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Samstag, 26. Februar 2011

Wintergäste

Es waren turbulente Zeiten für alle gewesen, aber trotzdem ging es gleich weiter. Keine Zeit zum Ausruhen. Bereits gestern Abend standen unsere ersten Gäste seit langer Zeit vor der Tür: Barbara, Christians Schwester, mit Sohn Valentin, Christians Göttibub. Diese beiden unerschrockenen Reisenden hatten sich doch tatsächlich im Winter in den Norden gewagt. Nach einem Besuch der Hauptstadt waren sie nach Jyväskylä gereist.


Heute, bei grauem Wetter, zeigten wir den beiden die Stadt, den Schnee und den zugefrorenen Jyväsjärvi.


Auf dem Heimweg turnte Jonas mit Valentin auf den riesigen Schneehügeln in der Stadt herum.


Am Nachmittag gab es einen kleinen Männerausflug: Wir machten uns auf Wunsch von Valentin zu viert auf zum Toys'R'Us, dem grössten Spielzeugladen der Stadt. Valentin hatte sein Reich gefunden...


Die Auswahl an Spielzeugen ist wirklich beeindruckend, und natürlich hat es für jedes Alter und jeden Geschmack etwas.


Trotzdem konnte Valentin widerstehen und gab sein Feriengeld noch nicht am ersten Tag aus. Christian hingegen erweiterte seine bescheidene Sammlung an Lego-Flugzeugen... Diesmal war das neue Space-Shuttle an der Reihe, links im Bild zu sehen.


Dann ging es wieder nach Hause für ein feines, typisch finnisches Nachtessen mit Fisch und Kartoffelstock. Am ersten Tag nahmen wir es also gemütlich, schliesslich haben wir noch so viel vor in den nächsten Tagen...

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Ein neuer Rekord / Weihnachtsvorbereitungen

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Weihnachtsvorbereitungen. Und er begann denkwürdig. Als wir uns zum Einkaufen aufmachten, zeigte das Thermometer -27°C an. Das war neuer Rekord für alle von uns, der bisherige von -25°C stammte aus dem Januar dieses Jahres.


Jonas schien das nicht gross zu kümmern, er übte sich im Bergsteigen auf dem Hinterhof, währenddem Christian die Autoscheiben freikratzte. Eigentlich erstaunlich, diese Kälte ist ganz einfach zu ertragen. Einerseits ist es hier bei diesen Temperaturen extrem trocken, andererseits weiss man ja schon vorher, wie kalt es draussen sein wird, und man kleidet sich entsprechend. Jonas zum Beispiel hat hier 3 warme Schichten an. 


Dann fuhren wir in unserem Peugeot, der auch bei dieser Kälte einwandfrei funktioniert, zum Einkaufen. Im Parkhaus von Sokos war es -14°C. Wir hatten punkto Einkaufsstress ja das Schlimmste erwartet, aber die Zustände im Laden waren dann gar nicht so schlimm. Nur beim Fisch hätten wir 150 Nummern abwarten müssen, und ihn deshalb abgepackt gekauft.


Am Nachmittag stand dann Christbaumschmücken auf dem Programm. Freunde hatten uns freundlicherweise ihren Christbaumschmuck ausgeliehen, da dies wohl unsere letzten Weihnachten in Finnland sind.


Und natürlich beteiligte sich die ganze Familie daran, d.h. fast, denn jemand muss es ja auch dokumentieren.


Das Endresultat lässt sich sehen - Weihnachten kann jetzt kommen.

Donnerstag, 29. April 2010

Lakko

Alles beim Alten hier in Finnland: Irgendjemand ist immer am streiken. Die Gewerkschaften haben viel Macht, und sie erreichen häufig auch, was sie wollen. Ein Streik (Lakko) muss 3 Wochen vorher angekündigt werden, sonst gilt er als illegal. Nach den Piloten, Busfahrern, Hafenpersonal und Gepäckpersonal beim Flughafen (illegal) waren letzte Woche die Mitarbeiter der Lebensmittelproduktion an der Reihe. So sah dann heute die Fleischabteilung in Supermarkt aus:


Inzwischen sind die Arbeitnehmer aber zum Arbeitsplatz zurückgekehrt, und die Regale sollten bald wieder voll sein. Sogar an der Uni bei Christian war für März ein Streik geplant, der jedoch dann doch nicht durchgeführt wurde, weil sich die beiden Parteien schon vorher einigten.

Im Moment findet bereits der nächste (illegale) Streik statt: Die Busfahrer in Helsinki haben ihre Arbeit niedergelegt, und das genau zu der Zeit, wo ein Unfall an einem Nadelöhr fast das ganze Eisenbahnnetz für mehrere Tage zum Erliegen gebracht hatte.

Mittwoch, 17. März 2010

Kalaliike Mäkinen

Seit Anfang Jahr gibt es wieder einen kleinen privaten Fischladen in Jyväskylä, das Kalaliike (Fischgeschäft) Mäkinen. Das gleiche Unternehmen verkauft seine Fische auch auf dem Marktplatz. Leider bleiben solche Läden eine absolute Rarität in der Stadt, einen eigenständigen Metzger oder eine Bäckerei sucht man vergeblich. Dies hat verschiedene Gründe: Einerseits haben kleine Läden gegen das riesige und gute Angebot der grossen Einkaufszentren wie Prisma und Citymarket keine Chance. Andererseits existiert in Jyväskylä, im Gegensatz zu fast allen anderen Städten in Finnland, keine Markthallenkultur (mehr). Genau dieser Fischladen war übrigens der letzte Anbieter, der Ende 2008 aus der hiesigen Markthalle auszog, seither gibt es dort ein Fitnesszentrum.


Leider steht der Fischladen nicht gleich bei uns um die Ecke, daher waren wir noch nie dort einkaufen. Heute wollten Jonas und Christian sich das Ganze mal anschauen. Und das Sortiment war sehenswert, auch wenn die besten Stücke zu dieser Tageszeit schon verkauft waren. Wir leisteten uns ein paar Seesaiblingfilets und gingen sie nach Hause kochen. Lecker!

Samstag, 27. Februar 2010

Männer- und Mamatag

Susanne machte heute einen familienfreien Tag und fuhr mit dem Zug nach Tampere. Die Männer blieben zu Hause. Sie gingen am Morgen in der Stadt einkaufen und besuchten am Nachmittag auf Wunsch von Jonas das naturhistorische Museum. Jonas und dieses Museum haben eine besondere Beziehung: Eigentlich wollte er ja mal vor langer Zeit mit Grossmami und Grosspapi dorthin, weigerte sich dann aber, durch den Eingang zu gehen, weil das Museum so dunkel ist. Seit dann haben wir schon unzählige Male versucht, ihn zu einem Besuch zu überreden, aber es wollte nicht klappen. Seit kurzem aber hat er seine Meinung geändert, und das hat sicher damit zu tun, dass er sich wieder intensiv für Tiere interessiert.


Ein bisschen zögerte er zwar schon beim Eingang, betrat dann aber mutig das eher dunkle Museum und bestaunte den Fuchs, der im Schnee eine Maus jagt. Ein Besuch im Museum lohnt sich wirklich. Praktisch alle Tiere, die man (theoretisch) hier zu sehen bekommt, sind ausgestellt. Prunkstück der Sammlung ist sicher dieser riesige Elch, geschätzte 180 cm hoch.


Während Loris im Kinderwagen schlief, lief Jonas stolz mit dem Museumsführer durch die verwinkelten Gänge und fragte seinen Vater Löcher in den Bauch.


Irgendwann entdeckte er dann auch noch den Computer, auf dem man sich Diashows und Videos anschauen kann. Spätestens jetzt war klar, dass man ihn nicht ohne Tränen aus dem Museum bringen würde. Doch nach fast 2 Stunden musstes es sein, schliesslich schloss das Museum bald, hatte Loris grossen Hunger und es musste auch noch ein Nachtessen auf dem Tisch stehen, wenn Susanne wieder nach Hause kommen würde.


Inzwischen genoss Susanne einen ruhigen Tag in Tampere. Schon die Zugsfahrt war Erholung pur: zurücklehnen und lesen ohne jegliche Störung und das während 1 1/2 Stunden! Danach stand ein Besuch im Kunstmuseum (Taidemuseo) auf dem Programm, wo zur Zeit gleich drei Ausstellungen stattfinden: neben zwei Fotoausstellungen (welchen Susanne's Besuch galt) ist dort auch ein Schweizer anzutreffen, dessen Werke den Weg bis hierher in den hohen Norden gefunden haben: H.R. Giger mit seiner Ausstellung ART - DESIGN - FILM. Ich muss zugeben, dass mich Giger's Werk nicht gerade in helle Begeisterung versetzt, irgendwie war es aber doch ganz lustig, kurz durch die Räume zu streifen, (Schweizer-)Deutsch zu lesen resp. zu hören und v.a. all die düsteren, natürlich allesamt schwarzgekleideten finnischen Ausstellungsbesucher zu beobachten.


Danach stand noch ausgedehntes Shopping auf dem Programm, wobei Susanne's Interesse v.a. den kulinarischen Spezialitäten der Gourmetabteilung von Stockmann und (englischen und deutschen) Büchern galt; Dingen eben, die hier in Jyväskylä nicht oder nur spärlich zu finden sind. Jetzt können wir dann endlich auch einmal nachlesen, was die Muumin im Muumintal so alles erleben. Diesbezüglich haben wir wirklich eine Bildungslücke.


Nach Kaffee und Pulla und einem kurzen Stadtbummel ging's dann bereits wieder zurück nach Jyväskylä. Der Tag war wirklich schön gewesen - trotz des wirklich grässlichen (Tau-)Wetters und es hat auch gut getan, mal mehr als 2 Stunden von der Familie weg zu sein. Aber natürlich freute sich Susanne dann auch riesig auf das Wiedersehen mit ihren grossen und kleinen Jungs und das leckere Abendessen, das die Männer inzwischen gekocht hatten!

Donnerstag, 14. Januar 2010

Fussgängerzone

Etwas eigenartiges hat Jyväskylä im Winter zu bieten. Steht man in der Kauppakatu, der Fussgängerzone, und schaut zuerst Richtung Osten...


und dann Richtung Westen, ...


dann fällt auf, dass auf der einen Seite der Schnee fehlt. Das Resultat von gründlicher Schneeräumung? Falsch. Dies ist eine beheizte Fussgängerzone! Seit 1995 gibt es sie schon (wie auch in Stockholm, Helsinki, Turku und Reykjavik), sie ist 460 m lang, hat eine Fläche von 5000 m2 und ist mit 426 500 Steinen belegt. Die Temperatur wird immer zwischen +1°C und +5°C gehalten. Gemäss einer Studie steigen damit zwar die Unterhaltskosten (gegenüber der konventionellen Schnee- und Eisräumung), dafür sinken die Wartungs- und Reinigungskosten der Läden. Bau, Wartung und Betrieb der Heizung wurden und werden von den Ladenbesitzern berappt. Die spinnen, die Finnen.

Samstag, 21. November 2009

Schnee weg

Leider hat das Wetter in letzter Zeit nicht mehr mitgespielt, und der ganze schöne Schnee ist weggeschmolzen.


Und trotz November-Groove, d.h. graue Wolken, Regen, und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, stellen sich die Finnen bereits auf Weihnachten ein, wie sich beim Besuch des Einkaufszentrums zeigte.


Der samstägliche Einkauf von Jonas und Christian ist langsam zu einem wichtigen Ritual geworden, und heute wurde dieser ausnahmsweise um ein Fast-Food-Mittagessen erweitert. Hesburger heisst die finnische Variante von McDonalds.


Am Nachmittag ging es dann noch kurz auf den Spielplatz. Inzwischen bewacht Jonas seinen kleinen Bruder ganz stolz, wenn wir den Kinderwagen holen gehen.