Freitag, 27. November 2009

Edinburgh

Unser Blog geht fremd, und zwar nach Schottland. Christian war diese Woche für ein Job-Interview nach Edinburgh eingeladen. Und nicht nur für ihn war diese Art von Ausflug eine Premiere. Nein, auch Susanne blieb zum ersten Mal mit den 2 Jungs für längere Zeit alleine, und dies gleich für 3 Tage.

Der Empfang in Schottland war eindrücklich: Zuerst eine (vom Piloten angekündigte) wilde Landung und kurz drauf starke Regenschauer für den Rest des Abends.


So schlimm war das aber nicht, denn schon bald wurde es Abend und Christian traf sich mit seiner alten Arbeitskollegin Corinne zum thailändisch Essen. Am Donnerstag hingegen zeigte sich das Wetter von der sonnigen Seite, trotzdem blies immer noch ein starker und kalter Wind. Den Morgen nutze Christian, um sich die Stadt ein wenig genauer anzusehen.


Höhepunkt des Rundgangs war natürlich das Edinburgh Castle auf einem Hügel inmitten der Stadt.


Von dort oben sah man auch gut, wie Edinburgh wunderschön inmitten von Hügeln gegründet wurde.


Nicht nur fahren in der Hauptstadt Schottlands die Autos links und tragen die Männer manchmal Röcke, nein auch sonst ist alles anders als in Jyväskylä: Das Wetter feucht und wild, die Stadt eng und mit viel Verkehr, die Menschen gesprächig und die Häuser alt.


Ein echter Schock für das Landei aus Finnland...


3 Stunden lang spazierte Christian durch die geschichtsträchtige Stadt und kaufte ein paar Souvenirs für die Familie. Dann ging es zurück zum Guesthouse, denn am Nachmittag war der Besuch bei der Uni angesagt, wo das Interview stattfand. Es lief ganz gut, und Arbeit und Arbeitskollegen schienen perfekt zu passen.


Am Abend gab es Muscheln an Weissweinsauce, und schon bald hiess es wieder packen für die Rückreise. Am Freitagmorgen ging es zurück, und beim Start des Flugzeugs konnte sich Christian das Ganze noch von oben ansehen.


Ach ja, den Job hat er übrigens nicht bekommen, leider endete er nur auf dem 2. Platz...

Sonntag, 22. November 2009

Joulu avataan Kompassilla

Was für ein Tag, endlich scheint wieder einmal die Sonne und es ist eiskalt, so lieben wir es doch. Daher machten wir uns so früh wie möglich (und das bedeutet bei uns sehr spät...) auf den Weg zum Jyväsjärvi, weil wir dort einen Spaziergang machen wollten.


Wir liefen vom Hafen in die östliche Richtung los, also weg von der Uni und hin Richtung Torfkraftwerk (oben im Hintergrund). Eigentlich befindet sich ja der grösste Teil der Seefläche hier, nur ist er für uns wegen der Autobahn und der Zugänglichkeit nicht so attraktiv.


Doch weit kamen wir nicht, denn schon bald trafen wir Jonas' Päiväkoti-Freund Tobia (kurz "Tobi") mit seinen Eltern Saara und Matteo. Richtig geraten, der Vater kommt aus Italien, genauer von Rimini, und ist seiner Familie nach Jyväskylä gefolgt. Währenddem sich die Erwachsenen angeregt unterhielten und Loris schlief, tobten sich die 2 Jungs aus. Einmal mehr staunten wir über die Finnischkenntnisse von Jonas.


Am späteren Nachmittag begaben wir uns dann ins Stadtzentrum, wo um genau 17 Uhr die Weihnachtsbeleuchtung der Kauppakatu (Einkaufsstrasse) eingeweiht wurde.


Trotz der Aufforderung, wegen der Schweinegrippe grosse Menschenansammlungen zu meiden, liessen sich mehrere hundert Leute das alles nicht entgehen, v.a. wegen dem schönen Feuerwerk, dass danach noch gezündet wurde.


Die Weihnachtszeit hat also begonnen.

Samstag, 21. November 2009

Schnee weg

Leider hat das Wetter in letzter Zeit nicht mehr mitgespielt, und der ganze schöne Schnee ist weggeschmolzen.


Und trotz November-Groove, d.h. graue Wolken, Regen, und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, stellen sich die Finnen bereits auf Weihnachten ein, wie sich beim Besuch des Einkaufszentrums zeigte.


Der samstägliche Einkauf von Jonas und Christian ist langsam zu einem wichtigen Ritual geworden, und heute wurde dieser ausnahmsweise um ein Fast-Food-Mittagessen erweitert. Hesburger heisst die finnische Variante von McDonalds.


Am Nachmittag ging es dann noch kurz auf den Spielplatz. Inzwischen bewacht Jonas seinen kleinen Bruder ganz stolz, wenn wir den Kinderwagen holen gehen.

Mittwoch, 18. November 2009

Pojat

Hier einmal ein Blogbeitrag, der sich zu 100% unseren Buben (pojat) widmet. Der Kommentar nach Loris' Geburt war überall der gleiche: "der sieht ja genau so aus wie Jonas, als der klein war!" Stimmt, auch wenn natürlich schon einige Unterschiede auszumachen sind und zwar nicht nur, was das Wesen der beiden angeht. Nachfolgend nun ein kleines Quiz (who is who):

Gleich nach der Geburt ...


... und auf (grosser) Reise.


Und so zufrieden können/konnten sie beide sein (mal länger, mal weniger lang).


Spiel ...


... und (Bade-)Spass (Wasser ist halt nicht jedermanns Sache!).


Eine genauere Begutachtung ist dann anlässlich unseres bevorstehenden CH-Besuches möglich. Wir freuen uns!

Sonntag, 15. November 2009

Armisvesi

Mika und Monika mit Sohn Noah, deutsch-finnische Freunde aus Jyväskylä, hatten uns diesen Sonntag zu ihrem "Sommer"haus in Armisvesi eingeladen. Nach einer 60 km langen Autofahrt empfingen sie uns irgendwo tief im Wald an einer kleinen Kreuzung, der Rest der Strecke musste zu Fuss zurückgelegt werden. Normalerweise gelangt man zum Kesämökki mit dem Schiff oder über das Eis, aber jetzt, wo der See nur stellenweise zugefroren ist, ist der 800 m lange Trampelpfad die einzige Möglichkeit.


Es war ein wunderschöner Fussmarsch durch den tief verschneiten Wald.


Die Hütte ist offiziell nur ein Saunahäuschen mit der maximal erlaubten 20 m2 Wohnfläche, dafür durfte man sie bis 15 m nahe ans Ufer platzieren. Sie verfügt weder über Strom noch fliessendes Wasser.


Mika und Monika, beides Architekten, hatten das Blockhaus selbst entworfen, und man kann sagen, dass es ihnen gelungen ist. Im Gegensatz zu den meisten Sommerhäuschen hier in Finnland hat es eine Fensterfront, die einen grossartigen Ausblick auf den See ermöglicht. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Sauna (oben links), in der man mit Seeblick schwitzen kann.


Dort angekommen, inspizierten wir die nähere Umgebung und begaben uns dann natürlich bald in die Sauna. Kaum zu glauben, aber sowohl Susanne wie auch Christian getrauten sich, zur Abkühlung splitternackt ins eiskalte Wasser zu tauchen. Und sogar Jonas besuchte für ein paar Minuten die Sauna.


Den Rest des Tages verbrachten wir mit Schwatz, Spiel und feinem Essen.


Das Platzproblem, das sich durch die gesetzlich erlaubte Maximalfläche ergibt, wird hierzulande mit diversen Tricks gelöst. In diesem Fall ist die Küche offiziell im Freien und die Betten befinden sich auf einer Galerie über dem Wohnraum. Dorthin gelangt man über eine Leiter, und natürlich hat man auch dort einen tollen Ausblick.


Es wurde immer dunkler und wir beschlossen, uns langsam auf den Heimweg zu machen. Hier realisierten wir (Anfänger), dass es wohl viel gescheiter gewesen wäre, a) eine vernünftige Taschenlampe mitzunehmen, und b) unsere Sachen noch bei Tageslicht zusammenzusuchen. Irgendwie schafften wir es aber trotzdem, und so ging es los, zurück durch den Wald, beladen mit Kindern und Gepäck. Dank Stirnlampen war das kein grosses Problem. Trotzdem war das aber ein tolles Abenteuer!

Freitag, 13. November 2009

Rokotus

Auch hierzulande ist die Schweinegrippe seit Wochen das Thema Nr. 1. Eigentlich sahen die meisten Finnen dem Ganzen ziemlich gelassen entgegen. Doch dann starb ein gesundes 8-jähriges Mädchen in Tornio und ein Anflug von Panik war in der Presse und Bevölkerung zu spüren. Inzwischen wurden die Impfungen (Rokotus) gestartet. Zwar sind die Dosen sehr limitiert, aber dafür ist das Ganze ziemlich straff organisiert. Dank dem finnischen Gesundheitssystem mit den offiziellen Gesundheitszentren ist das auch ein wenig einfacher, beim privaten Arzt bekommt hier keiner seine Spritze.


Eine Risikogruppe nach der anderen wird nun durchgeimpft: Als Erstes das Pflegepersonal und die Ärzte, danach die schwangeren Frauen und dann die chronisch Kranken. Heute war die 4. Risikogruppe an der Reihe, Kinder im Alter von 1/2 - 3 Jahre. Darum machten sich Christian und Jonas am Freitag nach dem Mittagessen auf den Weg zum Familien-Gesundheitszentrum. Wir waren auf lange Schlangen und frierende Familien vorbereitet, aber zu unserer Überraschung mussten wir nur 20 Minuten warten. In 6 Zimmern wurde ein Kind nach dem anderen gleichzeitig geimpft. Immer wieder öffneten sich die Türen, und ein weinendes Kind wurde von der Mutter oder vom Vater herausgetragen.


Auch bei Jonas ging das Ganze nicht ohne Tränen über die Bühne, trotzdem blieb er sehr tapfer und beruhigte sich gleich wieder. Jetzt ist also unser Hauptvektor geimpft, und wir hoffen, dass sich damit auch das Infektionsrisiko für den kleinen Loris gründlich reduzieren wird.

Mittwoch, 11. November 2009

Lumi

Eine tolle Nacht mit etwa 10 cm Schneefall. Das ist übrigens viel für das trockene und eiskalte Jyväskylä, denn so richtig viele und dicke Schneeflocken sieht man hier selten. Dafür schmilzt der Schnee (Lumi) danach kaum mehr.


Hier einige Eindrücke von der Uni, wo Christian arbeitet. Sein neues Büro befindet sich gleich über der grössten Lampe, aber auf der gegenüberliegenden Seite.


Diese weissen Bäume stehen in der Kinderkrippe von Jonas.


Am nächsten Morgen war die ganze Stadt in Weiss gekleidet. Wollen wir hoffen, dass der Winter so weitermacht.

Montag, 9. November 2009

Helsinki Times

Seit 2 Monaten sind wir Besitzer eines Abonnements der Helsinki Times, der einzigen wöchentlich erscheinenden Zeitung in Englisch. Nach 1 Jahr in unserer neuen Heimat waren wir der Meinung, dass es an der Zeit ist, etwas besser darüber informiert zu sein, was hierzulande politisch und kulturell passiert. Auch vom Ausland wird berichtet, wie z. Bsp. von der SVP mit ihren Minarett-Plakaten. Das Ganze ist ganz gut gemacht und kommt sehr frisch und jung daher.


Etwas irritiert uns aber: Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Werbung einer Zeitschrift das Zielpublikum anpeilen möchte. Die Werbung in dieser Zeitschrift hat es ganz klar auf die gut bis sehr gut bemittelten Ausländer in Finnland abgesehen: Neben Anzeigen für gute Restaurants, Wellness und Sprachschulen gibt es v.a. auch solche für Plastische Chirurgie...



und künstliche Befruchtung.


Freitag, 6. November 2009

Sandra

Diese Woche bekamen wir übrigens spontanen Besuch aus der Schweiz. Sandra, ehemaliges Bürogspönli von Christian an der Eawag, war für eine Workshop in Konnevesi angereist und übernachtete zweimal bei uns. Wir holten sie am Flughafen ab und sie durfte auf der Gumpi-Matratze schlafen.


Jonas schloss unseren Gast natürlich gleich ins Herz. Und so musste auch Sandra nicht auf das einmalige Erlebnis des Dauerspielens verzichten...

Mittwoch, 4. November 2009

Schneetour

Die neuste Errungenschaft in unserem Alltag: Die Schneetour. Da mit Loris alles ein wenig komplizierter und langsamer geworden ist, gehen wir am Abend nach dem Essen noch häufig auf einen kleinen Spaziergang mit Jonas. So kommt er noch zu der Bewegung und frischen Luft, die ein Dreijähriger braucht. Auf dem Programm stehen z. Bsp. Schneebälle werfen, Schneemänner bauen, Negeli kontrollieren oder eine kleine Schaukelpause beim Spielplatz. Heute liessen wir uns etwas Spezielles einfallen...

Dienstag, 3. November 2009

Passbilder

Bald werden wir in die Schweiz reisen, und dafür benötigen wir für Loris natürlich auch ein gültiges Reisedokument. Deshalb stellten wir heute ganz in Eigenregie (genau wie damals bei Jonas) Passbilder her und hoffen nun, dass diese auch alle Kriterien erfüllen. Grundsätzlich lief der ganze Vorgang von Registrierung in der Schweiz und ID-Bestellung sehr einfach ab, weil die Botschaft in Helsinki einfach die nötigen Unterlagen entgegennimmt und dann die Sache schnell und unkompliziert selbst erledigt.


Und für alle (inklusive uns), die sagen, dass sich Jonas und Loris gleichen, hier noch der Vergleich zwischen den beiden Passbildern. Jonas war damals allerdings beinahe doppellt so alt (3 Monate) wie Loris jetzt. Über Details kann man ja diskutieren, aber diese beiden Jungs haben sicher die gleichen Eltern...

Sonntag, 1. November 2009

Jää

Wir unternahmen einen kleinen Sonntagsspaziergang am Tuomiojärvi und stellten fest, dass dieser überraschenderweise schon komplett zugefroren war. Die Eisschicht war allerdings noch dünn.


Wir suchten Steine und warfen sie auf den See. Die lustigen Töne, die durch den Aufprall entstanden, waren sehr laut und hallten durch die ganze Gegend.


Und natürlich mussten wir ausnützen, dass das Eis (Jää) noch nicht so fest war, und brachen es auseinander. Wie man sieht, ist die Eisdecke zum Teil schon über 5 cm dick.


Danach ging es wieder nach Hause. Der Mittagsschlaf rief, denn schliesslich waren wir am Abend bei Meiers (oder genauer gesagt in Christian Meiers Firma) in die Sauna eingeladen. Wir hatten versprochen, einen kleinen Dessert zu liefern. Und so backte Christian (Rellstab) die in Finnland zur Weihnachtszeit sehr beliebten Tähtitortut (Sterntorten, wobei das Wort Torte irgendwie nicht wirklich passt), auch Joulutortut (Weihnachtstorten/kuchen) genannt. Dafür braucht man genau 2 Zutaten: Blätterteig und Pflaumenkonfitüre. Unglaublich einfach, unglaublich gut, und sieht erst noch toll aus. Hyvää ruokahalua!