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Samstag, 13. August 2011

Kerimäki & Savonlinna

Unser letzter grösserer Ausflug in Finnland führt uns ins Saimaa-Gebiet. Der Saimaa, der aus mehreren grossen Teilseen besteht, ist mit über 4000 km2 (einem Zehntel der Schweiz) der grösste See von Finnland. In 5 Tagen wollten wir um ihn, und auch durch ihn (mit Hilfe von Brücken) fahren und ein allerletztes Mal den wilden finnischen Osten geniessen.

Die Reise führte uns zuerst nach Kerimäki, einem kleinen Ort 20 km nordöstlich von Savonlinna. Das Hotel, in dem wir übernachteten, lag auf einer kleinen idyllischen Halbinsel. Nach dem Abendessen, der Sauna und einem Besuch im Hotelbad machten wir noch einen kleinen Spaziergang.


Der Samstag sollte ein langer Tag werden. Zuerst erkundeten wir wieder die Umgebung des Hotels, das auch ein Kriegsmuseum beinhaltet, und bei dem überall Kriegsgeräte wie dieser Panzer aus dem 2. Weltkrieg herumstehen.


Dann streiften wir durch die Wälder beim Hotel...


und pflückten Beeren. Innerhalb von etwa 200 m fanden wir dabei Heidelbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Preiselbeeren und Steinbeeren, und stopften unsere Mäuler voll.


Danach fuhren wir ins Dorf von Kerimäki. Dort steht die grösste Holzkirche der Welt, und die wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Aber warum braucht ein Dorf mit 5000 Einwohner eine Kirche mit Platz für 4000 Gläubige? Gerüchten zufolge wurde die Kirche zu gross gebaut, weil die Pläne in Fuss gezeichnet, die Kirche im Jahre 1848 aber in Metern gebaut wurde. Allerdings stimmt diese Geschichte wohl nicht, wohl eher handelt es sich um eine Fehleinschätzung, wie gross der Anteil der Kirchenbesucher in der Bevölkerung sein werde. Weil die Kirche trotz 8 grossen Holzöfen im Winter unmöglich aufzuwärmen ist, stellte die Gemeinde im Jahre 1953 gleich daneben noch eine kleinere Winterkapelle (auf dem Bild unten nicht zu sehen) auf.


Für ein paar Euro konnte man auch den separaten Glockenturm der Kirche besteigen, oder besser gesagt erklettern. Dort genossen wir nicht nur die schöne Aussicht auf die Seenlandschaft, sondern hatten auch unseren Spass in den diversen Stockwerken des Turms. Hier bringt die Lehrerin unseren Söhnen gerade das Rechnen bei.


Und für alle, die die Kirche langweilig fanden, gab es gleich nebenan noch die Feuerwehrstation mit diesem schönen alten Ford-Feuerwehrauto.


Den Rest des Tages verbrachten wir in Savonlinna. Eigentlich hat das kleine Städtchen ausser der prächtigen Burg nicht viel zu bieten, aber ein Abendspaziergang entlang der Seenpromenade gehört unserer Meinung nach zu den Highlights eines Finnlandbesuchs. Hier herrscht diese friedliche Hafen-Stimmung, hier dreht sich eigentlich alles ums Wasser.


Unterwegs kann man Wasserflugzeuge bewundern, ....


an bester Lage etwas trinken gehen...


und die Abendsonne und den herrlichen Ausblick auf den See und die Boote geniessen.


Als Abschluss des kleinen Spaziergangs trifft man auf eine der schönsten Burgen der Welt, die Olavinlinna, erbaut im Jahre 1475 auf einer Felseninsel im See.


Inzwischen waren wir schon so lange unterwegs, dass wir auch Jonas zu Loris in den Wagen setzten, denn seine Beine machten langsam schlapp.


Zum Abschluss des Abends gönnten wir uns noch ein gutes Abendessen fast direkt am See, und fuhren dann zurück nach Kerimäki zum Hotel. Schlafen war angesagt, denn morgen soll es weiter Richtung Süden gehen.

Samstag, 6. August 2011

Marjoja

Bezüglich Beeren (Marjoja) ist Finnland im Sommer und Spätsommer ein Paradies. Im Wald trifft man überall auf wilde Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Preiselbeeren. Auf dem Markt werden Prachtsexemplare der gleichen Sorten zu stolzen Preisen angeboten. Und viele Leute haben bei ihrem Sommerhaus noch Beerensträucher angepflanzt, wie auch unsere Vermieter Paula und Pekka. Heute durften wir uns wieder einmal davon bedienen. Im Gegensatz zu den Vorjahren pflückten wir allerdings nur eine kleine Menge, weil wir kurz vor unserer Abreise nicht noch den Tiefkühler sinnlos füllen wollten.

Und so ging die ganze Familie an die Arbeit. Zuerst ging es den Himbeeren an den Kragen.

 

Jonas und Loris sind jetzt richtig gut im Beerenpflücken, aber die Kessel bleiben am Schluss doch meist leer, weil sie alles gleich wieder in sich hineinstopfen. So müssen sich halt Susanne und Christian dementsprechend zurückhalten.


Zweite Station waren die Johannisbeeren, diese unglaublich sauren Dinger, die Jonas seit 3 Jahren fast täglich zum Morgenessen verschlingt. Stolz trug er die diesjährige Ernte nach Hause.


Montag, 1. August 2011

Dreierlei

Der August bringt nicht nur die dunklen Nächte, sondern auch die kühlen Temperaturen zurück. Der Sommer 2011 war der wärmste Sommer seit 23 Jahren gewesen. Zwar gab es dieses Jahr nicht wieder Rekordtemperaturen wie letztes Jahr, aber es war konstant heiss (22-30°C) tagsüber, und warm in der Nacht. Heute, nach rund 2 Monaten Sommerwetter, war es zum ersten Mal wieder richtig kühl, ja schon fast kalt. Wir konnten uns kaum erinnern, wann wir das letzte Mal lange Hosen und eine Jacke getragen hatten.

Die drei Männer mussten sich heute trotzdem möglichst ausserhalb des Hauses betätigen, weil Susanne wegen einem Abgabetermin im Stress war und zuhause Ruhe benötigte. Aber an Ideen, was wir unternehmen sollten, fehlte es uns nicht.

Am Morgen besucht wir den Verkehrspark, der sich nur 15 Gehminuten von unserem Haus enfernt befindet. 


 Hier kann man sich viele verschiedene Tretfahrzeuge ausleihen, herumkurven...


und dabei die Verkehrsregeln lernen. Unzählige strenge Aufpasser mit gelben Jacken korrigieren die Kinder (und Eltern...) sofort, wenn sie etwas falsch machen.


Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit Susanne und anschliessendem Mittagsschlaf fuhren wir nach Vaajakoski zur Panda Schokoladenfabrik. Panda ist nach Fazer die zweitbekannteste Marke im finnischen Schokoladenmarkt.

Kaum zu glauben, dass wir es in den letzten 3 Jahren bisher nicht geschafft hatten, uns den Fabrikladen anzusehen.


Jonas und Loris waren begeistert von der Menge Schokolade, die dort aufgetürmt war, und natürlich konnten wir nicht widerstehen und kauften uns auch ein paar Packungen.


Zum Abschluss eines wunderschönen Tages unter Männern fuhren wir noch zum Paradespielplatz von Jyväsklyä, dem Perhepuisto Mäki-Matti. Dieser wurde diesen Frühling grösstenteils renoviert und erneuert, und bietet noch mehr als vorher. Zum Beispiel die 2 neuen Rennautos von Batman...


und Superman.


Freitag, 22. Juli 2011

Kalastus

Ein finnisches Naturgesetz sagt: im Mökki muss gefischt werden. Und obwohl wir überhaupt keine Profis in Sachen Angeln und Fische fangen sind (mit Ausnahme des Kiemennetzfanges bei Christians Arbeit), taten wir unser Bestes, dass ab und zu ein feines Exemplar in die Pfanne oder auf den Grill kam. Hauptsächlich bedienten wir uns dabei der Fischreuse. Dabei handelt es sich um eine aus Draht gemacht Falle, wo die Fische leicht rein-, aber kaum mehr rauskommen.


Daneben versuchten wir unser Glück auch mal mit der Angel...


manchmal sogar mit Erfolg (dieser viel zu kleine Hecht durfte trotz seiner Verletzung weiterschwimmen).


Doch nicht nur Christian war aktiv, nein auch Loris, ...
Susanne...


und natürlich Jonas versuchten ihr Glück. Hier zeigt er seine künstlichen Regenwürmer, die wir in Kuopio mangels echter, lebender Artgenossen gekauft hatten. Leider hielten sie nicht ein, was auf der Verpackung versprochen wurde.

 

Erfolg hatten wir vor allem mit der Fischreuse, manchmal waren die Eglis eher klein..


ab und zu aber auch von der grösseren Sorte. Jonas präsentiert hier unseren 27 cm langen Rekordfang, ...

der trotz seiner Grösse mit der Lupe untersucht werden musste.
 
Der grösste Fisch, den wir in den 2 Wochen fingen, war dieser 43 cm langer Brachsmen. Obwohl er wegen seinen vielen Gräten nicht zuoberst auf der Wunschliste eines Fischers steht, grillierten wir dieses Prachtsexemplar. Und er war sehr gut, sein Fleisch richtig zart und schmackhaft.
Natürlich standen bei uns Aufwand und Ertrag in einem groben Missverhältnis, aber beim Fischen geht es eben auch um mehr, wie dieses Foto unten beweist. Aufgenommen während einer Abendfischtour von Jonas und Christian.

Sonntag, 17. Juli 2011

Täti Barbara

Unser Mökki-Team war noch nicht ganz komplett. Gestern stiess Barbara, die Schwester von Susanne, Tante (Täti) von Jonas und Gotti von Loris, zu uns. In Kuopio wollten wir sie am Abend abholen und nutzten die Gelegenheit, unserer Lieblingstadt von Finnland ein Besuch abzustatten. Zuerst bummelten wir ein wenig durch die Stadt...


betrachteten die Monsterbaustelle auf dem Marktplatz (hier entsteht ein neues unterirdisches Parkhaus), ...


assen etwas zu Mittag und gingen auf den Markt.


Am Nachmittag unternahmen wir eine Schiffsfahrt auf dem Kallavesi. Währendem die einen die Landschaft bewunderten, ...


interessierten sich andere vor allem für die technischen Aspekte der Schifffahrt.


Die restliche Zeit vertrödelten wir am Hafen...


und machten uns dann auf den Weg zum Bahnhof, um Barbara abzuholen. Die hatte die lange Reise (mit dem Flugzeug in 3 Stunden nach Helsinki und dann mit dem Zug in 5 Stunden nach Kuopio) gut überstanden.

Nun hatten alle ein feines Nachtessen verdient, und so fuhren wir die kurze Strecke zum Berg Puijo. Dort befindet sich der gleichnamige Aussichtsturm mit herrlicher Rundumsicht auf den See Kallavesi mit seinen hunderten von Inseln (unserer Meinung nach das absolute Highlight von Finnland)...


und darin ein Drehrestaurant.


Der weitere Abend verlief dann eher chaotisch, weil sich Loris wie immer nicht wirklich für das Essen interessierte, sondern lieber laut rumtrötzelte und sich auf dem Boden im Kreis drehen wollte.


Ihm sei vergeben, es war unser erstes Mal in einem Drehrestaurant und auswärts essen ohne Spielecke, aber dafür mit völlig überdrehten Kindern, ist kein Spaziergang. Jonas war immerhin beim Dessert bei der Sache.


Am Sonntag führten wir dann Barbara ins Mökki-Leben ein: Rudern, ...


auf dem Bootssteg spielen, ...


fischen...


und Sauna mit anschliessenden Schwimmen im See stand auf dem Programm.