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Samstag, 25. Dezember 2010

Weihnachten zum zweiten

Der Weihnachtstag verlief ähnlich entspannt wie Heiliger Abend. Nach dem Austoben draussen ...


Mittagsschlaf halten (diesmal klappte es sogar bei Jonas) und der Vorbereitung des Abends kamen unsere Freunde Monika, Mika und Noah zur Weihnachtsfeier zu uns. Während die Erwachsenen vor allem das leckere Essen genossen, zerrten die Buben fast sämtliches Spielzeug hervor und unterhielten sich dabei wie immer köstlich.


Im späteren Verlauf des Abends wurde das Spiel dann etwas ruhiger, irgendwann geht auch 3- resp. 4-jährigen Jungs die Energie aus!


Die Unterhaltung mit Noah und Mika findet zwischenzeitlich übrigens zu 100% auf Finnisch statt, wobei Jonas dann zuweilen auch mit uns kein Schweizerdeutsch mehr spricht. Auch mit seinem kleinen Bruder Loris unterhält er sich beim Spielen immer mal wieder auf Finnisch. Finnisch ist für ihn wohl so zu einer Art Spielsprache geworden. Die Kommunikation zwischen Mika und Loris ... 


verläuft aber noch grösstenteils nonverbal (zumindest von Seiten von Loris).

Und so liessen wir den Abend gemütlich ausklingen. Weihnachten für einmal nicht in der heimatlichen Schweiz zu verbringen, war auch sehr schön gewesen!

Freitag, 24. Dezember 2010

Joulu

Die Adventskalender sind leer, der Baum geschmückt, Heiligabend kann kommen. Seit Tagen war Jonas nur noch in der Wohnung herumgeflitzt und steckte damit auch seinen kleinen Bruder an, der ja eigentlich nicht weiss, um was es wirklich geht.

Wir hatten uns trotzdem vorgenommen, einen ruhigen und entspannten Tag zu haben, und dies gelang uns ganz gut. Am Morgen machten wir uns bei -23°C auf zum Spielplatz und genossen den schönen Wintertag.
 

Nach einem kleinen Mittagessen war Mittagsschlaf angesagt. Jonas war allerdings zu aufgeregt und konnte nicht einschlafen. Irgendwann erlösten wir ihn und holten ihn zu uns.

Und was macht der Finne an Weihnachten? Richtig, er geht erst mal in die Sauna, wie immer, und so taten wir das auch, zumindest die Männer.


Inzwischen ist es zur Tradition geworden, nach der Sauna auch noch kurz an die frische Luft zu gehen, und heute sollten uns auch -24°C nicht davon abhalten. Der Fotograf dampft so fest, dass man Jonas kaum noch sehen kann.


Nach der Sauna ging es weiter mit einem kleinen Apéro, bei dem Loris die Guacamole fast im Alleingang aufass.

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Und nach der Weihnachtsgeschichte und vielen Liedern...

 

 gab es kein Halten mehr, es ging den Geschenken an den Kragen.

 

Loris liess sich dadurch nicht gross beeindrucken, aber schnappte sich in einem unbeobachteten Moment sein grosses Schokoladeherz, dass er bekommen hatte, packte es aus und verspeiste es friedlich. Spätestens jetzt war klar, dass mit ihm beim Essen nicht mehr zu rechnen war.

 

Den Rest des Abends verbrachten wir mit dem Ausprobieren der neuen Geschenke...,


  essen, Weihnachtslieder hören und Bücher anschauen.


Die Stimmung war wirklich toll und wir waren auch mächtig stolz auf unseren ersten richtigen Christbaum in unserer jungen Familie.


Richtiger Christbaum? Fast. Ganz finnisch hatten wir keine echten Kerzen am Baum angebracht, sondern elektrische. Hier kann man schon seit Jahren fast keine richtigen Kerzen mehr kaufen. Wegen der Kombination von Feuer, Alkohol und Holzhäusern gab es in Finnland einfach zu viele Brände, so dass die Regierung von der Benutzung von Wachskerzen abrät und die Läden fast nur elektrische Varianten verkaufen. Uns war es recht, eine Sorge weniger, und nach ein paar Minuten hatten wir uns bereits daran gewöhnt.

 

Ganz kerzenfrei war der Abend aber nicht, schliesslich wimmelt es ja sonst davon in unserer Wohnung.


Am späteren Abend brachten wir die Kinder zu Bett und genossen den Rest des Abends in romantischer Zweisamkeit.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Ein neuer Rekord / Weihnachtsvorbereitungen

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Weihnachtsvorbereitungen. Und er begann denkwürdig. Als wir uns zum Einkaufen aufmachten, zeigte das Thermometer -27°C an. Das war neuer Rekord für alle von uns, der bisherige von -25°C stammte aus dem Januar dieses Jahres.


Jonas schien das nicht gross zu kümmern, er übte sich im Bergsteigen auf dem Hinterhof, währenddem Christian die Autoscheiben freikratzte. Eigentlich erstaunlich, diese Kälte ist ganz einfach zu ertragen. Einerseits ist es hier bei diesen Temperaturen extrem trocken, andererseits weiss man ja schon vorher, wie kalt es draussen sein wird, und man kleidet sich entsprechend. Jonas zum Beispiel hat hier 3 warme Schichten an. 


Dann fuhren wir in unserem Peugeot, der auch bei dieser Kälte einwandfrei funktioniert, zum Einkaufen. Im Parkhaus von Sokos war es -14°C. Wir hatten punkto Einkaufsstress ja das Schlimmste erwartet, aber die Zustände im Laden waren dann gar nicht so schlimm. Nur beim Fisch hätten wir 150 Nummern abwarten müssen, und ihn deshalb abgepackt gekauft.


Am Nachmittag stand dann Christbaumschmücken auf dem Programm. Freunde hatten uns freundlicherweise ihren Christbaumschmuck ausgeliehen, da dies wohl unsere letzten Weihnachten in Finnland sind.


Und natürlich beteiligte sich die ganze Familie daran, d.h. fast, denn jemand muss es ja auch dokumentieren.


Das Endresultat lässt sich sehen - Weihnachten kann jetzt kommen.

Montag, 20. Dezember 2010

Guetzle

Natürlich haben wir in den letzten Tagen auch intensiv Weihnachtsguetzli gebacken, ...
 
 

mit tatkräftiger Unterstützung unserer beiden Söhne. Sei es beim Teig auswallen...


Guetzli ausstechen, ...


oder beim Qualitätstest mit...


oder ohne Schokolade.
 
 

Endresultat: 5 verschiedene und feine Guetzlitypen. Neben Mailänderli, Basler Brunsli, Zimtsternen und Spitzbuben die einzige finnische Art: Pipari (Pfefferkuchen), links unten.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Puurojuhla

Das Weihnachtsfest von Jonas' Gruppe im Päiväkoti, den Pääskyset (den kleinen Schwalben), fand nicht am Abend statt. Stattdessen gab es am Morgen eine so genannte Puurojuhla, eine Feier, an der man den traditionellen Weihnachtsbrei (Milchreis mit Zimtzucker, dazu Pfefferkuchen) verspeist. Zuerst aber sollten uns die Kinder noch eine kleine Vorstellung geben. Jonas wollte sich aber partout nicht von seinen Eltern trennen, erst nach langem Zureden stellte er sich tapfer der Herausforderung. Und er durfte zu Beginn erst noch bei seiner Lieblingsbetreuerin Jaana auf dem Schoss sitzen.


Dann fing die Vorstellung an und die Kinder boten uns eine tolle Show aus Schauspiel...


Gesang und Tanz.



Mittendrin Jonas, der seine Hemmungen definitiv losgeworden war und voll mitmachte.


Für seine Eltern interessierte er sich von da an gar nicht mehr.


Nach dieser gelungenen Darbietung knurrte aber allen der Magen, und Eltern, Kinder und Betreuer begaben sich gemeinsam zum Morgenessen.

Samstag, 11. Dezember 2010

Pikkujoulu

In diesem Dezember sollen unsere Leser auch etwas von den finnischen Weihnachtstraditionen erfahren. Und ein wichtiges Element in der Vorweihnachtszeit sind die Pikkujoulut (wörtlich übersetzt "kleine Weihnachten"), den Weihnachtsfeiern. Diese finden nicht nur am Arbeitsplatz, in Vereinen oder in Schulen statt, sondern auch privat. Ab Ende November lädt man seine besten Freunde ein, geht in die Sauna, isst gut und trinkt viel.

Heute durften wir unsere erste (und wohl einzige) private Pikkujoulu dieses Jahr erleben, wir waren bei unseren finnisch-deutschen Freunden Monika und Mika mit Sohn Noah eingeladen. Auch mit dabei unsere guten Freunde Laura und Jukka mit Tochter Jade, die früher zusammen mit Jonas ins Päiväkoti ging. Als erstes gingen die Frauen in die Sauna und die Männer bei eisigen -14°C schlitteln, dann durften die Männer in die Sauna, und die Frauen kümmerten sich um den Nachwuchs. Jetzt war der Hunger riesig, und der Festschmaus begann. Unsere Gastgeber tischten uns eine richtig traditionelle finnische Weihnachtsmalzeit auf. Zur Vorspeise gab es verschiedene Varianten von Fisch (wobei die Lachsbrötchen bei den Kindern am besten ankamen), feines Brot und Randensalat.


Zur Hauptspeise gab es leckeren Weihnachtsschinken (Joulukinkku), ...


dazu die klassischen Weihnachtsaufläufe aus Rüebli, Steckrüben und Kartoffeln (leicht süss).


Leider gibt es von den Erwachsenen (wieder einmal) keine brauchbaren Bilder. Die Kinder verzichteten auf den Hauptgang und gingen in den oberen Stock Gespenster spielen und Bücher anschauen.


Auch Loris gefiel es sichtlich, aber gegen 21h war er dann bettreif.


Gegen Mitternacht machten wir uns auf den kurzen und kalten Heimweg. Loris schlief friedlich und warm eingepackt im Kinderwagen, und Jonas zogen wir im Bob hinter uns her. Er schlug sich tapfer, noch nie in seinem Leben war er so lange aufgeblieben.

Samstag, 11. September 2010

Rovaniemi, Tag 2

Am 2. Tag unseres kleinen Abenteuers im wirklich hohen Norden fuhren wir mit dem Bus an den Polarkreis, auf finnisch Napapiiri. Wir waren auf alles gefasst: man sagt, dass dies der einzige Ort in Finnland sei, der extrem touristisch und kommerziell ist. Aber was soll man machen, etwa nicht an den Polarkreis fahren, wenn man schon in Rovaniemi ist? Ausserdem wohnt doch hier der Weihnachtsmann.


In Napapiiri war es dann wirklich sehr touristisch, aber da es fast keine Leute hatte, war es gar nicht so schlimm. Wir schlenderten durch die unzähligen Souvenirläden, schrieben Postkarten, bekletterten den Polarkreis...


und spielten natürlich auf dem Spielplatz.


Und dann war es soweit, wir trafen den echten Weihnachtsmann. Das war ganz lustig, und wir hatten uns fest vorgenommen, keines dieser völlig überteuerten Bilder zu kaufen. Schliesslich taten wir es dennoch, wir konnten einfach nicht widerstehen. Achtung, grosse Kitschgefahr!


Am Polarkreis ist der Herbst schon viel weiter fortgeschritten als bei uns im "Süden".


Lappland ist ja bekannt für seine Herbstfarben (auf finnisch Ruska). Weil es weniger Bäume gibt als bei uns, sieht man auch zusätzlich die Farben der Bodenvegetation. Jetzt, Mitte September, ist die Ruska zwar noch nicht in ihrer ganzen Pracht, trotzdem zeigt sich der Herbst von seiner schönen Seite.


Die Kinder wurden immer müder, und die Erwachsenen immer hungriger, und so fuhren wir wieder mit dem Bus durch die Wälder zurück in die Stadt. Am späteren Nachmittag besuchten wir noch einen Spielplatz, wo man ein batteriebetriebenes Quad (Mönkijä) billig mieten konnte.


Nach dem Abendessen nahmen Jonas und Loris noch ein Bad in der Badewanne. Dies ist insofern besonders, weil es in Finnland kaum Badewannen gibt und wir sie sehnlichst vermissen. Ganz selten haben wir in einem Hotel die Möglichkeit dazu.

Freitag, 4. Dezember 2009

Sveitsiin

Wahnsinnig, wie die Zeit vergeht, aber schon bald ist wieder Weihnachten. So machten wir uns auf den Weg in die Schweiz. Jetzt, wo wir zu viert sind, verzichteten wir auf den Zugtrip nach Helsinki und flogen von Jyväskylä über Helsinki nach Zürich.


Im zarten Alter von nicht mal 3 Monaten fliegt also Loris bereits zum ersten Mal, Jonas musste dafür 1 Jahr, Susanne 13 Jahre und Christian sogar 16 Jahre warten. Es lief alles bestens, auch wenn Loris am Ende des zweiten Fluges offensichtlich genug vom Ganzen hatte. Und trotz Streik der Gepäckabteilung von Finnair wurden unsere Flüge nicht gestrichen (im Gegensatz zu 90 anderen in dieser Woche) und 2 von 3 Gepäckstücke erreichten Zürich auch pünktlich.


Dort wurden wir von unseren liebsten herzlich empfangen. Unser Blog macht nun Pause, wir melden uns wieder Ende Dezember aus dem hohen Norden. Hyvää Jolua!