Susanne machte heute einen familienfreien Tag und fuhr mit dem Zug nach
Tampere. Die Männer blieben zu Hause. Sie gingen am Morgen in der Stadt einkaufen und besuchten am Nachmittag auf Wunsch von Jonas das naturhistorische Museum. Jonas und dieses Museum haben eine besondere Beziehung: Eigentlich wollte er ja mal vor langer Zeit mit Grossmami und Grosspapi dorthin, weigerte sich dann aber, durch den Eingang zu gehen, weil das Museum so dunkel ist. Seit dann haben wir schon unzählige Male versucht, ihn zu einem Besuch zu überreden, aber es wollte nicht klappen. Seit kurzem aber hat er seine Meinung geändert, und das hat sicher damit zu tun, dass er sich wieder intensiv für Tiere interessiert.

Ein bisschen zögerte er zwar schon beim Eingang, betrat dann aber mutig das eher dunkle Museum und bestaunte den Fuchs, der im Schnee eine Maus jagt. Ein Besuch im Museum lohnt sich wirklich. Praktisch alle Tiere, die man (theoretisch) hier zu sehen bekommt, sind ausgestellt. Prunkstück der Sammlung ist sicher dieser riesige Elch, geschätzte 180 cm hoch.

Während Loris im Kinderwagen schlief, lief Jonas stolz mit dem Museumsführer durch die verwinkelten Gänge und fragte seinen Vater Löcher in den Bauch.

Irgendwann entdeckte er dann auch noch den Computer, auf dem man sich Diashows und Videos anschauen kann. Spätestens jetzt war klar, dass man ihn nicht ohne Tränen aus dem Museum bringen würde. Doch nach fast 2 Stunden musstes es sein, schliesslich schloss das Museum bald, hatte Loris grossen Hunger und es musste auch noch ein Nachtessen auf dem Tisch stehen, wenn Susanne wieder nach Hause kommen würde.

Inzwischen genoss Susanne einen ruhigen Tag in
Tampere. Schon die Zugsfahrt war Erholung pur: zurücklehnen und lesen ohne jegliche Störung und das während 1 1/2 Stunden! Danach stand ein Besuch im Kunstmuseum (
Taidemuseo) auf dem Programm, wo zur Zeit gleich drei Ausstellungen stattfinden: neben zwei Fotoausstellungen (welchen Susanne's Besuch galt) ist dort auch ein Schweizer anzutreffen, dessen Werke den Weg bis hierher in den hohen Norden gefunden haben: H.R. Giger mit seiner Ausstellung ART - DESIGN - FILM. Ich muss zugeben, dass mich Giger's Werk nicht gerade in helle Begeisterung versetzt, irgendwie war es aber doch ganz lustig, kurz durch die Räume zu streifen, (Schweizer-)Deutsch zu lesen resp. zu hören und v.a. all die düsteren, natürlich allesamt schwarzgekleideten finnischen Ausstellungsbesucher zu beobachten.

Danach stand noch ausgedehntes Shopping auf dem Programm, wobei Susanne's Interesse v.a. den kulinarischen Spezialitäten der Gourmetabteilung von
Stockmann und (englischen und deutschen) Büchern galt; Dingen eben, die hier in Jyväskylä nicht oder nur spärlich zu finden sind. Jetzt können wir dann endlich auch einmal nachlesen, was die Muumin im Muumintal so alles erleben. Diesbezüglich haben wir wirklich eine Bildungslücke.

Nach Kaffee und Pulla und einem kurzen Stadtbummel ging's dann bereits wieder zurück nach
Jyväskylä. Der Tag war wirklich schön gewesen - trotz des wirklich grässlichen (Tau-)Wetters und es hat auch gut getan, mal mehr als 2 Stunden von der Familie weg zu sein. Aber natürlich freute sich Susanne dann auch riesig auf das Wiedersehen mit ihren grossen und kleinen Jungs und das leckere Abendessen, das die Männer inzwischen gekocht hatten!