Mittwoch, 16. September 2009

Im Spital

Überglücklich sehen sie aus, die beiden Hebammen des Spitals von Jyväskylä, und überglücklich waren auch wir. Leider hatte sich unsere Hoffnung nach einer kurzen Geburt nicht erfüllt, ganze 21 Stunden dauerte sie. Immerhin 7 Stunden weniger als letztes Mal.


Aber wenn man dann ein so kleines Geschöpf in den Händen hält, ist plötzlich fast alles, was vorher passiert ist, vergessen.


Sonst allerdings klappte beinahe alles perfekt. Jonas wurde am Sonntag um 7 Uhr früh von Christian Meier abgeholt und stieg zwar leicht verunsichert, aber total tapfer in dessen Auto und fuhr zu seinen geliebten Meier-Mädchen. Anscheinend verliefen seine Kurzferien bei unseren Freunden bestens, nur einmal musste er in eineinhalb Tagen weinen. Am Dienstagnachmittag holte ihn dann sein Vater ab und brachte ihn zu Susanne und Loris. Jonas erschrak zuerst ziemlich fest, weil seine Mama diese seltsame Spitalkleidung anhatte und mehrere Infusionsschläuche an ihr hefteten, dann aber lief er zu seinem kleinen Bruder und meinte: "Das isch aber es härzigs Baby."


Loris war in seinen ersten Lebenstagen im Spital ein eher einfaches, friedliches, aber hungriges Kind, und schlief, wie alle Neugeborenen, unheimlich viel.


Wachphasen gab es nur selten, und wenn, dann kurz.


Susanne hatte das Ganze trotz heftigem Ende gut überstanden. Da Christian sich um Jonas kümmerte und sich letzterer im Spital nie richtig wohl fühlte, konnte sie viel Zeit mit Loris alleine verbringen und ihn dadurch besser kennenlernen.


Heute Morgen dann der Besuch bei der Kinderärztin. Fazit: Loris ist gesund, hat aber leider in den letzten 2 Tagen etwas viel abgenommen. Und weil Susanne auch noch immer ein wenig angeschlagen war, beschlossen wir, gemeinsam mit den Ärzten und Schwestern, doch noch einen Tag länger zu bleiben.


Das war dann zuviel für Jonas, der sich bis jetzt extrem tapfer gehalten hatte. Nun kam seine grosse Krise und er war kaum noch zu beruhigen. Aber irgendwie kriegte er die Kurve und wandte sich sofort wieder seinem neuen kleinen Bruder zu...


Zur Belohnung durfte er dann mit seinem Papa auswärts essen gehen - Pizza natürlich!

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