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Mittwoch, 6. Juli 2011

Zahnarzttermin

Wegen unseres Koli-Trips hatten wir ihn kurzfristig verschieben müssen, aber heute galt es ernst mit dem Zahnarzttermin unserer Söhne. Für Loris war es eine Premiere, für Jonas hingegen eine Nachkontrolle vom letzten Mal. Freundlicherweise bekamen wir für die beiden einen einzigen Termin. Der Zahnarzt ist hier Teil der (staatlichen) Krankenkasse, und daher gratis für alle. Wegen den langen Wartezeiten und der (angeblich) eher dürftigen Qualität der Untersuchungen gehen aber viele Leute zu privaten, teuren Zahnärzten.

Eigentlich hätte Loris im Alter von 1 Jahr zum Zahmarzt gehen müssen, aber weil er damals noch kaum Zähne hatte, meldeten wir ihn erst jetzt an. Auch wenn Loris auf dem Bild lächelt, Gefallen fand er an der ganzen Prozedur überhaupt nicht. Auf Papas Schoss' ging es aber dann bedeutend besser und er liess das Ganze widerwillig über sich ergehen. Und Frau Zahnärztin war mit dem Zustand seiner Zähne ganz zufrieden.


Der grosse Bruder wagte sich dann ganz alleine auf den Untersuchungsstuhl, und als ihm die Zahnärztin schnell zeigte, was man mit dem alles anstellen kann, war er begeistert.


Für die Untersuchung gab es sogar eine Sonnenbrille. Und so ging der 2. Akt ganz schnell über die Bühne, und Jonas bekam für seine Zähne sogar Bestnoten. Stolz, aber auch glücklich, dass es vorbei war, verliessen die beiden die Praxis.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Vauvanroko

Gestern mussten wir Loris früher als geplant von der Krippe abholen - Fieber. Heute blieb er zuhause, es hatte ihn richtig fest erwischt. Wie sich später herausstellen würde, leidet er höchstwahrscheinlich am Dreitagefieber (Vauvanroko), einem Herpes-Virus, der mindestens 3 Tage hohes Fieber und danach einen Ausschlag am ganzen Körper zur Folge hat. Ruhe war angesagt für unseren Kleinsten.


Jonas wollte aber etwas unternehmen, und so fuhr er zusammen mit Christian zur grossen Baustelle am Hafen.


Seit 2 Jahren wird dort gebaut. Zuerst wurde der Hafen mit einer Landaufschüttung vergrössert.


Nun kommen ein Steg, ein Parkplatz und eine Verbindung zur nahe gelegen Siedlung Lutakko hinzu.


Ausser der erwähnten Siedlung wird das aber alles der Stadt nicht viel bringen. Das Problem von Jväskylä ist, dass zwischen der Stadt und dem Stadtsee Jyväsjärvi Eisen- und Autobahn liegen. Dieser tiefe Schnitt ins Stadtbild verunmöglicht einen zahlreich besuchten und damit attraktiven Hafen wie ihn z. Bsp. Kuopio oder Helsinki haben.

Freitag, 29. April 2011

Reipas, rauhallinen ja mukava poika

Nach Loris musste heute Jonas bei der Neuvola antraben. Mit 4 Jahren werden die Kinder auf Herz und Nieren überprüft, mit Schwerpunkt geistiger und motorischer Entwicklung. Im Gegensatz zum letzten Besuch mit 2.5 Jahren war er diesmal mit der Kinderkrankenschwester für etwa eine halbe Stunde alleine. Weil wir Angst hatten, dass der eher zurückhaltende Jonas damit etwas Mühe haben werde, hatten wir ihn in den letzten Tagen bestmöglichst darauf vorbereitet. Als dann die Krankenschwester kam, ging Jonas fast ohne Zögern mit ihr mit - zu unserem Erstaunen fing aber Loris beim Abschied an zu weinen. Vielleicht hatte er aber auch etwas falsch verstanden und meinte, dass schon wieder er selbst an der Reihe war.


In der halbe Stunde bei der Schwester wurde gezeichnet, diskutiert, gehüpft und gespielt. Jonas, offiziell genau 20 kg schwer und stolze 107.5 cm gross, bestand alles ohne Probleme. Die Schwester war stolz auf ihn und schrieb in ihren Abschlussbericht: "Reipas ja rauhallinen, mukava poika" - ein munterer, ruhiger und lieber Bube. Was danach folgte, fand Jonas wohl hingegen weniger lieb, er musste nämlich noch geimpft werden. Aber er riss sich zusammen und liess sich dabei fast nichts anmerken. Geschafft!

Donnerstag, 14. April 2011

Fit und munter

Nach langer Zeit wieder einmal ein Besuch mit Loris in der Neuvola (Familien-Gesundheitszentrum). Mit 18 Monaten wurde er von der Ärztin (unten) und der Kinderkrankenschwester auf Herz und Nieren überprüft, und musste zum Schluss noch eine Dreifach-Impfung über sich ergehen lassen. Im Gegensatz zu früher schien es ihm dieses Mal gar nicht zu gefallen.


Unser Kleiner ist nun schon stolze 82 cm gross und 11.4 kg schwer. Zeit, unsere Grafiken zu aktualisieren. Die zeigen, dass Jonas im gleichen Alter etwa 4 cm grösser...
 
 

und 2 kg schwerer war.

Als Belohnung durfte Loris sich einen Kleber auswählen und noch ein wenig im Wartezimmer spielen. Jedoch nicht lange, denn nachher ging es direkt zum Päiväkoti und für Susanne und Christian an die Arbeit.

Sonntag, 27. Februar 2011

Feriengrippe

Es kam aber leider anders. Am Sonntag Morgen hatte Valentin Fieber, und das sollte bis ans Ende seiner Ferien so bleiben.


Die ersten 2 Tage verbrachte er v.a. schlafend, dann ging es ein wenig besser, aber für Ausflüge reichte es nicht. Der arme Tropf hatte wirklich unglaubliches Pech, trug es aber mit Fassung.


Einen Tag nach Valentin erwischte es auch Loris, er hatte teilweise so hohes Fieber, dass er nur noch als kleines schlappes Glühwürmchen durch die Wohnung getragen werden konnte. Häufig schlief er ein. Nach 2 Tagen ging es auch ihm aber besser, und die Kranken konnten sogar ein wenig miteinander spielen.

Freitag, 19. November 2010

Dreifache Infektion

Lange blieb Susanne aber nicht, bereits zwei Tage später flog sie wieder Richtung Süden, für 3 Tage in die Schweiz. Diesmal sollte allerdings nicht alles so reibungslos ablaufen wie letzte Wohe. Am Dienstag vor der Abreise mussten wir Loris frühzeitig vom Päiväkoti abholen, er hatte sich eine Augenentzündung eingefangen. Fast direkt gingen wir mit ihm zum Doktor, und der stellte fest, dass auch die Ohren entzündet waren. Mit zwei Rezepten für 2 verschiedene Antibiotika gingen wir nach Hause. Dort mussten wir feststellen, dass wohl noch eine Grippe hinzukommen würde, Loris musste Husten, die Nase lief und das Fieber kam.


Vier Tage hielt das teilweise hohe Fieber an, etwa genau so lange wie Susanne weg war. Unser kleiner Junge schlug sich tapfer, aber ausser zum Schlafen, Essen und ein wenig Spielen hatte er keine Energie.

Jonas liess sich vom Ganzen nicht gross beeindrucken und kümmerte sich, wenn er nicht selbst in der Krippe war, liebevoll um seinen kleinen Bruder. Und gestern gab es noch einen kleinen Höhepunkt für ihn: Zum Nachtessen gab es "selbstgemachte" Hamburger mit Pommes Frites und Ketchup. Mmmmhh!


Der geschwächte Loris hielt sich zurück, irgendwie wollte das nicht schmecken. Gute Besserung!

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Kaikki hyvin

Heute holten wir Loris bereits nach dem Mittagsschlaf in der Krippe ab, denn wir "mussten" mit ihm zum Einjahres-Check in der Neuvola antraben. Fast eine Stunde verbrachten wir dort, liessen ihn wägen und vermessen, und diskutierten mit der Kinderkrankenschwester über alles mögliche. 9.7 kg schwer und 75 cm gross ist unser Kleiner jetzt schon.


Loris genoss es sichtlich, im Mittelpunkt zu stehen, und fing sogar an, auf allen vieren zu kriechen, als wir der Krankenschwester gerade erklären wollten, dass er nie richtig kriechen, sondern nur robben, im Loris-Stil rutschen und zu Fuss gehen will. Nur die Impfung ganz zum Schluss gefiel ihm gar nicht, aber er beruhigte sich schnell wieder.

 

Loris ist zwar nur 4 cm kleiner als sein grösserer Bruder im gleichen Alter...


aber dafür mehr als 2 kg leichter... (Genau, déformation professionnelle nennt man das).


Zur Belohnung durfte er dann noch helfen, unseren neuen (ausgeliehenen) Stubentisch aufzubauen.


Als der fertig war, machten wir uns wieder auf den Weg in die Krippe, um Jonas abzuholen.

Montag, 31. Mai 2010

Hammaslääkäri

3-Jahres Check für Jonas' Zähne beim Zahnarzt (Hammasläkääri), oder besser gesagt, der Zahnärztin. Dies war eine Premiere für ihn, aber trotzdem hielt er sich ganz tapfer, bis zum Moment, als er auf dem Patientenstuhl den Mund öffnen sollte. Mit Unterstützung von Susanne und dank gutem Zureden klappte es dann aber irgendwann.


Mit Jonas' Zähnen war alles in Ordnung, einzig die Tatsache, dass er noch einen Nuggi zum Schlafen hat, stiess bei der Zahnärztin nicht auf Begeisterung. Aber in ein paar Wochen ist damit wohl eh Schluss. Als Geschenk gab es noch eine Zahnbürste und zahnreinigende Zältli, und der Spuk war vorbei.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Sairaalassa

Leider verschlechterte sich der Zustand von Loris im Verlaufe des Samstags immer mehr und wir entschlossen uns am Abend, zum Spital zu fahren, damit ihn ein Dokotor sehen kann. Der arme kleine Tropf hatte riesige Probleme mit Atmen, und Husten konnte er nur noch mit Mühe, weil er fast keine Luft mehr bekam. Genau 15 min nach Abfahrt von unserem Haus sassen wir vor dem Doktor und Loris wurde untersucht. Dann bekam er Medikamente und musste immer wieder inhalieren, die ganze Prozedur dauerte mehrere Stunden. Der Schock war gross, als uns die Frau Doktor gegen Mitternacht mitteilte, dass wir über Nacht bleiben müssen und schon ein Zimmer für uns bereit sei.

Aus der einen Nacht wurden schliesslich 4 unglaublich lange Tage. Loris hatte sich mit einem Virus infiziert, die Atemwege hatten sich verengt und er musste mit zusätzlichem Sauerstoff unterstützt werden. Am 2. Tag kam dann noch eine Mittelohrentzündung dazu.


Loris meisterte das Ganze mit Bravour, nur beim Inhalieren schrie er wie am Spiess. Sonst war er immer zufrieden, wenn nicht sogar fröhlich.


Anstrengend war es aber auch vor allem für Susanne und Christian, die sich im 24 h Takt abwechselten. Loris sollte das Zimmer nicht verlassen, und mit der Zeit gingen uns die Spielideen aus.


Schlafen durften wir notdürftig am Boden, und das Essen für die Erwachsenen mussten wir selbst mitbringen. Trotzdem waren wir begeistert von der Betreuung durch das Pflegepersonal und die Ärzte. Mit der Zeit ging es Loris immer besser, aber beim Schlafen bekam er immer noch zusätzlichen Sauerstoff, die Sauerstoffsättigung war ungenügend.


Heute Morgen hatten wir uns eigentlich schon damit abgefunden, dass wir noch 1-2 Tage bleiben müssen, aber dann meinte die Ärztin finnisch kurz angebunden: "Er kann nach Hause". Uns fiel ein Stein vom Herzen, endlich war die Warterei vorbei. Wir wussten nicht, dass sich 4 Tage so lang anfühlen können. Dann wurden die Schläuche entfernt, die letzten Formalitäten erledigt (Diagnose: Akuutti obstruktiivinen bronkiitti) und wir fuhren glücklich nach Hause. Dort blühte Loris richtiggehend auf, er kam nicht mehr aus dem Strahlen heraus.


Später holten wir Jonas von Päiväkoti ab und gingen alle zusammen einkaufen. Toll, wieder zu viert zu sein.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Klein, aber oho

Verspäteter 5 Monate Check bei Loris: inzwischen ist unser Kleinster 6930 g schwer und 64 cm gross. Damit verhält er sich umgekehrt zu Jonas und gehört zu den 10% kleinsten und 25% leichtesten Knaben seines Alters.


Nach den üblichen Messungen wurde er von der leicht mürrischen Frau Doktor auf Herz und Nieren überprüft und danach auch noch gegen Rotaviren geimpft. Fazit: Topgesund! Und wie immer liess sich Loris nicht aus der Ruhe bringen und strahlte bei der ganzen Prozedur.

Freitag, 13. November 2009

Rokotus

Auch hierzulande ist die Schweinegrippe seit Wochen das Thema Nr. 1. Eigentlich sahen die meisten Finnen dem Ganzen ziemlich gelassen entgegen. Doch dann starb ein gesundes 8-jähriges Mädchen in Tornio und ein Anflug von Panik war in der Presse und Bevölkerung zu spüren. Inzwischen wurden die Impfungen (Rokotus) gestartet. Zwar sind die Dosen sehr limitiert, aber dafür ist das Ganze ziemlich straff organisiert. Dank dem finnischen Gesundheitssystem mit den offiziellen Gesundheitszentren ist das auch ein wenig einfacher, beim privaten Arzt bekommt hier keiner seine Spritze.


Eine Risikogruppe nach der anderen wird nun durchgeimpft: Als Erstes das Pflegepersonal und die Ärzte, danach die schwangeren Frauen und dann die chronisch Kranken. Heute war die 4. Risikogruppe an der Reihe, Kinder im Alter von 1/2 - 3 Jahre. Darum machten sich Christian und Jonas am Freitag nach dem Mittagessen auf den Weg zum Familien-Gesundheitszentrum. Wir waren auf lange Schlangen und frierende Familien vorbereitet, aber zu unserer Überraschung mussten wir nur 20 Minuten warten. In 6 Zimmern wurde ein Kind nach dem anderen gleichzeitig geimpft. Immer wieder öffneten sich die Türen, und ein weinendes Kind wurde von der Mutter oder vom Vater herausgetragen.


Auch bei Jonas ging das Ganze nicht ohne Tränen über die Bühne, trotzdem blieb er sehr tapfer und beruhigte sich gleich wieder. Jetzt ist also unser Hauptvektor geimpft, und wir hoffen, dass sich damit auch das Infektionsrisiko für den kleinen Loris gründlich reduzieren wird.

Dienstag, 29. September 2009

Neuvola

Eine der herausragenden Dienstleistungen des finnischen Staats ist es, die medizinische Grundversorgung für jedermann und jedefrau praktisch gratis (natürlich durch Steuern finanziert) anzubieten. Familien und Kinder werden dabei besonders unterstützt. Die Neuvolat, die Familien-Gesundheitszentren, spielen dabei eine zentrale Rolle. 12 dieser Zentren gibt es in Jyväskylä und sie haben einen guten Ruf bei der Bevölkerung. Die Neuvolat kann man am ehesten mit der Mütterberatung in der Schweiz vergleichen, nur sind die Besuche "obligatorisch" und ausserdem sind nicht nur Hebammen und Kinderschwestern, sondern auch Frauen- und Kinderärzte präsent.

Heute machten wir mit Loris unseren 2. Besuch bei der Neuvola, nur 5 Gehminuten von unserer Wohnung entfernt. Schlafend wurde er warm eingekleidet...


im Gesundheitszentrum sofort wieder ausgezogen, ...


sein Gewicht bestimmt, ...


und dann von unserer Betreungsperson Eliisa gründlich untersucht. Alles in Ordnung bei Loris!


Dann diskutierten wir mit Eliisa so gut wie möglich, wie wir weiter mit Stillen und Hygiene vorgehen sollen. Gar nicht so einfach mit einer Frau, die kein Wort Englisch, dafür aber Finnisch wie ein Maschinengewehr spricht.

A propos Neuvola, hier noch eine kleine Anekdote: Im Juli gingen wir mit Jonas dorthin, um den obligatorischen 2.5 Jahre Entwicklungstest zu machen. Jonas machte seine Sache sehr gut und meisterte die meisten Spiele mit Bravour, auch mit finnischen Instruktionen. Unter anderem standen Zeichnen, Holzklötzchen aufeinenderstellen und Fussball spielen auf dem Programm. Nach dem Tschutten gab ihm die Betreuerin einen Teddybär und sagte ihm, er solle ihn doch ins Bett legen und zudecken. Jonas warf das Stofftier auf den Boden und kickte es mit einem lauten Jauchzer durch den ganzen Untersuchungsraum. Ganz immer scheint das mit der finnischen Sprache also nicht zu klappen...