Mittwoch, 13. Mai 2009

Oravavuori

Der Struve-Bogen (Struven ketju) ist ein langestrecktes Vermessungsnetz, das von Norwegen bis in die Ukraine reicht und ziemlich genau in der Nord-Süd-Achse der Erde liegt. Dabei handelt es sich um aneinander gereihte Dreiecke, deren Eckpunkte sich meist auf Anhöhen oder in Kirchtürmen befinden. Der Struve-Bogen wurde im 19. Jahrhundert vom deutschen Astronomen Wilhelm von Struve errichtet und diente der Vermessung und Charakterisierung der Erde. 34 ausgewählte Vermessungspunkte (von ursprünglich 265) sind heute Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Einer davon befindet sich in der Nähe von Korpilahti, auf dem Berg Ovaravuori, nur 30 km südlich von Jyväskylä. Heute wollten wir uns das mal ansehen.


Der Fussweg zum Oravavuori ist nur 1 km lang, geht meist bergauf und verläuft idyllisch durch einen typisch finnischen Mischwald aus Nadelbäumen und Birken. Fast hätten wir uns verlaufen, weil wir ein Abzweigung übersehen hatten.


Auf dem Berg steht ein hoher Holzturm mit einer waghalsigen Treppe. Das Überwinden der Höhenangst hingegen lohnte sich, denn die Aussicht auf den Päijänne, dem zweitgrössten See von Finnland, war fantastisch.


Am Abend fand dann in Jonas' Päiväkoti (Krippe) noch das Frühlingsfest statt. Es bestand aus einem kurzen Tanz und einem grossen Spielparcour. Jonas war total verwirrt, denn er verstand überhaupt nicht, was er um diese Uhrzeit hier machen sollte. Im Gegensatz zu Lisa weigerte er sich anfangs strikte, irgendwo teilzunehmen. Mit der Zeit taute aber auch er auf und fand Gefallen an den Spielen.


Zum Abschluss des Abends gabs noch eine Makkara (Wurst) und ein Mehu (Saft) auf dem nahegelegenen Spielplatz, gesponsert von der Krippe. Die meisten Leute konsumierten diese schnell und gingen gleich nach Hause, wir blieben ein wenig länger sitzen und vergnügten uns später noch auf dem Spielplatz.

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