlich für ein 4-tägiges Symposium. Das  kleine Kaff, gelegen am dreckigen Fluss Loimijoki, ist wahrlich keine Schönheit.


Aber in Jokioinen gibt es eine alten Gutshof mit dem gleichen Namen, der im Jahre 1562 gegründet wurde. Die meisten Gebäude, die noch stehen, sind über 200 Jahre alt



Das Prachtstück ist sicher der 1810 gebaute Getreidespeicher mit dem wunderschönen Uhrturm mit der nicht mehr funktionierenden Uhr.


Aber auch die anderen Gebäude lassen sich sehen, und sind inzwischen total umfunktioniert. Im gelben Gebäude unten zum Beispiel befindet sich jetzt eine Autogarage.


Der Gutshof gehört heute dem finnischen Staat. Eingemietet hat sich das MTT, das finnischen Institut für Landwirtschaft und Ernährung. Wenn man dort einen wichtigen Posten besetzt, darf man im 1802 fertiggestellten Hauptgebäude arbeiten.


Das Symposium mit dem ziemlich wilden Abendprogramm (nicht für Christian, der hatte sich dank Loris stark erkältet) fand auf dem Gelände des MTT's statt. Mittagessen gab es im ehemaligen Pferdestall (unten).

Dienstag, 31. August 2010

Eko day out

Betriebsausflug bei Christian's Abteilung (Eko). Ziel war die Umgebung von Korpilahti, etwa 40 km südlich von Jyväskylä gelegen. Als Erstes stand eine Wanderung am Vaarunvuroi auf dem Programm, natürlich mit Würste braten...


und Aussicht auf den Päijänne.


Am Abend waren dann die 35 Ökologie- und Evolutionsforscher ganz bei Professor Janne Kotiaho eingeladen. Dieser hat ein verrücktes Hobby: In einem Walstück an einem kleinen See in der Nähe von Korpilahti sammelt er alte Häuser. Er kauft sie irgendwo in Finnland, zerlegt sie in Einzelteile und setzt sie dann zuhause wieder zusammen. Da die Häuser nicht mehr in bestem Zustand sind, kauft er meist gleich 2 des gleichen Typs, damit er Ersatzteile hat. Das riesige Wohnhaus wurde anno 1895 gebaut, ...


die kleine Hütte daneben stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert.


Höhepunkt des Abends war aber das Nachtessen. Janne hatte eigens für uns ein traditionelles Rosvopaisti zubereitet. Bei einem Rosvopaisti wird Fleisch, verpackt in Backpapier und Zeitung, und vergraben in Sand unter einem Feuer, stundenlang niedergegart. In unserem Fall waren es 8 Stunden. Dann kam der grosse Moment, das Fleisch wurde ausgegraben.


4 grosse Wildschweinschultern mit einem Totalewicht von 15 kg kamen zum Vorschein.


Und es schmeckte herrlich, vor allem ganz frisch. Für Christian ging ein Traum in Erfüllung, zwei Jahre lang hatte er auf ein richtiges Rosvopaisti gehofft.


Danach ging es noch in die Rauchsauna (die ebenfalls 8 Stunden vorher angefeuert werden musste) am privaten Strand, und dann neigte sich dieser schöne Tag schon dem Ende zu.