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Montag, 5. September 2011

Laivalla

So schnell wie Susanne und Loris waren Christian und Jonas nicht. Sie fuhren mit dem Auto von Finnland in die Schweiz und budgetierten dafür 3-4 Tage. Im Vergleich zur gesamten Reise (Luftlinie 2110 km) waren die 270 km von Jyväskylä (sniff...) nach Helsinki ein Katzensprung. Aber dann kam das, auf was sich Jonas schon monatelange gefreut hatte: Die Fähre nach Deutschland. 

 

Wir parkierten unseren Wagen im 2. Geschoss, packten unsere Sachen und begaben uns in unsere Kabine.


Die bot genügend Platz für uns 2 Abenteurer...


und war ganze vorne am Schiff platziert. So konnten wir das ganze Geschehen aus der Perspektive des Kapitäns betrachten.

Dann fuhr die Fähre ab und wir verliessen Finnland nach 3 Jahren, 2 Monaten und 26 Tagen. Traurig aber wahr. Wie auch immer, Jonas bekräftigte immer wieder, dass er überhaupt nicht traurig sei. Die bevorstehende Reise, die Freude auf Familie und Freunde in der Schweiz und die tolle Stimmung auf dem Schiff machten uns den Abschied sowieso leichter. Kurz nach der Abfahrt ging bereits die Sonne unter. Jonas interessierte dies nicht gross, er wollte unbedingt in den Spielraum, aber Christian gab nicht nach und beharrte darauf, den ganzen Sonnenuntergang anzuschauen zu dürfen.

Dann, endlich, kam Jonas an die Reihe.


Den Sonntag verbrachten wir auf See, ...


und es war so herrliches Wetter, ....


dass man trotz starkem Wind im T-Shirt sein konnte. Jonas hatte inzwischen den Helikopterlandeplatz entdeckt, dort konnte man sich so richtig austoben.


Nicht nur wir genossen die sonnige und friedliche Zeit.


Zu unserer Überraschung gab es noch einen Zwischenhalt in Polen, genauer in Gdynia in der Nähe von Danzig. Wir packten uns 2 Stühle, kauften etwas zu trinken und beobachteten während 2 Stunden das emsige Treiben an Bord. Autos und Busse fuhren weg oder kamen neu dazu, und die Fähre wurde mit neuen Lastwagenanhängern beladen.


Andere Reisende hatten die besten Momente des Tages bereits hinter sich...


Es bleibt noch zu ergänzen, dass das Essen auf dem Schiff (v.a. die Vorspeisenbuffets) ausgezeichnet war, aber leider gar nicht nach Jonas' Geschmack... Trotzdem war er stolz auf unseren Tisch 118 und wagte sich sogar an neue Sachen wie Crevetten und Fischeier (leider ohne Erfolg).


Nach der 2. Nacht an Bord hiess es früh aufstehen, wir fuhren im Hafen von Rostock ein. Leider empfing uns Deutschland wettermässig nicht gerade freundlich. Und für das Kilometerfressen waren dies auch nicht wirklich die besten Bedingungen.


Trotzdem, wir liessen uns nicht aus dem Konzept bringen und fuhren los Richtung Süden. Gegen Mittag verbesserte sich das Wetter und wir kamen zügiger vorwärts. Wir hörten Musik, sangen, diskutierten, machten viele Pausen und schauten uns das Geschehen auf den Autobahnen an. Jonas fragte nicht ein einziges Mal, wie lange es denn noch dauern würde, und legte eine Kinder-CD nach der anderen ein, genau in der Reihenfolge, in der er es schon seit Wochen geplant hatte.


Wir nahmen den Weg über Berlin, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart. Und weil Christian bis dort überhaupt keine Ermüdungserscheinungen zeigte, beschloss er, die Sache entgegen dem ursprünglichen Plan in einem Tage zu Ende zu bringen. Vor der Schweizer Grenze wurden wir noch Zeugen eines riesigen und unglaublich kräftigen Regenbogens.


Kurze Zeit später hatten wir es geschafft: Nach 15 Stunden (davon insgesamt etwa 4-5 Stunde Pause) und 1050 km erreichten wir unser Zielort Männedorf und wurden herzlich empfangen. Wir sind jetzt  alle zurück in der Schweiz!

Samstag, 20. August 2011

Von Pilzen und einem Gummiboot

Zum letzten Mal waren wir bei unseren Freunden Mika und Monika im Mökki am See Armisvesi eingeladen. Motto: Pilzesammeln. Denn die Wälder sind im Moment nicht nur voll von Beeren, nein, der heisse und feuchte Sommer liess die Pilzpopulationen explodieren. So fuhren wir mit dem Boot auf eine Insel und durchkämmten sie nach essbaren Exemplaren.


So etwas wie diesen Spätsommer hatten wir in den letzten 3 Sommern nie erlebt. Wo man hinschaut Pilze, in allen erdenklichen Formen und Farben.


Und natürlich auch das Objekt der Begierde: der Kantarelli (Eierschwamm/Pfifferling).


Loris zeigt uns stolz seinen Fund.


Das Resultat liess sich sehen...


und einige andere tolle Exemplare wie diese grossen Steinpilze hatten unsere Gastgeber bereits am Freitag gefunden.


Diesen Sommer hatten sich Mika und Monika etwas besonderes geleistet und ein kleines Segelboot gekauft. Dies zeigten sie uns heute stolz, und Susanne und Jonas gingen mit auf eine kleine Segeltour. Eigentlich war geplant gewesen, dass Christian später auch noch segeln gehen darf, aber leider wurde aus Zeitmangel nichts daraus, schliesslich mussten wir ja auch noch in Sauna und feines Fleisch mit Pilzen essen.


Die grosse Hauptattraktion bei unseren 2 Jungs war aber das Gummiboot. Und obwohl es schön abwechselnd Jonas...


und danach Loris benützen durften, gab es mehrmals Streit und viele Tränen.


Spontan beschlossen wir, über Nacht zu bleiben. Die Gutenachtgeschicht gab's somit am Feuer beim See. Danke Mika, Monika und Noah für die tollen Erlebnisse und die dicke Freundschaft!


Dienstag, 16. August 2011

Lapeenranta & Puumala

Der 4. Tag unserer Reise verbrachten wir in Lappeenranta, einer Stadt ungefähr so gross wie Jyväskylä, gelegen in einer wild verzweigten Bucht am Südufer des Saimaas. Wir bekamen ein fast schon luxuriöses Hotelzimmer mit eigner Sauna und (zu) viel Platz zum Spielen und Rennen. Unseren ursprünglichen Plan, eine Bootsfahrt auf dem Saimaa, gaben wir wegen dem grauen Wetter auf, und schauten uns dafür die Stadt um so genauer an. Erst spazierten wir entlang dem Hafen...


bis zu einem Ort, der sich als wahres Kinderparadies entpuppen sollte. Jeden Sommer wird hier ein riesiges Sandschloss gebaut.


Das Thema dieses Jahr wahr offensichtlich der Zirkus, und die Skulpturen teilweise eindrücklich.


Und natürlich gab es auch einen riesigen Sandkasten für zukünftigen Sandschlosskünstler.


Daneben gab es andere Attraktivitäten wie Kletterparcours, Spielsommerhäuser und eine Eisenbahn.


Und auch die Erwachsenen kamen nicht zu kurz. Ausser uns hatte es fast keine Leute, und gratis war das Ganze auch noch.


Als Ersatz für die Bootsfahrt hatten wir eine Stadtrundfahrt in einem der Touristenzügchen gebucht. Die Fahrt dauerte fast eine Stunde und die Informationen waren in diversen Sprachen erhältlich. Susanne benützte den deutschen Kanal, Jonas den finnischen.


Dank der guten Rundfahrt wussten wir nun, was wir uns noch genauer ansehen wollten, und begaben uns auf die alte Stadtfestung, wo man nicht nur einen schönen Blick auf den Hafen hatte...


sondern auch alte finnische Häuser bewundern konnte. Eine Besonderheit, wie regelmässige Leser dieses Blogs ja wissen.


Auch in der Stadt gab es einiges zu sehen. Doch was kann schon das historische Ratshaus mit Glockenturm gegen einen richtigen Radkran ausrichten?


Am Monag machten wir uns auf die Heimeise. Fast 300 km mussten wir dabei noch zurücklegen und machten daher in Puumala, einer kleine Ortschaft mitten im Saimaa-Gebiet, einen Zwischenhalt. Loris hatte schnell neue Freunde gefunden, die sich für die Krümel seines Snacks interessierten.

 

Die grosse Brücke von Puumala, erst im Jahre 1995 gebaut, ist zwar keine Schönheit, aber hat einen Lift, der einem auf 28 m Höhe hinaufbringt. Von dort hat man eine fantastische Aussicht auf den See. Das Kaffee im obersten Stock war leider geschlossen.


Zufälligerweise wurde wir Zeuge davon, wie sich 2 riesige Holzflosse (gezogen oder gestossen von starken Schiffen) kreuzten.


Die folgenden 20 km Fahrt Richtung Mikkeli gehörten dann wieder zum Spektakulärsten, was wir in Finnland je gesehen hatten. Die Strasse windete sich durch Täler, über Brücken und Felsen, das Wasser des Saimaas war überall. Wir legten diverse kurze Zwischenhalte ein...


und schworen uns, hier wieder mal vorbeizukommen, dann aber bei sonnigem Wetter. Nach 650 km Fahrt in 5 Tagen trafen wir am späteren Nachmittag wieder in Jyväsklyä ein, glücklich, weil wir so ein schönes Wochenende gehabt hatten, aber auch traurig, weil dies unser letzter grosser Ausflug gewesen war.

Sonntag, 17. Juli 2011

Täti Barbara

Unser Mökki-Team war noch nicht ganz komplett. Gestern stiess Barbara, die Schwester von Susanne, Tante (Täti) von Jonas und Gotti von Loris, zu uns. In Kuopio wollten wir sie am Abend abholen und nutzten die Gelegenheit, unserer Lieblingstadt von Finnland ein Besuch abzustatten. Zuerst bummelten wir ein wenig durch die Stadt...


betrachteten die Monsterbaustelle auf dem Marktplatz (hier entsteht ein neues unterirdisches Parkhaus), ...


assen etwas zu Mittag und gingen auf den Markt.


Am Nachmittag unternahmen wir eine Schiffsfahrt auf dem Kallavesi. Währendem die einen die Landschaft bewunderten, ...


interessierten sich andere vor allem für die technischen Aspekte der Schifffahrt.


Die restliche Zeit vertrödelten wir am Hafen...


und machten uns dann auf den Weg zum Bahnhof, um Barbara abzuholen. Die hatte die lange Reise (mit dem Flugzeug in 3 Stunden nach Helsinki und dann mit dem Zug in 5 Stunden nach Kuopio) gut überstanden.

Nun hatten alle ein feines Nachtessen verdient, und so fuhren wir die kurze Strecke zum Berg Puijo. Dort befindet sich der gleichnamige Aussichtsturm mit herrlicher Rundumsicht auf den See Kallavesi mit seinen hunderten von Inseln (unserer Meinung nach das absolute Highlight von Finnland)...


und darin ein Drehrestaurant.


Der weitere Abend verlief dann eher chaotisch, weil sich Loris wie immer nicht wirklich für das Essen interessierte, sondern lieber laut rumtrötzelte und sich auf dem Boden im Kreis drehen wollte.


Ihm sei vergeben, es war unser erstes Mal in einem Drehrestaurant und auswärts essen ohne Spielecke, aber dafür mit völlig überdrehten Kindern, ist kein Spaziergang. Jonas war immerhin beim Dessert bei der Sache.


Am Sonntag führten wir dann Barbara ins Mökki-Leben ein: Rudern, ...


auf dem Bootssteg spielen, ...


fischen...


und Sauna mit anschliessenden Schwimmen im See stand auf dem Programm.