Kleiner Schock heute bei Christian an der Universität. Der Mattilanniemi-Campus, nur 200 m von Christian's Büro entfernt, musste am Nachmittag wegen der Gefahr eines Amoklaufs evakuiert werden. Anscheinend hatte jemand (nicht anonym) der Polizei gemeldet, dass eine Person mit einer Waffe unterwegs sei. Die Polizei durchsuchte die Gebäude stundenlang, konnte aber nichts finden und gab am Ende Nachmittags Entwarnung. Fehlalarm, zum Glück.
Keskisuomalainen, Zeitung von Zentralfinnland.
Das man hierzulande so schnell und intensiv auf nur den kleinsten Hinweis eines Amokslauf reagiert, hat seine Gründe. Ähnlich wie die USA und Deutschland wurde nämlich Finnland in den letzten Jahren von Amokläufen nicht verschont. Im November 2007 richtete ein Gymnasium-Schüler in der Nähe von Helsinki 8 Mitschüler und sich selbst. Im September 2008 tötete ein Schüler einer Fachhochschule im Westen Finnlands 10 Schüler mit einer Schusswaffe und beging dann Selbstmord. Am Silvester 2009 erschoss ein Mann wiederum in der Nähe von Helsinki zuerst zuhause seine Freundin, dann wahllos 4 Leute im Einkaufszentrum, in dem sie normalerweise arbeitete, und brachte sich schliesslich selbst um. Letztlich, im Sommer 2010, beendete ein Mann bei einer McDonalds-Filiale einen Streit mit 3 Unbekannten, indem er sie mit einer Schusswaffe tötete und danach mit seiner schwangeren Frau zu flüchten versuchte. Der Täter war 7 Monate vorher frühzeitig aus einer "lebenslangen" Haftstrafe wegen Mordes entlassen worden.
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