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Dienstag, 12. Oktober 2010

Wenn der Herbst mit dem Winter

In Jyväskylä beginnen nächste Woche die Herbstferien, wir verschwendeten bisher also eigentlich noch keine Gedanken an den Winter. Als wir aber heute Morgen aufstanden und zum Fenster rausschauten, mussten wir feststellen, dass es in der Nacht geschneit hatte!


Wir wussten nicht so recht, ob wir uns über das abrupte Ende des Herbstes ärgern oder uns über den ersten Schnee freuen sollten. Die beiden Buben hingegen waren völlig aus dem Häuschen. So musste der Schnee vom Fenstersims ganz genau untersucht werden.


Im Päiväkoti (Krippe) sah es dann noch weisser aus, sicher freuten sich schon alle Kinder auf das Spielen im Freien. Und so schneite es weiter bis am Nachmittag, zum Teil intensiv.


Und weil die Wetterprognose in den kommenden Tagen noch mehr Schnee voraussagten und wir mit unserer in Kürze erwarteten Besucherin vielleicht am Wochenende einen Ausflug machen wollen, entschloss sich Christian, noch am gleichen Tag die Winterreifen mit Spikes montieren zu lassen. Beim Warten auf das Auto machte er einen kleinen Spaziergang in der Nähe der Garage...


und bestaunte die einmalige Mischung zwischen Herbst und Winter.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Punakärpässieni

Jetzt sind sie wieder überall anzutreffen, die Fliegenpilze (Punakärpässieni) mit dem schönen lateinischen Namen Amanita muscaria.


Habt ihr gewusst, ...
  • dass der Fliegenpilz praktisch nur unter Birken und Fichten wächst?
  • dass er mit den Birken eine Symbiose eingeht, wobei er Salze und Wasser liefert, und im Gegenzug Kohlenhydrate erhält?
  • dass der Fliegenpilz nur leicht giftig ist und man "erst" bei der Einnahme von 1 kg oder 10 ausgewachsenen Pilzen mit tödlichen Folgen rechnen muss?
  • dass es Leute gibt, die ihn zwecks Berauschung zu sich nehmen?
  • dass er auch als Speisepilz verwendet wird? Das Gift befindet sich vor allem in der roten Haut und ist wasserlöslich.
  • dass er seinen Namen von seiner Funktion als Fliegenfänger hat? Dabei legt man Stücke des Pilzes in gezuckerte Milch ein. Die Fliegen überleben diesen tödlichen Cocktail nicht...


Aber eigentlich kann uns das ja alles egal sein. Fakt ist, er ist einfach wunderschön.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Herbstspaziergang

Zum Leidwesen der arbeitenden Bevölkerung herrschte diese Woche prächtiges Wetter - bis zum Wochenende, da wurde es grau. Das Gute am Herbst ist aber, dass er auch bei diesem Wetter schön ist, dank den farbigen Bäumen. Heute machten wir uns auf zu einem kleinen Herbstspaziergang am Tuomiojärvi, nur 10 Gehminuten von unserem Haus entfernt.

 

Was als kurzer Ausflug gedacht war, endete schliesslich in einem mehrstündigen Spaziergang mit vielen Zwischenstopps.


Inzwischen sind nicht nur die Blätter der Bäume verfärbt...

 

sondern sie fallen auch in grossen Mengen zu Boden.


Ideal zum Spielen...


Allerdings sah man auch überall noch Blumen, die am Blühen waren.



Am Ende des Spaziergangs vergnügten wir uns noch auf einem Spielplatz...


und endlich durfte auch Loris, der lange im Kinderwagen geschlafen hatte, ein wenig Herbstluft schnuppern. Wie man sieht, ist es bei uns kalt geworden, aber in den Winterjacken sind wir noch nicht unterwegs.


Zum Schluss noch ein kleines Highlight...


aber dann wollten wir definitiv zurück in warme Wohnung. Kaum zu glauben, dass wir vor eineinhalb Monaten noch im See badeten.

Freitag, 1. Oktober 2010

Syksy

Inzwischen ist auch bei uns in Jyväskylä der Herbst (Syksy) angekommen.


Zu dieser Jahreszeit stellt man immer wieder überrascht fest, wie grün die Hauptstadt Zentralfinnlands eigentlich ist.


Ruska nennt man es hierzulande, wenn die Bäume...


und Sträucher ihre prächtigen Herbstfarben präsentieren.


Und auch der Nebel am Morgen gehört natürlich dazu, inzwischen sinken die Temperaturen bei klarem Himmel in der Nacht wieder gegen Null. Diese Woche mussten wir sogar das erste Mal die Autoscheibe frei kratzen...

Dienstag, 28. September 2010

Fahrt durch den Herbst

Fahrt durch den Herbst, irgendwo zwischen Jyväskylä und Kuopio.

 

(siehe auch: Sommer, Winter)

Montag, 27. September 2010

Lieblingszeit- und stadt

Dieses Jahr waren wir noch nie (oh Wunder) in unserer finnischen Lieblingsstadt Kuopio. Dies sollte sich aber jetzt ändern. Wie immer warteten wir, bis sich das Wetter von seiner besten Seite präsentierte, und machten uns auf den Weg. Die wunderschönen 150 km in den Nordosten fuhren wir ohne Zwischenhalt, damit Loris seinen wohlverdienten Mittagsschlaf abhalten konnte. 

Und natürlich fuhren wir  fast direkt zum Puijo, dem 75m hohen Turm auf dem gleichnamigen Hügel.

 

Die Aussicht vom Turm ist unserer Meinung nach etwas vom Feinsten, was Finnland zu bieten hat. Fast 360°C nur Wasser und Inseln. Dabei sieht man nur einen einzigen See, den Kallavesi.


Ok, für die Jungs ist das vielleicht nicht so attraktiv, aber sie hatten trotzdem ihren Spass.


Danach fuhren wir zu unserem Hotel und durften erfreut feststellen, dass wir ohne Aufpreis in einer "Suite" übernachten durften. Ok, das Hotel war nicht speziell toll und der Suite hätten einige zusätzliche Fenster nicht geschadet, aber immerhin hatten wir 2 Zimmer und damit etwas einfachere Verhältnisse beim Schlafengehen.


Als nächstes gingen wir zu Fuss/im Kinderwagen/per Trotinett zum Hafen, ...


genossen die Sonne und den Ausblick auf den tiefblauen Kallavesi.


Leider ist es im Moment aus diversen Gründen mit Jonas und Loris extrem anstrengend, im Restaurant zu essen. Daher versuchten wir, es möglichst schnell hinter uns zu bringen, und machten uns danach nochmals auf den Weg zum Puijo. Den Sonnenuntergang hatten wir zwar knapp verpasst und der Trum war bereits geschlossen, aber trotzdem war die Stimmung eindrücklich.


Am zweiten Tag unseres kleinen Auflugs erkundeten wir die Stadt, ...

 

gingen auf den Markt,...

genossen die Herbststimmung...


und besuchten auf ausdrücklichen Wunsch von Jonas das Automuseum. In der kleinen, aber feinen Ausstellung gab es etwa 20 uralte bis alte Autos zu bewundern, wie hier diesen roten Fiat 600.


Dann machten wir uns bereits auf den Heimweg, denn wir hatten beschlossen, eine etwas längere Route zurück zu nehmen und ein paar Zwischenstopps zu machen. Wie hier zum Beispiel am nördlichen Konnevesi...


und am Hafen von Konnevesi selbst.


Inzwischen befinden wir uns mitten im Herbst. Die Birken, die sich wie immer als letzte dem kühler werdenden Wetter widersetzen, sind fast alle schon gelb. Jetzt wissen wir, dass es nur noch ein paar Wochen dauert, bis alle Bäume ihre Blätter verlieren und der dunkle, graue und kalte Spätherbst (oder eher Frühwinter) beginnt. Aber uns ist es egal, bei diesem Wetter geniessen wir einfach die herrliche Herbststimmung mit den farbigen Wäldern, der klaren Luft und dem ewigen Abendlicht. Wenn sich am Abend die Birken von Gelb in Gold verwandeln, dann halten wir es wie Andrew Bond und singen laut: "De Herbscht isch oisi Lieblingsziit".


Dann war sie aber leider schon vorbei, unsere kurze, aber tolle fast wolkenfreie Reise. Genug der Superlativen, morgen ist wieder Alltag angesagt.

Montag, 13. September 2010

Rovaniemi, Tag 3

An unserem letzten Tag in Rovaniemi herrschte tristes Herbstwetter, ...



daher beschlossen wir, etwas für unsere Bildung zu tun und machten uns auf den Weg zum Arktikum. Dort hat es neben kleineren, temporären Ausstellungen auch 2 grosse Museen, das arktische Zentrum und das Provinzmuseum Lappland.


Ersteres ist zwar unserer Meinung nach etwas touristisch und pathetisch gemacht, aber trotzdem empfehlenswert. Hier kann man unter anderem Polarlichter liegend betrachten...


oder einen Eisbär in Originalgrösse treffen.


Das Lappland Museum gefiel uns besonders gut, es war eine richtig gelungen Mischung aus Natur-, Geschichte- und Gesellschaftsausstellung.


Währenddem Loris von unserem Museumstag verständlicherweise nicht wirklich begeistert war, brachten wir Jonas kaum mehr aus dem Gebäude. Doch nach mehreren Stunden (!) hatten seine Eltern dann auch mal genug und wir liefen zurück in die Stadt...


durch den farbenprächtigen und nassen Herbst.


Am Abend gingen wir noch Chinesisch essen...


und machten uns dann auf den Weg zum Bahnhof, schliesslich wollten wir unseren Nachtzug zurück in den Süden nicht verpassen. Diesmal bekam sogar Loris alles mit und durfte seinen Nachtschoppen im Schlafwagen trinken.


9 Stunden später trafen wir noch vor 6 Uhr morgens in Tampere ein und mussten dort 2 Stunden Zeit totschlagen, weil es noch keinen Zug nach Jyväskylä gab. Kein Problem für unsere Jungs, sie waren schon wieder topfit.


Unser Nachtzug-Abenteuer und verlängertes Wochenende im Norden war damit schon wieder vorbei. Es war ein gelungener Ausflug gewesen, und Jonas und Loris (der im Moment nicht ganz einfach ist) hatten das Ganze mit Bravour gemeistert, auch die anstrengende Reise.

Samstag, 11. September 2010

Rovaniemi, Tag 2

Am 2. Tag unseres kleinen Abenteuers im wirklich hohen Norden fuhren wir mit dem Bus an den Polarkreis, auf finnisch Napapiiri. Wir waren auf alles gefasst: man sagt, dass dies der einzige Ort in Finnland sei, der extrem touristisch und kommerziell ist. Aber was soll man machen, etwa nicht an den Polarkreis fahren, wenn man schon in Rovaniemi ist? Ausserdem wohnt doch hier der Weihnachtsmann.


In Napapiiri war es dann wirklich sehr touristisch, aber da es fast keine Leute hatte, war es gar nicht so schlimm. Wir schlenderten durch die unzähligen Souvenirläden, schrieben Postkarten, bekletterten den Polarkreis...


und spielten natürlich auf dem Spielplatz.


Und dann war es soweit, wir trafen den echten Weihnachtsmann. Das war ganz lustig, und wir hatten uns fest vorgenommen, keines dieser völlig überteuerten Bilder zu kaufen. Schliesslich taten wir es dennoch, wir konnten einfach nicht widerstehen. Achtung, grosse Kitschgefahr!


Am Polarkreis ist der Herbst schon viel weiter fortgeschritten als bei uns im "Süden".


Lappland ist ja bekannt für seine Herbstfarben (auf finnisch Ruska). Weil es weniger Bäume gibt als bei uns, sieht man auch zusätzlich die Farben der Bodenvegetation. Jetzt, Mitte September, ist die Ruska zwar noch nicht in ihrer ganzen Pracht, trotzdem zeigt sich der Herbst von seiner schönen Seite.


Die Kinder wurden immer müder, und die Erwachsenen immer hungriger, und so fuhren wir wieder mit dem Bus durch die Wälder zurück in die Stadt. Am späteren Nachmittag besuchten wir noch einen Spielplatz, wo man ein batteriebetriebenes Quad (Mönkijä) billig mieten konnte.


Nach dem Abendessen nahmen Jonas und Loris noch ein Bad in der Badewanne. Dies ist insofern besonders, weil es in Finnland kaum Badewannen gibt und wir sie sehnlichst vermissen. Ganz selten haben wir in einem Hotel die Möglichkeit dazu.