Mittwoch, 30. September 2009

Herbstwanderung

Am Montag Abend trafen Vreni und Kurt, die Grosseltern von Jonas und Loris, bei uns ein. Am Dienstag verbrachten sie den Tag noch grösstenteils zu zweit, heute aber war der erste Ausflug geplant. Mit Jonas, aber ohne Susanne und Loris, ging es Richtung Norden zum 80 km entfernten Pyhä-Häkki Nationalpark. Eigentlich hatten wir ja schon letztes Jahr geplant, mit den Fischers dorthin zu gehen, leider mussten wir damals wegen einer Erkältung von Jonas kurzfristig absagen.


Charakteristisch für den 13 km2 grossen Park sind die uralten Waldvorkommen und die ständigen Wechsel zwischen verschiedenen Waldtypen und Mooren.


Christian trug den 17 Kilo schweren Jonas meist im Tragrucksack (die 6.5 km wären definitiv zu viel für ihn gewesen), doch ab und zu liess sich Jonas doch dazu motivieren, eine grössere Strecke zu Fuss zu gehen. Zwischendurch legten wir wohlverdiente Pausen ein.


Durch fast den ganzen Kiefernwald lief Jonas selber dem Grossvater und Vater hinterher.


Auch ein Merkmal des Nationalparks: Die vielen "Äntliwägli" (Duckboards), Stege, die über das Moor führen, damit man nicht darin versinkt.


Zu viert erlebten wir einen wunderschönen und friedlichen Tag in der Natur, unterbrochen nur von einer grossen Krise unseres Sohnes, bedingt wohl durch die Kombination von Hunger und eiskalten Händen. Jonas hatte sich zwischendurch geweigert, etwas zu essen und die Handschuhe anzuziehen...


Müde und abgekühlt kamen wir nach 3 Stunden Fussmarsch wieder beim Auto an. Sogleich machten wir uns auf den Heimweg und genossen auf der Fahrt die herrliche Herbststimmung. Unterwegs machten wir einige Fotostopps, wie hier am Pyhäjärvi...


und am Koululampi.


Zu Hause wurden wir von den Daheimgebliebenen erwartet. Und weil Susanne den ganze Tag zu Hause verbracht hatte, durfte sie am Abend mit ihren Eltern, und ohne ihre Männer, fein Essen gehen.

Dienstag, 29. September 2009

Neuvola

Eine der herausragenden Dienstleistungen des finnischen Staats ist es, die medizinische Grundversorgung für jedermann und jedefrau praktisch gratis (natürlich durch Steuern finanziert) anzubieten. Familien und Kinder werden dabei besonders unterstützt. Die Neuvolat, die Familien-Gesundheitszentren, spielen dabei eine zentrale Rolle. 12 dieser Zentren gibt es in Jyväskylä und sie haben einen guten Ruf bei der Bevölkerung. Die Neuvolat kann man am ehesten mit der Mütterberatung in der Schweiz vergleichen, nur sind die Besuche "obligatorisch" und ausserdem sind nicht nur Hebammen und Kinderschwestern, sondern auch Frauen- und Kinderärzte präsent.

Heute machten wir mit Loris unseren 2. Besuch bei der Neuvola, nur 5 Gehminuten von unserer Wohnung entfernt. Schlafend wurde er warm eingekleidet...


im Gesundheitszentrum sofort wieder ausgezogen, ...


sein Gewicht bestimmt, ...


und dann von unserer Betreungsperson Eliisa gründlich untersucht. Alles in Ordnung bei Loris!


Dann diskutierten wir mit Eliisa so gut wie möglich, wie wir weiter mit Stillen und Hygiene vorgehen sollen. Gar nicht so einfach mit einer Frau, die kein Wort Englisch, dafür aber Finnisch wie ein Maschinengewehr spricht.

A propos Neuvola, hier noch eine kleine Anekdote: Im Juli gingen wir mit Jonas dorthin, um den obligatorischen 2.5 Jahre Entwicklungstest zu machen. Jonas machte seine Sache sehr gut und meisterte die meisten Spiele mit Bravour, auch mit finnischen Instruktionen. Unter anderem standen Zeichnen, Holzklötzchen aufeinenderstellen und Fussball spielen auf dem Programm. Nach dem Tschutten gab ihm die Betreuerin einen Teddybär und sagte ihm, er solle ihn doch ins Bett legen und zudecken. Jonas warf das Stofftier auf den Boden und kickte es mit einem lauten Jauchzer durch den ganzen Untersuchungsraum. Ganz immer scheint das mit der finnischen Sprache also nicht zu klappen...

Sonntag, 27. September 2009

Laajavuori

Bevor bald die Grosseltern eintrudeln, um ihren jüngsten Enkel zu bewundern, wollten wir noch ein wenig die Zeit zu viert geniessen und beschlossen, einen kleinen Ausflug ins nahe gelegene Laajavuori zu machen. Am Rande von Jyväskylä am Tuomiojärvi gelegen, ist es lokal bekannt für sein "Skigebiet" und die Wander- und Langlaufstrecken.


Leider hatte Jonas gleich bei der Ankunft seinen grossen Aussetzer. Zuerst wollte er nicht aus dem Auto, dann wollte er nicht zu Fuss gehen, und zuletzt wollte er natürlich einen anderen Weg nehmen als wir. Sicher eine halbe Stunde dauerte das Drama, bevor ihn Susanne irgendwie wieder beruhigen konnte. Von da an hatten wir einen wunderschönen Tag. Wir spazierten auf direktem Weg durch die schöne Herbstlandschaft zum Vuorilampi, dem kleinen See gleich am Fusse des Berges.


Hier assen wir einen kleinen Snack, warfen Steine ins Wasser und bestiegen, als Höhepunkt des Tages, die Gipfel der Region bzw. der Felsen, die sich Nahe des Sees befanden.


Die Aussicht von dort oben sah dann so aus.


Bald machten wir uns wieder auf den Rückweg, denn die nächste Raubtierfütterung war angesagt. Noch ist unser Bewegungsradius wirklich klein, doch auch so kann man den Herbst ein wenig geniessen.

Samstag, 26. September 2009

Erster Ausgang

Unser kleiner Loris hält sich weiterhin wacker. Zwar schläft er immer noch viel...


ist aber auch immer öfters wach. Streng und schön ist unser Leben momentan, ersteres besonders dann, wenn Loris nicht richtig schlafen will in der Nacht, denn ab 6h30 will sein grosser Bruder wieder Action haben.


Nachdem wir am Donnerstag unseren ersten Besuch empfangen hatten, wagten wir es heute, erstmals als vierköpfige Familie ausser Haus Nachtessen zu gehen. Die Familie Meier hatte uns eingeladen. Wir trafen uns im Mäki-Matti Familienpark, liessen die Kinder dort spielen und spazierten dann später zu Meiers' neuer Wohnung im Stadtzentrum.


Der Abend war sehr schön, das Raclette gut (nur Christian M. bekam es gar nicht...) und die Kinder zwar laut und wild, aber trotzdem meistens zufrieden. Zum Abschluss des Abends durften dann Selina, Jonas und Michelle noch Loris in ihren Armen halten. Besonders Selina schien das viel zu bedeuten, sie war echt gerührt.


Dann fuhren wir wieder nach Hause - gespannt darauf, was wohl die nächste Nacht wieder bringen würde.

Freitag, 25. September 2009

Autoja

Klar, Jonas interessiert sich schon lange für alles, was Räder hat. In letzter Zeit wurde das aber immer extremer und schon bald wollte er sich die meisten Autos (Autoja) von hinten, von vorne und von innen anschauen. Bald kannte er die wichtigsten Automarken. Richtig besessen wurde er aber vom Ganzen, als er sich im nahegelegenen Supermarkt eine Ausgabe des Autopokkari, des grössten finnischen Occasions-Magazins, schnappte.

http://www.autokanta.com

Zuhause öffnete er das Magazin, zeigte auf einen Mercedes und sagte "Das isch en Mercedes". Dies wiederholte er mit allen erdenklichen Automarken. Wir staunten. Jonas' Trefferquote lag bereits am Anfang nahe bei 100%, obwohl man die Automarkensymbole zum Teil gar nicht sehen kann, weil die Wagen von der Seite abgebildet sind. Und so kommt es, dass wir seit ein paar Wochen praktisch nur noch dieses Occasionsmagazin anschauen - auch als Gute Nacht Geschichte. Will man irgendwohin zu Fuss gehen, muss man viel Zeit einberechnen, denn schliesslich muss fast jedes einzelne Objekt mit Rädern studiert und bestimmt werden.


Seine neuste Lieblingsbeschäftigung ist ein Auto-Memory, dass er von der Familie Meier bekommen hat.


Hier kennt er nun nicht nur alle Automarken, sondern teilweise auch die Modelle. Kennt ihr den Unterschied zwischen einem Audi R8 und einem Audi Q7? Nein? Keine Angst, unser 2.5 jähriger Sohn erklärt es Euch.


(Susanne und Loris hingegen scheint das nicht so sehr zu faszinieren).

Donnerstag, 24. September 2009

Jonas Session

Da Christian und Jonas in letzter Zeit viel zu zweit unterwegs waren, sind einige Porträts von unserem grossen Kleinen entstanden. Hier eine kleine Auswahl...


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Jonas meistert die Sache gut. Zu seinem kleinen Bruder ist er extrem lieb und zärtlich, aber trotzdem spürt man ihm die Veränderung an, die für ihn mehrheitlich daraus besteht, dass seine Mama nicht mehr immer zur Verfügung steht. Er ist momentan sehr nahe am Wasser gebaut. Heute Abend kam es dann auch zum grossen (Nerven)Zusammenbruch des kleinen Jonas. Anscheinend hatten sich so viele Emotionen gestaut (die er meist tapfer ertrug), dass er für eine Stunde lang nicht mehr zu beruhigen war. Vielleicht musste es einfach mal raus.

Mittwoch, 23. September 2009

Yriönkatu

Das Klima wird rauher: Der Wind dreht auf und die Temperaturen fallen, wie das Beispiel unten von heute morgen früh zeigt.


Trotzdem, der Herbst hier im Norden ist dank den Bäumen einfach magisch. Ruska nennt man das. Auch hier in der Stadt, wo der Anteil von Ahorn sehr gross ist.


Hier einige Bilder von der Yriönkatu in der Nähe von unserer Wohnung.


Währenddem die Birken dem Herbst noch trotzen, verfärben sich die Ahornblätter langsam von grün über gelb und orange in rot, bevor die Blätter abfallen.

Dienstag, 22. September 2009

Baustelle

Schock für Jonas. Der Zugang zur Schaukel, seinem Lieblingsspielgerät im nahe gelegenen Spielplatz, ist abgesperrt. Der Spielplatz wird ausgebaut.


Da nützt es auch nichts, dass sich hinter der Absperrung ein toller Bagger befindet. Die Tränen konnte er nicht mehr zurückhalten.

Montag, 21. September 2009

Baden

1 Woche alt ist unser Piccolino jetzt schon, Zeit für sein erstes Bad in seinem Leben. Wir erinnerten uns zurück an unsere ersten Erfahrungen mit Jonas, der Baden überhaupt nicht ausstehen konnte und dabei so laut und so fest schrie, wie er nur konnte.


Doch Loris nahm das Ganze unglaublich gelassen hin, man könnte fast meinen, dass es ihm gefällt. Auf jeden Fall war es so anstrengend, dass er gleich nach dem Bad einschlief.


Das Ganze wurde ganz genau beobachtet von seinem grossen Bruder, der sich bereits als nächster fürs Bad bereit gemacht hatte. Hygienetag bei den Fischstäblis!

Sonntag, 20. September 2009

Herbstmarkt

Lange hatten wir uns auf ihn gefreut, den Herbstmarkt (Ween Maan Wilja). Leider konnten ihn dieses Jahr nur Jonas und Christian besuchen, Susanne war immer noch zu wenig mobil, und Loris blieb bei ihr. Dieser Markt - nicht sehr romantisch beim Messezentrum gleich neben dem Bahnhof und der Autobahn gelegen - ist sicher eines der Highlights in Jyväskylä, ganz einfach, weil er regionale Produkte anbietet und es überhaupt keinen Ramsch zu kaufen gibt. Eigentlich schade, dass er nur einmal pro Jahr stattfindet.


Allerdings hielten es Jonas und Christian nicht sehr lange aus. Weil es am Samstag den ganzen Tag geregnet hatte, kamen wohl alle Leute am Sonntag, und mit der Zeit füllte sich der Marktplatz dermassen, dass es kein angenehmes Weiterkommen mehr gab. Trotzdem hier noch bescheidene Auswahl von dem, was es denn so zu kaufen gibt:

Puolukka (Preiselbeeren)


Valkosipuli (Knoblauch)


Körbe


Süssigkeiten am Meter


Lämminsavu lohi (Am Feuer geräucherter Lachs oder auch Regenbogenforelle)


Konserviertes vom Schwein (unerklärlicherweise unglaublich populär)


Lettu (Crêpe)


Wir genossen natürlich die feinen Muikku (frittierte Maräne) und kauften ein wenig ein.


Für Jonas und seinen Vater gab es einen Kalakukko (Roggenbrot gefüllt mit Muikku und Speck),


für Susanne einen mittelfinnischen Honig und eine Sonnenblume, und für Loris ein hippes Käppchen.

Samstag, 19. September 2009

Kotona

"Im Herbst" antworteten wir jeweils, wenn Jonas fragte, wann dann das Baby komme. Jetzt ist er da, der Herbst, und somit das Leben zu viert, und es fühlt sich wirklich gut an!


Am Donnerstag Nachmittag konnten wir endlich Loris und Susanne vom Spital abholen. Unser erstes gemeinsames Nachtessen drohte zwar im Chaos zu versinken, aber seither hatten wir ein fast problemloses und sehr ruhiges Leben. Loris verbringt seine Tage und Nächte mehrheitlich mit Trinken und Schlafen.


Manchmal erwacht er, öffnet die Augen und schaut sich seine neue Welt kritisch, aber interessiert an.


Während Susanne für die Energiezufuhr unseres kleinen Jungen zuständig ist, gehen Christian und Jonas täglich einkaufen und zum Austoben auf den Spielplatz.


So kommt Jonas dann auch doch zu seiner Aufmerksamkeit, die er braucht.


Wie auch immer, seinen kleinen Bruder hat er schon lange ins Herz geschlossen. Natürlich kann man mit ihm nicht sehr viel machen, aber Beobachten und Schmusen sind auch eine tolle Beschäftigung.


Ausserdem übernimmt er bereits wichtige Funktionen, wie z. Bsp. das Beschützen des kleinen Fischstäblis, währenddem Papa den Kinderwagen versorgt.


Heute Samstag genossen wir zuerst den neuen Familienalltag...


und gingen dann auf unseren allerersten Spaziergang zu viert.


Susanne ist leider noch nicht ganz mobil, macht sich aber immer besser, und unser Radius wird immer grösser. So könnte es von uns aus noch lange weitergehen, es fühlt sich schon fast an wie Ferien.