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Sonntag, 28. August 2011

Letzte Tage

Morgen geht's los, die Koffer werden gepackt und bald heisst es Abschied nehmen von unserer neuen Heimat, unserer Wohnung und unseren Freunden. Den Kindern und unseren Nerven zu liebe versuchten wir aber, diese Zeit möglichst ruhig und normal anzugehen. Hier einige Eindrücke von den letzten 4 Tagen.

Für unsere finnischen Freunde wollten wir eine Abschieds- und Adressänderungskarte erstellen. Die Aufnahmen für das dazugehörende Foto waren allerdings eher schwierig, denn Jonas und Loris stritten sich andauernd darum, wer welche Flagge halten darf. Irgendwann, nach vielen Tränen, gelang es aber doch noch:


Jonas und Loris verbringen momentan viele Tage im Päiväkoti. Einerseits sollen sie die verbleibende Zeit noch voll ausnützen, anderseits können Susanne und Christian so den Umzug in Ruhe vorbereiten.


In den letzten Wochen hatte es auch ein paar Geburten in unserem Freundeskreis gegeben, und die Neugeborenen wollten wir natürlich vor unserer Abreise noch sehen. Laura zum Beispiel wurde gerade zum zweiten Mal Mutter einer kleinen Tochter.


Deren Schwester Jade ist eine alte Päiväkoti-Freundin von Jonas.


Ein eigentliches Abschiedsfest liessen wir bleiben, aber die deutschsprachige Spielgruppe, die Jonas und Loris regelmässig besuchten, luden wir in unserer Wohnung zu Spiel, Kaffee und Wein ein. Wegen uns (und der Familie Meier) wechselte die Spielgruppe einst ihren Namen, von "Deutsch" auf "deutschsprachig".


Eigentlich hatten wir uns ja vorgenommen, diesen Sommer viel in den Nationalparks wandern zu gehen. Aber wegen unseren vielen Reisen (die zum Teil auch Wanderungen beinhalteten) kamen wir bisher nicht dazu. Dieses Wochenende, an dem es sommerlich warm war, holten wir es nach, und machten uns auf zum Nationalpark Leivonmäki.


Sogar Loris wollte ein paar Schritte zu Fuss gehen, ...


bevor er zum letzten Mal das finnische Strandleben genoss.


Jonas bewältigte die 6 km lange Strecke ohne Probleme und Murren.


Zuletzt lösten wir noch das Versprechen ein, dass die Kinder noch einmal das HopLop, den grossen Indoor-Spielplatz, besuchen durften.


Die Freude war riesig...


Eigentlich ist das HopLop ja ideal für eiskalte Wintertage, aber für einmal drückten wir ein Auge zu, obwohl draussen die Sonne schien. Und die Jungs genossen es...


in vollen Zügen.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Frühlingsfest

Und schon wieder ein "letztes Mal": Heute fand das alljährliche Frühlingsfest (Kevätjuhla) im Päiväkoti von Jonas und Loris statt. Im Vergleich zu den letzten Jahren war das Programm zwar nicht so vielfältig, die Kinder schien es aber überhaupt nicht zu stören. Es gab einige Parcours zu absolvieren und ansonsten wurde eben gespielt wie immer ...




Zur obligaten Makkara (Wurst) kamen wir natürlich auch noch, und inzwischen scheinen wir uns wirklich ganz gut integriert zu haben in Finnland. Während wir in den letzten Jahren jeweils noch Brot mitgenommen hatten (eine Wurst ohne Brot geht doch irgendwie gar nicht...), liessen wir dies heute bleiben und eigentlich schmeckt es ja auch so ganz gut. Hier übrigens Jonas mit seinen zwei guten Freundinnen Vanessa und Enna.


 Das Mäkki-Matti Päiväkoti werden unsere zwei Buben wohl noch ziemlich vermissen. Beide fühlen sich dort inzwischen sehr wohl und freuen sich jeweils am Morgen, dorthin zu ihren "Gspähnlis" und Betreuerinnen zu gehen. Und letztere sind auch wirklich top. Unglaublich motiviert, geduldig und ganz allgemein wird den Kindern sehr viel Freiraum gelassen (wobei natürlich auch Grenzen gesetzt werden, ansonsten herrschte wohl das nackte Chaos!). Spielen steht an erster Stelle und zwei Mal pro Tag geht es nach Draussen, egal ob bei + 30 oder - 20 Grad.


Aber zurück zur Kevätjuhla: Nach den Makkaras wurde noch etwas gesungen und dann war das Ganze auch schon wieder vorbei. Für uns hiess es ab nach Hause und Koffer packen, schliesslich wollen wir morgen ja Richtung Westen für ein verlängertes Wochenende.

Montag, 21. März 2011

Jokapäiväinen elämä

Kleine Kinder sind Routine-Menschen, und daher läuft es, wenn Loris und Jonas in der Krippe sind, am Abend eigentlich immer gleich ab. Christian fährt zum Päiväkoti, diskutiert kurz mit den Betreuerinnen wie's lief und kutschiert die beiden nach Hause. Immer dabei: Pingu aus der Antarktis ("Ing") und Iguana aus der Karibik ("Igi-aana").


Bei der Wohnung wollen die Jungs klingeln und freuen sich schon riesig darauf, dass Susanne ("Papa!") die Türe aufmacht.


Danach gibt's seit wohl 2 Jahren jeden Tag eine Riisipiirakka ("I-kaka", Reispirogge, die wohl beste  Erfindung der Region) und einen Fruchtsaft ("Äftli"). Der Rest des Abendprogramms hingegen ist variabel, und beinhaltet natürlich noch ein feines Nachtessen. Immer häufiger spielen die beiden auch zusammen, und manchmal (aber nur machmal) gibt es richtige ruhige Momente.

 

Meistens läuft es aber eher so ab:


Dank dem tollen Grundriss unserer riesigen Wohnung können die beiden noch die letzte unverbrauchte Energie loswerden, bevor sie früh ins Bett gehen.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Kuvat

Lange mussten wir darauf warten, abe jetzt haben wir sie, die offiziellen Fotos von der Krippe, dem Päiväkoti. Vom Fotoshooting hatten wir ja Anfangs Dezember berichtet. Und das Warten hat sich gelohnt, die Fotos sind unserer Meinung nach absolut gelungen.

Loris geht seit September 3-4 Tage pro Woche in die Gruppe Sirkkuset, den kleinen Ammern. Es ist die alte Gruppe von Jonas und einige Gesichter sind immer noch die gleichen wie 2009.
 
 
 Oben: Eila, Jona, Valteri
Mitte: ?, Virpi, Alisa, Joel, Onni-Alvari, Luukas, Mikku, Aili
Unten: Loris, Anni, Ronja, Veeti, Aleksanteri

Jonas hat im September in den oberen Stock zu den älteren Kinder gewechselt, zu den Pääskyset (den kleinen Schwalben), zusammen mit Ulla (die er seit 2008, also dem Beginn unserer Zeit in Finnland, als Betreuerin hat) und seinen Freunden Tobi, Enna und Vanessa.

 Oben: Veeti, Dilnia, Malva, Ilari, Ellen, Jaana
Mitte: Alexi, Joona, Eelis, Unno, Alma, Ulla, Enna
Unten; Jonas, Väinö, Alexi, Vanessa, Tobia

Und natürlich haben wir auch verschieden Portraits bekommen. Hier eine Auswahl:

Jonas

 

 Loris
 

Und unser Dreamteam:

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Puurojuhla

Das Weihnachtsfest von Jonas' Gruppe im Päiväkoti, den Pääskyset (den kleinen Schwalben), fand nicht am Abend statt. Stattdessen gab es am Morgen eine so genannte Puurojuhla, eine Feier, an der man den traditionellen Weihnachtsbrei (Milchreis mit Zimtzucker, dazu Pfefferkuchen) verspeist. Zuerst aber sollten uns die Kinder noch eine kleine Vorstellung geben. Jonas wollte sich aber partout nicht von seinen Eltern trennen, erst nach langem Zureden stellte er sich tapfer der Herausforderung. Und er durfte zu Beginn erst noch bei seiner Lieblingsbetreuerin Jaana auf dem Schoss sitzen.


Dann fing die Vorstellung an und die Kinder boten uns eine tolle Show aus Schauspiel...


Gesang und Tanz.



Mittendrin Jonas, der seine Hemmungen definitiv losgeworden war und voll mitmachte.


Für seine Eltern interessierte er sich von da an gar nicht mehr.


Nach dieser gelungenen Darbietung knurrte aber allen der Magen, und Eltern, Kinder und Betreuer begaben sich gemeinsam zum Morgenessen.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Joulujuhla

Bereits heute waren wir zur nächsten Weihnachtsfeier eingeladen, nämlich der von Loris' Gruppe im Päiväkoti. Da die meisten Kinder in seiner Gruppe noch sehr klein sind, lag es vor allem an den Betreuerinnen, für Unterhaltung zu sorgen. Es wurden Lieder gesungen, getanzt und die Weihnachtsgeschichte gespielt. Loris war das Ganze nicht wirklich geheuer, aber ab und zu machte auch er mit.


Und auch die Eltern wurden miteinbezogen. Christain durfte zuerst ein Pferd und dann noch einen der Hirten spielen.

Und zu guter letzt gab es natürlich Kaffee, Sirup und Süsses für alle. Es war ein wirklich tolles Fest (Juhla) gewesen.

Freitag, 20. August 2010

Uutiset päiväkodista

Loris geht jetzt auch in die Kinderkrippe (Päiväkoti) - die Eingewöhnung in seine Gruppe, den Sirkkuset (kleine Ammern, die ehemalige Gruppe von Jonas), hat uns in den letzten 2 Wochen so ziemlich auf Trab gehalten. Ähnlich wie bei Jonas damals in der Schweiz zeigt sich, dass sein Alter (1 Jahr) nicht wirklich ideal dafür ist. Die Bindung zu den Eltern ist sehr stark, und er ist schon genug alt, um zu begreifen, was mit ihm passiert, aber noch nicht so alt, dass man ihm das gut erklären könnte.

Loris gefällt es riesig bei seinen neuen Spielkameraden und Betreuerinnen - solange wir dabei sind. Der Abschied und die ersten 1-2 Stunden danach sind aber eher schwierig. Nach dem Mittagsschlaf aber - versichern uns die Betreuerinnen - fühlt er sich pudelwohl in seiner neuen Heimat.


Heute vergassen wir die Kamera in der Krippe, und die Betreuerinnen schossen für uns ein paar Bilder. Nur um zu zeigen, dass er nicht den ganzen Tag weinen würde.


Sein neuer Freund heisst Joel...


und das Essen schmeckt ihm ausgezeichnet.


Das wird sicher nicht ganz leicht werden für den kleinen Loris in den nächsten paar Wochen, aber irgendwann wird er sich daran gewöhnen und kaum mehr nach Hause zu bringen sein.

Jonas übrigens hat auch seine Probleme mit dem Wechsel in die neue Gruppe (Pääskyset - kleine Schwalben), obwohl 2 Betreuerinnen und 3 Kinder von der alten Gruppe dabei sind. Aber trotzdem ist halt vieles neu und die Kinder viel älter als vorher. Die Tatsache, dass sich im Moment fast alles um seinen kleinen Bruder dreht und er in die Rolle des routinierten Krippenbesucher "gedrängt" wird, ist für ihn wohl eine grössere Belastung als wir befürchtet hatten.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Kevätjuhla

Heute fand das Frühlingsfest von Jonas' Päiväkoti statt, auch wenn Jyväskylä noch eher braun als grün daherkommt. Trotzdem kamen viele Familien mit ihren Kindern in den nahe gelegenen Familienpark. Zuerst wurde natürlich gesungen und getanzt...


Dann ging es auf den gelungen Spielparcour.


Jonas, der wieder einmal nicht richtig mitmachen wollte, gefiel vor allem das Fussballspielen...


und natürlich das von allen geliebte grosse Regenbogentuch.


Hier durfte sogar Loris mitmachen, und den beiden gefiel es sichtlich.


Zum Abschluss des Abends gab es noch eine grillierte Makkara (Wurst), und dann ging es wieder nach Hause, schliesslich müssen wir alle wieder früh aufstehen morgen.

Dienstag, 23. März 2010

Familienabend

Heute waren alle Familien von Jonas' Päiväkotigruppe Sirkkuset zu einem Treffen eingeladen. Zwar kamen nur etwa 6 der 16 Familien, aber es war trotzdem ein gelungener Anlass. Wir bastelten verschieden Sachen zum Thema Ostern.


Wir stellten stellten einmal mehr fest, dass sich die Leute nur beschränkt füreinander interessieren. Häufig denken wir, dass wir das so erleben, weil wir nicht einheimisch sind, aber auch die finnischen Familien sprachen nicht miteinander - man ist halt etwas scheu und lässt sich gegenseitig in Ruhe... In unserem Fall natürlich mit Ausnahme von Sara und Tobia (oben), die wir gut kennen.


Jonas zeigte sich ganz am Anfang etwas verwirrt durch die Präsenz der Eltern in seiner finnschen Welt. Bald aber hatte er keine Hemmungen mehr, das Finnisch sprudelte und er spielte mit seiner Lieblingbetreuerin Mikku. Gegen acht Uhr machten wir uns dann auf den Heimweg, schliesslich musste Jonas am nächsten Tag schon wieder früh am gleichen Ort sein.

Freitag, 8. Januar 2010

Sirkkuset

Nach 5 Wochen Unterbruch ging Jonas heute wieder das erste Mal ins Päiväkoti (Kinderkrippe). Zu unserer Überraschung freute er sich schon Tage zuvor darauf. Als ihn Christian heute morgen dazu aufforderte, sich langsam bereit zu machen, lief er sofort zu Susanne, sagte "Ich gang jezz!" und gab ihr einen Kuss. So hatten wir ihn noch nie erlebt. In der Krippe traf er sogleich auf seine Lieblingsbetreuerin Mikku, der Rest war also Formsache. Anscheinend hatten sie einen tollen Tag, am Morgen durften sie in die kleine Turnhalle gehen, um sich auszutoben, und auch am Nachmittag blieben sie bei -20°C zum Spielen im Haus - erst das 3. Mal seit wir hier sind.

Inzwischen haben wir auch die Porträts bekommen, die letzten Herbst im Päiväkoti von einer professionellen Fotografin gemacht wurden. Jonas solo...


und die Sirkkuset (Ammern), seine Gruppe.


Oben: Heli, Tiina, Praktikantin, Mikku, Ulla
Mitte: Niklas, Luukas, Alisa, Rasmus, Tobia, Elis
Unten: Vanessa, Onni-Jalmari, Lilia, Jonas, Enna, Saku

Insgesamt gibt es 12 Kinder, davon sind nur 4 Mädchen. Lilia ist die älteste, dann kommt Jonas, und Alisa ist die jüngste. Allerdings sind jetzt noch zusätzlich 4 neue kleine Kinder dazugekommen, die alle unter einem Jahr alt sind, davon wieder nur 1 Mädchen.

Jonas gefällt es so gut wie noch nie in seiner grossen finnischen Familie. Mit Ausnahme des Abschieds am Morgen gibt es praktisch keine Probleme mehr, und er kann sich auch immer besser auf Finnisch ausdrücken. Hauptgrund dafür ist unserer Meinung nach Mikku, die erst seit letzten Herbst in seiner Gruppe arbeitet. Irgendwie funkt es einfach zwischen den beiden, inzwischen nennen die anderen Betreuerinnen Jonas "Mikun poika", der "Bube von Mikku".

Mittwoch, 13. Mai 2009

Oravavuori

Der Struve-Bogen (Struven ketju) ist ein langestrecktes Vermessungsnetz, das von Norwegen bis in die Ukraine reicht und ziemlich genau in der Nord-Süd-Achse der Erde liegt. Dabei handelt es sich um aneinander gereihte Dreiecke, deren Eckpunkte sich meist auf Anhöhen oder in Kirchtürmen befinden. Der Struve-Bogen wurde im 19. Jahrhundert vom deutschen Astronomen Wilhelm von Struve errichtet und diente der Vermessung und Charakterisierung der Erde. 34 ausgewählte Vermessungspunkte (von ursprünglich 265) sind heute Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Einer davon befindet sich in der Nähe von Korpilahti, auf dem Berg Ovaravuori, nur 30 km südlich von Jyväskylä. Heute wollten wir uns das mal ansehen.


Der Fussweg zum Oravavuori ist nur 1 km lang, geht meist bergauf und verläuft idyllisch durch einen typisch finnischen Mischwald aus Nadelbäumen und Birken. Fast hätten wir uns verlaufen, weil wir ein Abzweigung übersehen hatten.


Auf dem Berg steht ein hoher Holzturm mit einer waghalsigen Treppe. Das Überwinden der Höhenangst hingegen lohnte sich, denn die Aussicht auf den Päijänne, dem zweitgrössten See von Finnland, war fantastisch.


Am Abend fand dann in Jonas' Päiväkoti (Krippe) noch das Frühlingsfest statt. Es bestand aus einem kurzen Tanz und einem grossen Spielparcour. Jonas war total verwirrt, denn er verstand überhaupt nicht, was er um diese Uhrzeit hier machen sollte. Im Gegensatz zu Lisa weigerte er sich anfangs strikte, irgendwo teilzunehmen. Mit der Zeit taute aber auch er auf und fand Gefallen an den Spielen.


Zum Abschluss des Abends gabs noch eine Makkara (Wurst) und ein Mehu (Saft) auf dem nahegelegenen Spielplatz, gesponsert von der Krippe. Die meisten Leute konsumierten diese schnell und gingen gleich nach Hause, wir blieben ein wenig länger sitzen und vergnügten uns später noch auf dem Spielplatz.