Donnerstag, 31. März 2011

Avaruussukkula

Heute ist ein grosses Päc chen angekommen und darin hatte es - ein Lego Space Shuttle (Avaruussukkula) für Erwachsene!


Jonas war nun völlig aus dem Häuschen und spekulierte bereits darüber, wie gross die Raumfähre wohl werden wird.


Das Set besteht aus 1204 Teilen und war nicht ganz billig...


Und kaum war Loris im Bett, ging es los. Dieser Bau wird uns einige Tage beschäftigen.

Sonntag, 27. März 2011

Monikielinen brunssi

Ein ereignisreicher Sonntag. Die Männer standen früh auf und sogleich wurde lang und intensiv gespielt.


Der Ausgang des Bobbycar-Rennens war einfach vorherzusagen, aber bald wird Jonas ernsthafte Konkurrenz bekommen.


Unsere unzertrennbaren Brüder genossen dazwischen aber auch ruhigere Momente.


Dann kamen aber schon unsere Gäste. Wir hatten unsere Freunde Laura und Jukka mit Töchterchen Jade zum Brunch (Brunssi) eingeladen. Jade ging früher zusammen mit Jonas in die Krippe, ist jetzt in einer anderen Gruppe, besucht aber jeden Montag zusammen mit ihm den Kielikerho (Sprachclub), eine Sprachstunde für die zweisprachigen Kinder der Krippe. Denn Jades Mutter Laura ist zwar halbe Finnin, aber in Deutschland aufgewachsen und spricht mit ihrer Tochter Deutsch.


Und so wurden heute, je nach Kombination der Gesprächsteilnehmer, 4 verschiedene Sprachen gesprochen: Schweizerdeutsch, Deutsch, Finnisch und Englisch.

 

Jonas hat sich inzwischen an das Sprachwirrwarr gewöhnt, und zeigt auch keine Hemmungen mehr, vor uns Finnisch zu sprechen.


Als sich unsere Gäste verabschiedet hatten, stand noch Spielplatz und Abendessen auf dem Programm. Dann war Zeit ins Bett zu gehen - mit den üblichen Ritualen.

Freitag, 25. März 2011

Arbeitsweg

Auch nach fast 3 Jahren fühlt es sich immer noch speziell an, mit dem Fahrrad über einen See zur Arbeit zu fahren. Schneller (aber kürzer) ist der Weg über den See wohl nicht, aber es macht einfach Spass.


Lange hatte es zuviel Schnee auf dem Jyväsjärvi, um ihn mit dem Velo zu überqueren. In letzter Zeit hatten wir aber einige warme Tage, gefolgt von Schneefall, und jetzt sind die Bedingungen wieder besser.


Gar nicht so einfach zu fahren, denn man braucht ein gewisse minimale Geschwindigekit, damit die kleinen Unebenheiten keine Probleme machen, trotzdem sollte man nicht zu schnell sein, falls man neben den Weg gerät. Auf jeden Fall fällt man weich.

Montag, 21. März 2011

Jokapäiväinen elämä

Kleine Kinder sind Routine-Menschen, und daher läuft es, wenn Loris und Jonas in der Krippe sind, am Abend eigentlich immer gleich ab. Christian fährt zum Päiväkoti, diskutiert kurz mit den Betreuerinnen wie's lief und kutschiert die beiden nach Hause. Immer dabei: Pingu aus der Antarktis ("Ing") und Iguana aus der Karibik ("Igi-aana").


Bei der Wohnung wollen die Jungs klingeln und freuen sich schon riesig darauf, dass Susanne ("Papa!") die Türe aufmacht.


Danach gibt's seit wohl 2 Jahren jeden Tag eine Riisipiirakka ("I-kaka", Reispirogge, die wohl beste  Erfindung der Region) und einen Fruchtsaft ("Äftli"). Der Rest des Abendprogramms hingegen ist variabel, und beinhaltet natürlich noch ein feines Nachtessen. Immer häufiger spielen die beiden auch zusammen, und manchmal (aber nur machmal) gibt es richtige ruhige Momente.

 

Meistens läuft es aber eher so ab:


Dank dem tollen Grundriss unserer riesigen Wohnung können die beiden noch die letzte unverbrauchte Energie loswerden, bevor sie früh ins Bett gehen.

Sonntag, 20. März 2011

Turnhalle

Wie schon angekündigt, ging es diesen Sonntag zum zweiten Mal zum Lasten Liikuntapeuhula, eine Turnhalle voll von Spielgeräten (und vielen vielen anderen Kindern). 3 Stunden lang klettern, ...


spielen, ....


und turnen.


Auf Wunsch von Jonas noch diesen kleinen Film vom Schweizer Kimi Raikkönen.

Donnerstag, 17. März 2011

Evakuierung

Kleiner Schock heute bei Christian an der Universität. Der Mattilanniemi-Campus, nur 200 m von Christian's Büro entfernt, musste am Nachmittag wegen der Gefahr eines Amoklaufs evakuiert werden. Anscheinend hatte jemand (nicht anonym) der Polizei gemeldet, dass eine Person mit einer Waffe unterwegs sei. Die Polizei durchsuchte die Gebäude stundenlang, konnte aber nichts finden und gab am Ende Nachmittags Entwarnung. Fehlalarm, zum Glück.

 

Keskisuomalainen, Zeitung von Zentralfinnland.

Das man hierzulande so schnell und intensiv auf nur den kleinsten Hinweis eines Amokslauf reagiert, hat seine Gründe. Ähnlich wie die USA und Deutschland wurde nämlich Finnland in den letzten Jahren von Amokläufen nicht verschont. Im November 2007 richtete ein Gymnasium-Schüler in der Nähe von Helsinki 8 Mitschüler und sich selbst. Im September 2008 tötete ein Schüler einer Fachhochschule im Westen Finnlands 10 Schüler mit einer Schusswaffe und beging dann Selbstmord. Am Silvester 2009 erschoss ein Mann wiederum in der Nähe von Helsinki zuerst zuhause seine Freundin, dann wahllos 4 Leute im Einkaufszentrum, in dem sie normalerweise arbeitete, und brachte sich schliesslich selbst um. Letztlich, im Sommer 2010, beendete ein Mann bei einer McDonalds-Filiale einen Streit mit 3 Unbekannten, indem er sie mit einer Schusswaffe tötete und danach mit seiner schwangeren Frau zu flüchten versuchte. Der Täter war 7 Monate vorher frühzeitig aus einer "lebenslangen" Haftstrafe wegen Mordes entlassen worden.

Über die Gründe dieser Häufung von so schweren Gewaltdelikten wurde in Finnland viel diskutiert, und natürlich kam auch die sehr liberale Gesetzgebung bezüglich Waffenbesitz stark unter die Räder. Immerhin steht Finnland, nach den USA und Jemen, beim privaten Waffenbesitz auf Rang 3 der Welt (die Schweiz folgt auf Rang 4). Grund dafür sind die vielen Jäger in der Bevölkerung. Und die haben eine so starke Lobby, dass sich wohl nichts ändern wird. Ob es etwas nützen würde, steht sowieso in den Sternen...

Montag, 14. März 2011

Puolitoista vuotta

Vor genau 1.5 Jahren (puolitoista vuotta) ist Loris in Jyväskylä auf die Welt gekommen, und aus dem kleinen Baby ist inzwischen ein richtig kleiner Junge geworden. Und weil er für viele unserer Blog-Leser der unbekannteste unserer kleinen Familie ist, wollen wir ihn Euch ein wenig näher vorstellen.


 Loris' grösste Hobbies sind:

  • das Spielen mit und Nacheifern seines grossen Vorbilds, Jonas. Die beiden sind ein echtes Dream-Team und streiten nur selten. Hier muss man aber vor allem Jonas ein grosses Kränzchen winden, der so liebevoll mit seinem Bruder umgeht und neuerdings versucht, ihm die Welt zu erklären.
  • das Singen: Loris hat mit Singen begonnen, bevor er sein erstes Wort sprechen konnte. Inzwischen singt er immer und überall, und sein Repertoire umfasst mehrere finnische und schweizerdeutsche Lieder. Wenn er ganz gut aufgelegt ist, bietet er auch noch ein Tänzchen dazu.
  • das Päiväkoti (Krippe). Loris liebt andere Kinder, und eben so sehr liebt er es auch, in die Krippe zu gehen. Im Gegensatz zu Jonas früher ist der Abschied kein Problem, inzwischen gibt er uns ein Küsschen und geht dann mit einer der Betreuerinnen zum Frühstück. Am Wochenende erzählt er uns viel von der Krippe, indem er alle Namen der Kinder seiner Gruppe aufzählt. Und auch mit dem Finnisch scheint es gut zu klappen, auf jeden Fall verstehen wir ihn am Abend nach der Krippe kaum.
 
  • Streiche spielen: Ja, ein richtiges Schlitzohr ist er, und wenn er so richtig in Fahrt kommt, reiht er einen Streich an den anderen. Die Sofa-Kissen bemalen, heimlich am Computer hantieren, physikalische Experimente mit dem Essen durchführen, mit dem Geschirr Schlagzeug spielen, das WC dauerspülen; für alles ist er zu haben. Zum Glück sieht man ihm meist schon von weitem an, wenn er etwas plant.

  • das Plaudern: Im Alter von 1 1/2 Jahren fängt er jetzt an, richtig zu sprechen. Und wenn er nicht gerade am Singen ist, dann plaudert er halt. Beeindruckend ist seine Geduld und Hartnäckigkeit, wenn er das Gesagte 10 Mal wiederholt, weil wir ihn wieder mal nicht verstehen.

    Hier einige seiner lustigsten Wortkreationen:
    • "iggi" - Kaffee
    • "leischli" - Fleisch
    • "pa-pa-pei" - Papagei
    • "tü-ta-to" - alle Busse
    • "pii-paa-auto" - Feuerwehr, Polizei und Ambulanz
    • "puter"- Computer
    • "putt" - kaputt
    • "ne-ne-ne" - Telefon
    • "Lolis ha!" - Ich will das!
    • "Lolis au!" - Ich will auch!
    • "igi-aana" '- Iguana
    • "iiää - probieren"
    • "tei-ta-tel" - Space Shuttle
    • "Bu-pa" - Corn Flakes, in Anblehung von Jonas alter und immer noch aktueller Wortkreation

    Dies ist unser absoluter Favorit:
    • "Böögg dine" - hier hat es ein Haar am Boden

    Natürlich spricht Loris auch schon Finnisch:
    • "hei hei" / "heippa" - Tschüss 
    • "potta" - Töpfchen
    • "tossut" - Finken
    • "ulos" - nach draussen
    • "tutti" - Nuggi

    Und seit neustem gibt's die ersten 3-Wörter-Sätze:
    • "Mama kaka putze"
    • "Bagger mit ulos" - Bagger mit nach draussen nehmen

Wir gratulieren Loris zu seinem Zwischengeburtstag und sind gespannt, wie es weitergeht!

Sonntag, 13. März 2011

Schon Frühling?

 

Weidenkätzchen? Wir reiben uns die Augen. Ja, Weidenkätzchen. Ist denn schon Frühling? Nein, leider noch nicht. Das nächste Foto ist von der gleichen Stelle, nur aus einem anderen Blickwinkel (hier handelt sich übrigens um eine der Schneedeponien der Stadt).

 

Dann drehen wir uns doch mal um, wer kommt denn da?


Diese Familie geniesst definitiv noch nicht den Frühling, sondern geht heute...


Schlitteln!


Trotzdem sind wir glücklich, dass wir das erste Anzeichen von Frühling gesehen haben. Der Winter hier in Jyväskylä ist ja wirklich toll, aber etwa 2 Monate zu lang. Das Warten beginnt...

Freitag, 11. März 2011

Badewanne

Eine Badewanne besitzt fast niemand in Finnland, hierzulande wird sauniert und geduscht. In den letzten 3 Jahren sind wir genau 2 Mal, nämlich in Hotels in Kuopio und Rovaniemi in einer Badewanne gesessen. 

Darum müssen sich unsere 2 Jungs mit einer kleine bescheidenen Plastikwanne zufrieden geben. Dies taten sie bis vor kurzem einzeln. Doch weil seit 2 Wochen keine Einigung mehr besteht, wer zuerst baden darf, stecken wir sie jetzt halt einfach gleichzeitig ins Bad.


Ein bisschen eng zwar, ...


aber dafür mit um so höherem Spassfaktor.

Montag, 7. März 2011

Nur für Schwindelfreie

Gefährlich war es geworden in letzter Zeit. Nach einer längeren wärmeren Periode mit Temperaturen im tiefen Plusbereich während des Tages hingen die Schneemassen an den Rändern der Dächer. Immerhin hatten wir diesen Winter kumulativ über 1 Meter Schnee, und der drohte nun, zum Teil in Form von Eiszapfen, vom 5. Stok in den Bereich vor den Eingang zu fallen.

Doch heute kamen sie, die Männer mit dem riesigen Liftkran.


Währenddem der eine auf schwindelerregender Höhe das Dach vom Schnee befreite, räumte der andere unten den Schnee weg und passte auf, dass niemand unter den Schnee geriet.


Nur schade, dass alle unsere schönen Eiszapfen nun weg sind.


Der Mann war mit einem Seil am Kran gesichtert, im Gegensatz zu dem, den wir letztes Jahr filmten.

Samstag, 5. März 2011

Finlandia

Sie wird als heimliche finnische Nationalhymne bezeichnet, die Finlandia-Hymne des weltberühmten finnischen Komponisten (1865-1957) Jean Sibelius. Sie ist eine Kurzversion eines längeren Stücks, dass 1900 uraufgeführt wurde. Sie galt damals als Protestmusik gegen die russische Besetzung und wurde von den russischen Behörden zeitweise verboten. Erst in den 40'er Jahren bekam sie auch noch einen Text, denn ursprünglich war das Stück für ein Orchester geschrieben worden.

Im folgenden kurzen Film könnt Ihr sie Euch anhören (die erste von 2 Strophen), gesungen von Frauen- und Männerchor Fischenthal...



Oi, Suomi, katso, sinun päiväs' koittaa,
Yön uhka karkoitettu on jo pois,
Ja aamun kiuru kirkkaudessa soittaa,
Kuin itse taivahan kansi sois'.
Yön vallat aamun valkeus jo voittaa,
Sun päiväs' koittaa, oi synnyinmaa.

Mittwoch, 2. März 2011

Doping

Heute war der letzte Tag von Barbara und Valentin in Jyväskylä. Morgen werden sie nach Helsinki reisen und dort das Flugzeug Richtung Schweiz nehmen. Leider hatte sich an der unglücklichen Situation nichts geändert, Valentin ging es zwar nicht mehr so schlecht wie Anfangs Woche, hatte aber immer noch Fieber. Christian blieb am Morgen bei ihm und der Rest der Truppe machte sich auf zu einem Spaziergang am tief verschneiten Tuomiojärvi.


Ganz nahe beim kleinen Strand, wo wir im Sommer häufig baden gehen, gibt es einen ziemlich rasanten Schlittelhang.


Auf dem Heimweg war eigentlich noch ein Besuch des "Möwen-Spielplatzes" geplant gewesen, aber von dem war wegen des vielen Schnees nicht mehr viel zu sehen,  die Möwen-Skulpturen konnten kaum noch atmen.



  

Schon die ganze Woche hatte Valentin den Wunsch gehabt, das Flugzeug-Museum in Tikkakoski (20 km nördlich von Jyväskylä) zu besuchen. Leider ging das wegen des Fiebers nicht. Weil heute aber der letzte Ferientag war, beschloss Barbara, ihn mit einem fiebersenkenden Mittel zu dopen, damit er trotzdem noch etwas unternehmen konnte. Und so genossen die Zeit im fast menschenleeren Museum.


Kräftemässig war das Ganze für Valentin auch kein Problem, schliesslich gab es da diesen tollen Kinderwagen in Form eines Pilotensessels.


Endlich konnte Jonas seine grossen Cousin und Freund, denn er schon lange anhimmelt, ...


... noch ein wenig geniessen.
 

Auf die Frage, ob sehr frustriert sei wegen seiner Grippe, die er leider genau in den Finnland-Ferien ertragen musste, meinte Valentin, das Wichtigste sei gewesen, dass er seinen Götti besuchen konnte. Und so erlebten wir das auch. Auch wenn wegen des Fiebers nicht viel drin lag in dieser Woche, genossen wir unseren Besuch in der sonst einsamen Winterzeit vollen Zügen. Gute Heimreise!