Sonntag, 31. August 2008

Alain & Alexandre

Gestern Abend sind also Alain und Alexandre angekommen, währenddem Jonas schon schlief. Die Taschen voll mit Schweizer Spezialitäten wie Schoggi, Wein, Käse, Spätzli, Früchtebrot, Kafi und Fleisch. Wir haben den ganzen Abend geschwatzt und Wein getrunken, es wurde spät und unsere beiden Gäste-Doppel-"Betten" kamen das erste Mal zum Einsatz.

Am Sonntag Morgen ist Jonas natürlich als erster aufgestanden und staunte nicht schlecht, als plötzlich die 2 Jungs auch in der Wohnung waren. Ursprünglich hatten wir vermutet, dass er ein paar Stunden braucht, bis er auftaut, aber nach 2 Minuten war die Scheu schon vorbei. "Alää" und "Gigga Babu" schloss er gleich ins Herz, erst recht, nachdem er seine Geschenke ausgepackt hatte... Das Rallyauto (vom finnischen Rennfahrer Grönholm) ist jetzt sein neues Lieblingsspielzeug und muss immer dabei sein.

Nach einer ausgiebigen Spiel- und Austobrunde und einem feinem Morgenessen haben wir uns dann zu einer langen Stadtbesichtigung aufgemacht. Zuerst ging es auf den Aussichtsturm auf dem Harju, dann für Kaffee und Pulla ins Stadtzentrum.


Danach ist Jonas im Kinderwagen eingeschlafen und wir haben uns den Hafen mit den wunderschönen alten Schiffen angesehen, und sind einmal um den Jyväsjärvi gewandert. Das Klima hier ist in den letzten 2 Wochen rauher geworden, die Temperaturen schwanken im Moment zwischen 11 und 14 Grad. Und wenn dann noch dieser starke Wind dazukommt wie am Sonntag, dann muss man sich warm anziehen (wie man sieht, hatte sich Alain inzwischen ein Kappe gekauft, dies ist eben nicht Südfrankreich...).


Zum Glück hat sich heute auch die Sonne auch immer wieder gezeigt, so war die Bise zu ertragen. Gegen Ende der Wanderung ist dann auch Jonas wieder aufgewacht und hatte weiter seinen Spass mit seinen 2 neuen Stars.


Am späteren Nachmittag sind unsere 2 Gäste bei Sonnenschein noch eine Runde Golf spielen gegangen. Am Abend gab's die traditionelle Sonntagspizza. Nachdem Alain und Alexandre mit Beeren auslesen unsere Gastfreundschaft abgearbeitet hatten, haben wir noch eine Runde gejasst - nach 4 Monaten Entzug.

Samstag, 30. August 2008

Einkaufen

Wie meistens am Samstag haben wir heute unseren Grosseinkauf gemacht. Einkaufen hier ist ganz anders als in der Schweiz, es gibt praktisch keine kleinen spezialisierten Läden, dafür aber riesige Einkaufszentren am Rande der Stadt. Schade, aber auch praktisch, denn dort bekommt man wirklich alles. Wir haben also unsere Sachen gepackt und uns auf den Weg gemacht.


Die Finnen sind Hundeliebhaber - hier hat man nicht einen Hund, nein, meist zwei oder sogar drei. Immerhin, sie sind meist bestens erzogen - sowohl die Hunde wie auch die Hundehalter. Kurios ist allerdings, dass man vor den Einkaufszentren die Hunde in solchen Käfigen verstauen kann.


Am Nachmittag sind wir dann noch zum letzten Mal in diesem Jahr zum Tierpark gefahren - leider macht der, wie die meisten Attraktivitäten hier, schon Ende August Winterpause. Jonas hat es gefallen bei seinen Emus und seinem Pony. Und er hat entdeckt, dass man Ziegen füttern kann.

Donnerstag, 28. August 2008

Putztag

Der Nachteil an einer schönen neuen Wohnung ist, dass man die alte putzen muss. So haben wir heute Jonas ins Päiväkoti gebracht und haben alles blitzsauber gemacht. Es ging erstaunlich gut und schnell, sodass wir sogar Zeit hatten, über Mittag noch die Möbelläden zu besuchen und den finnischen McDonalds, den Hesburger, auszuprobieren. Nichts besonderes, FastFood halt.


Um 16 Uhr haben wir dann Jonas wieder abgeholt. Die Kinder spielten alle im Regen, was normal ist hier in der Krippe. In der Schweiz bleibt man an solchen Tagen jeweils im Haus. Trainieren für das finnische Klima. Tiina, die Betreuerin, erzählte uns dann ausführlich, wie es Jonas erging. Dumm nur, dass sie nur finnisch kann. Wir verstanden zwar schon, dass sie von Schlafen und Essen erzählte. Ob es allerdings positiv oder negativ war, keine Ahnung. Da Jonas aber ziemlich zufrieden aussah, haben wir so getan, wie wenn wir es verstanden hätten, und haben uns auf den Heimweg gemacht.

Am Samstag besuchen uns Alexandre und Alain für eine Woche. Wir freuen uns riesig. Hier ein Bild vom letzten Mal, als wir uns sahen.

Sonntag, 24. August 2008

Poy

Erneut ein Besuch im Tierpark Lemmikki. Diesmal blieb es nicht bei Hasen streicheln und Geisschen beobachten. Jonas hat sich getraut, auf dem "Poy" (Pony) zu reiten. 


Samstag, 23. August 2008

Vanha Kirkko Petäjävesi


In Finnland gibt es fast keine alten Gebäude mehr (und damit auch praktisch keine Altstädte). Aber warum eigentlich? Ganz einfach, die alte finnische Architektur basiert auf Holz. Stadtbrände im 19. Jahrhundert und die vielen Kriege, in die Finnland verwickelt war (oder besser gesagt in denen Finnland Spielball der grossen Mächte war) haben nicht mehr viel übrig gelassen. Im zweiten Weltkrieg haben zum Beispiel die Deutschen ganz Lappland niedergebrannt, nachdem die Finnen hinter deren Rücken mit den Sowjets gemeinsame Sache gemacht hatten (ursprünglich hielt Finnland zu Hitler).

35 km westlich von Jyväskylä entfernt befindet sich die alte Kirche von Petäjävesi, gebaut im Jahre 1765. Sie besteht vollständig aus Holz und wurde deshalb ins UNESCO Welterbe aufgenommen. Nach 2 Tagen Arbeiten und Wohnung einrichten haben wir heute bei wunderschönem Wetter einen Ausflug dorthin unternommen. Leider hatten wir vergessen, den Akku des Fotoapparats aufzuladen, so mussten wir halt das Handy benutzen - Qualität akzeptabel...


Obwohl Gotteshäuser anschauen nicht wirklich zu unseren Hobbies gehört, hat uns die romantisch gelegene Kirche gut gefallen. Wir haben sogar ein Familienticket gekauft und uns das Innere angeschaut. Aber natürlich standen auch eine "Wanderung" um die Kirche, Hölzchen ins Wasser werfen, und Wasserläufer und Vögel beobachten auf dem Programm.


So ein schön gelegenes Grab möchte man doch auch mal haben, nicht?

Mittwoch, 20. August 2008

Umzug in unsere Suite

Mit tatkräftiger Unterstützung von Katja-Rikka und ihrem Auto sind wir heute von unserer heimeligen provisorischen Wohnung in unsere permanente Suite gezogen. Viel hatten wir ja nicht zu zügeln, 4 volle Kombis reichten. Unsere Landlords, Paula ja Pekka, hatten uns das Wichtigste besorgt, u.a. ein Doppelbett, ein Gästebett, ein Sofa, zwei Sessel und eine Waschmaschine. Nicht mal helfen beim Transportieren und Tragen durften wir... Die 2 Armen haben noch 3 Abende geschuftet, weil die 4 finnischen Rocker anscheinend nicht wirklich putzen können (Kommentar von Paula: "We were happy that they left").

Für Jonas, der wegen des Umzugs erstmals 3 Tage in der Krippe verbrachte, stand sogar noch ein kleines Geschenk in der Wohnung: ein Bobbycar, den sie irgendwo gefunden hatten. So hatte er gar keine Zeit, wirklich zu realisieren, dass alle seine Sachen plötzlich in einer neuen Wohnung stehen. Er hat das Auto sogleich gepackt und es lange in der Wohnung herumgeschoben.


Wir sind jetzt also stolze Mieter einer 120 m2 Wohnung im 5 Stock eines grossen Hauses, nur einen Steinwurf vom Stadtzentrum entfernt. Wir haben jetzt "überflüssige" Sachen wie 2 WCs und eine Abwaschmaschine (nach 34 Jahren ist es endlich soweit!). Und im Haus gibt's natürlich eine Sauna, frisch renoviert. Auf der anderen Seite ist die Wohnung nicht ganz billig und die Fassade wird im Moment renoviert. Unsere ganze Fensterfront im Wohnzimmer ist mit transparentem Plastik bestückt. Aber das wird vorbeigehen.

Sonntag, 17. August 2008

Besuch aus der Schweiz!

Dieses Wochenende hat uns Régine, eine ehemalige Arbeitskollegin von Christian, besucht. Sie geht an einen Kongress in Tampere und hatte vorher noch ein paar Tage Ferien. Am Samstagnachmittag haben wir sie zu dritt am Bahnhof abgeholt. Doch mit Régine kam nicht nur ein Stück Heimat, sondern leider auch der Dauerregen in Jyväskylä an. Von 17 Uhr bis Sonntagmorgen goss es in Strömen, unglaublich. Am Anfang hatten wir ja fast ein schlechtes Gewissen, dass dieses Wetter genau dann kommt, wenn wir Besuch haben. Allerdings stellte sich dann heraus, dass das Régine ziemlich egal war, sie schien einfach ihre freien Tage zu geniessen.

Am Sonntagmorgen haben wir uns dann doch nach draussen gewagt und sind an den Jyväsjärvi spazieren gegangen. Am Anfang ging es ja noch, aber bald wurden wir wieder nass. 


Schliesslich fanden wir dann auch ein offenes Kaffee (im Bahnhof, alles andere öffnet erst nach 12 Uhr am Sonntag, die Finnen müssen wohl ihren Rausch ausschlafen) und konnten unsere leeren Koffeintanks wieder auffüllen, denn es war spät geworden und Jonas ist um 6 aufgestanden. Zum Abschluss kam auch noch unser Junior zum Zug. Auf dem Spielplatz konnte er sich austoben, währenddem die Frauen einen Schwatz hielten.



Es war ein schönes Wochenende und wir haben die Gesellschaft echt genossen. Und Jonas hat sich frisch verliebt, er hat das ganze Wochenende mit unserem Gast ("Eiin") gespielt und geflirtet. Seinem Vater, auf den Bronzeplatz abgerutscht, schenkte er gar keine Beachtung mehr...

Montag, 11. August 2008

Wasserspiele

Das war ein wirklich nasser Montag. Kein Grund für Jonas, nicht draussen spielen zu gehen. Stufen einer Entdeckungsreise durch die finnische Dreckseenplatte.

1. Entdecken


2. Erste Annäherung


3. Vertiefung des Spiels

Sonntag, 10. August 2008

Ysitien Lemmikki

Heute musste Susanne arbeiten und daher haben Jonas und Christian endlich wieder einmal einen Männertag gemacht. Jonas, diese Woche leider schon wieder krank geworden, war zwar noch nicht ganz fit, aber für den Tierpark musste es für unseren Tierli-Fan reichen. Schon am Abend vorher hatten wir ihm von unserem Plan erzählt, und von da gab's nur noch ein Thema: den I-ah, den wir im Park sehen werden. 

Der Tierpark Ysitien Lemmikki (letzteres heisst Haustier) befindet sich 18 km östlich von Jyväskylä und biete ausser einem über 2 Meter grossen Strauss, zwei Pfauen und Emus nichts exotisches, einfach Hasen, Gänse, Ziegen, Schafe, Schweine, etc. Prunkstück des wunderschön angelegten Parks ist eine winzige Insel, auf der sich etwa 30 Hasen tummeln. Sogar für Erwachsene ein Highlight.


Jonas hat es sehr gut gefallen, auch wenn er erst nach dem Mittagsschlaf auf Touren kam. Er hatte grosse Angst vor den lauten und grossen Tieren (Strauss, Schafe, Pfau und Pony) und riesige Freude an den kleinen Hasen, Ziegen und Enten. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass der Esel leider letztes Jahr gestorben ist. Am Schluss war er kaum mehr vom Park wegzubringen, v.a. weil er auch die Eisenbahn und einen riesigen Sandhügel entdeckt hatte.


Der Tierpark ist typisch finnisch - grün, bescheiden, grosszügig, bodenständig und mit wenig Besuchern. Ein idealer Ort zum stressfreien Verweilen und um normale Tiere kennenzulernen, ohne von Tierart zu Tierart hetzen zu müssen wie im Zoo. Und natürlich gibt es ein Kafi, eine Feuerstelle und Hütten. Müde und glücklich fuhren wir nach Hause und genossen zu dritt die traditionelle Sonntags Papa-Pizza.

Freitag, 8. August 2008

8.8.2008

Heute wurden nicht nur die olympischen Spiele eröffnet und haben 2 Länder einen idiotischen Krieg miteinander begonnen, nein, heute haben auch unsere Lieblingsnachbarn geheiratet.


Und das Ganze kam erst noch im TV, siehe hier (Minuten 2:35 bis 3:40). YLE Areena ist so was wie das Regionaljournal des staatlichen Fernsehens.

(Andere Möglichkeit: dieses File herunterladen und mit VLC anschauen)

Donnerstag, 7. August 2008

Puumala - Wenn Forschung zum Gesundheitsrisiko wird

An der Forschungsstation in Konnevesi, im gleichen Haus wo Christian & Co ihre Experimente mit Fischen und Schnecken durchführen, hat eine Gruppe von Forschern ein irrwitziges Studienobjekt gefunden: den Puumala-Virus. Er ist eine der milderen Formen des Hanta-Virus, aber trotzdem sehr gefährlich. Übertragen wird er von Nagetieren über die Luft (!) (zum Glück kann er nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden) und kann tödliche Folgen haben. Jeder, der in dieser Gruppe gearbeitet hat, ist früher oder später im Spital gelandet, alle haben es allerdings überlebt. Gerade vor 2 Wochen hat es wieder eine Praktikantin erwischt, aber Ersatz wurde schon gefunden. Wir wundern uns echt, wie sie es überhaupt schaffen, Leute zu finden, die bei ihnen arbeiten. Die Forschung am Virus selbst macht ja Sinn, dass Sicherheitskonzept für Mitarbeiter und Besucher ist allerdings haarsträubend, denn es existiert schlicht nicht. Einzige Massnahme dieses Schild beim Eingang:


Dumm nur, dass sich Kühlraum, Tiefkühler und sanitäre Anlagen im infizierten Teil des Gebäudes befinden. So bleibt einem halt nichts anderes übrig, als ab und zu Chirurg zu spielen. 



Wer mehr wissen möchte, der findet hier einige gruselige Facts über diese Virengruppe.

Ansonsten gibt es auch schönes aus Konnevesi zu berichten. Anssi (Bild unten) und Christian haben intensiv mit Kiemennetzen Fische gefangen und waren erneut so erfolgreich, dass sie sich am Überlegen sind, ob sie nicht den Beruf wechseln sollten. Heute zappelten über 200 Fische im Netz! Dies sind übrigens die letzten Tage mit Anssi für eine gewisse Zeit: Am 21. August, kurz nach 7:00 (wetten wir?), kommt sein zweites Kind auf die Welt.

Freitag, 1. August 2008

1. August

Heute ist der 1. August und somit ein willkommener Anlass, sich wieder einmal mit den Meiers zusammen zu setzen und etwas zu feiern. Chrigi musste zwar am Morgen noch arbeiten, aber nach Jonas' Mittagsschlaf ging's dann los. In Samulinniemi genossen wir dann das schöne, allerdings relativ kühle Wetter und das gemütliche Zusammensein mit Barblin, Christian und dessen Bruder. Und da Jonas' neue grosse Freundin Selina diesen bestens unterhielt, konnten wir uns so richtig zurücklehnen und den feinen Weisswein geniessen. 



Übrigens: Die Schweizer Fahne (klar zu unterscheiden vom finnischen Wimpel) weht hier vermutlich rechtswidrig im finnischen Wind. Es gibt in Finnland nämlich offizielle Fahnentage (etwa vier im Jahr), an welchen die finnische Fahne gehisst werden darf, wobei auch genau vorgeschrieben ist, wann sie aufgezogen werden darf und wann sie wieder heruntergeholt werden muss. Und die Finnen halten sich offensichtlich streng an diese Vorschriften. Wie es sich mit nichtfinnischen Fahnen verhält, wissen wir nicht so genau, vielleicht gibt es ja eine Art "Gegenrecht" für ausländische Nationalfeiertage!



Nach dem Grillieren und Essen erhielten die Kinder noch eine kurze Gnadenfrist und danach hiess es ab ins Bett. Wir Erwachsenen blieben noch etwas sitzen und sitzen und sitzen... und irgendwann sahen wir dann tatsächlich unsere ersten Sterne in Finnland. Ja, es ist leider so, dass es gegen Mitternacht schon wieder ziemlich dunkel wird, v.a. wenn der Himmel etwas bedeckt ist. Als wir uns dann ins Bett legten, dämmerte es jedoch bereits wieder!



Am nächsten Morgen (an welchem die einen etwas länger schlafen konnten, die anderen leider nicht ...) gab's nach einem feinen Frühstück mit selbstgemachtem Zopf noch eine kleine Bootsfahrt (wobei Jonas diese zum grossen Teil wieder verschlief) und dann ging's zurück an die Rautpohjankatu. Anschliessend fuhren wir noch kurz zu Paula und Pekka, unseren künftigen "landlords", wo wir bei selbstgepflückten Beeren und Glace den Mietvertrag für unsere neue Wohnung unterzeichneten. Bald haben wir also ein neues, eigenes Zuhause. Wir freuen uns jetzt schon darauf!