Montag, 29. März 2010

Über den Wolken

Zum 4. Mal seit unserer Auswanderung nach Finnland geht es für ein paar Wochen für Arbeit und Ferien in die Schweiz und nach Italien.


Dies bedeutet, dass wir die Jungs für ein paar Stunden...


über den Wolken beschäftigen müssen.


Keine einfache Aufgabe, aber irgendwie geht auch so die Zeit vorbei. Jonas ist sowieso ein Profi, was das Fliegen anbelangt, aber für Loris ist es natürlich mühsam, für ein paar Stunden ruhig auf dem Schoss der Eltern sitzen zu bleiben.


Wir überstanden es aber sehr gut und kamen müde aber glücklich in Zürich an, wo wir von unseren Liebsten begrüsst wurden.


Am 22. April fliegen wir zurück nach Finnland, der Blog macht bis dann Pause.

Dienstag, 23. März 2010

Familienabend

Heute waren alle Familien von Jonas' Päiväkotigruppe Sirkkuset zu einem Treffen eingeladen. Zwar kamen nur etwa 6 der 16 Familien, aber es war trotzdem ein gelungener Anlass. Wir bastelten verschieden Sachen zum Thema Ostern.


Wir stellten stellten einmal mehr fest, dass sich die Leute nur beschränkt füreinander interessieren. Häufig denken wir, dass wir das so erleben, weil wir nicht einheimisch sind, aber auch die finnischen Familien sprachen nicht miteinander - man ist halt etwas scheu und lässt sich gegenseitig in Ruhe... In unserem Fall natürlich mit Ausnahme von Sara und Tobia (oben), die wir gut kennen.


Jonas zeigte sich ganz am Anfang etwas verwirrt durch die Präsenz der Eltern in seiner finnschen Welt. Bald aber hatte er keine Hemmungen mehr, das Finnisch sprudelte und er spielte mit seiner Lieblingbetreuerin Mikku. Gegen acht Uhr machten wir uns dann auf den Heimweg, schliesslich musste Jonas am nächsten Tag schon wieder früh am gleichen Ort sein.

Sonntag, 21. März 2010

Gravitation

Kinder lernen das mit der Gravitation auf eigene Art.


Daher, nie etwas in Reichweite stehen lassen. Andere Babies hätten geweint, wenn ihr Essen so auf dem Boden landen würde...

Samstag, 20. März 2010

Taidemuseo

Der Samstag begann mit einem intensiven Schneesturm...


und verlief danach sehr friedlich.


Am Abend durften Susanne und Christian wieder mal ausgehen. Riikka, unsere Babysitterin, brachte dabei Jonas und Loris zum ersten Mal selbst ins Bett. Keine einfache Aufgabe, denn Loris hatte Zahnschmerzen und Jonas war traurig, dass wir ihn verliessen.

An diesem Abend spielte Christians amerikanischer Arbeitskollege Jackson als Vorband im Kunstmuseum (Taidemuseo). Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und die ruhige Folkmusik-Konzert gefiel uns sehr, auch wenn ihr der Meinung waren dass die Band ein wenig mehr üben sollte... Eine Aufnahme von diesem Abend findet ihr hier.


Dann ging es weiter mit der Hauptattraktion des Abends, Jaakko & Jay aus Tampere. Natürlich wunderten wir uns, was das wohl für Musik sei, als die 2 Männer nur eine Gitarre und ein Schlagzeug (aus 2 Teilen bestehend) aufstellten. Aber dass das dann so tönen sollte, hatten wir echt nicht erwartet.



Anzufügen bleibt, dass das Ganze natürlich nicht ganz ernst gemeint ist und unter dem weiten Begriff der Kunst durchaus seinen Platz hat. Den vielen anwesenden Kunststudenten gefiel es anscheinend. Uns war es schlicht zu laut, so machten wir uns auf in die nächstgelegene Bar.

Riikka hatte das Ganze gut gemeistert, auch wenn Jonas zu Beginn nicht aus seinem Zimmer kommen wollte. Als dann aber Loris schlief, genoss er anscheinend den Rest des Abends noch alleine mit ihr.

Mittwoch, 17. März 2010

Kalaliike Mäkinen

Seit Anfang Jahr gibt es wieder einen kleinen privaten Fischladen in Jyväskylä, das Kalaliike (Fischgeschäft) Mäkinen. Das gleiche Unternehmen verkauft seine Fische auch auf dem Marktplatz. Leider bleiben solche Läden eine absolute Rarität in der Stadt, einen eigenständigen Metzger oder eine Bäckerei sucht man vergeblich. Dies hat verschiedene Gründe: Einerseits haben kleine Läden gegen das riesige und gute Angebot der grossen Einkaufszentren wie Prisma und Citymarket keine Chance. Andererseits existiert in Jyväskylä, im Gegensatz zu fast allen anderen Städten in Finnland, keine Markthallenkultur (mehr). Genau dieser Fischladen war übrigens der letzte Anbieter, der Ende 2008 aus der hiesigen Markthalle auszog, seither gibt es dort ein Fitnesszentrum.


Leider steht der Fischladen nicht gleich bei uns um die Ecke, daher waren wir noch nie dort einkaufen. Heute wollten Jonas und Christian sich das Ganze mal anschauen. Und das Sortiment war sehenswert, auch wenn die besten Stücke zu dieser Tageszeit schon verkauft waren. Wir leisteten uns ein paar Seesaiblingfilets und gingen sie nach Hause kochen. Lecker!

Sonntag, 14. März 2010

Halssila

An diesem prächtigen Sonntag hatten wir mit Mika, Monika und Noah zum Schlitteln abgemacht. Diesmal ging es an einen neuen Ort, nach Halssila, gar nicht so weit weg von uns. Bald gesellten sich auch noch Mika mit Sohn Kimmo, Freunde von unseren Freunden, dazu. Die Schlittelhänge waren für finnische Verhältnisse steil und schnell, und daher gab es einige Flugeinlagen.

Noah und Kimmo...


Jonas und Susanne...


Noah und Mika...


Und Überflieger Kimmo alleine...


Und während neben uns eine Gruppe Russen irgendwas feierten, brateten wir Würste und genossen die wärmende Sonne.


Am Abend trafen sich dann die beiden Familien gleich nochmals, im Fransmanni, dem Restaurant mit der besten Spielecke der Stadt. So waren die beiden grossen Jungs beschäftigt und die Erwachsenen (und Loris) konnten in Ruhe Speis und Trank geniessen.

Freitag, 12. März 2010

Puoli-vuotias

Wenn man (fast) ein halbes Jahr alt ist (halbjährig=puoli-vuotias), ist es doch Zeit, in einem eigenen Stuhl Platz zu nehmen, auch wenn man dafür am Anfang noch ziemlich viel Polster benötigt. So kann man ganz stolz am gemeinsamen Essen teilnehmen und erst noch neben dem grossen Bruder sitzen und ihn anhimmeln.


Besonders praktisch ist das natürlich im Restaurant, denn nun kann man selbst genüsslich an einer Melone saugen.


Und auch für den Rest der Familie bleibt dadurch viel mehr Platz und Zeit.

Donnerstag, 11. März 2010

Schmelzzeit

Langsam, aber sicher, mag die Sonne wieder etwas ausrichten hier im hohen Norden, und so steigt jetzt die Temperatur am Tag regelmässig über die Nullgradgrenze. Am Anfang findet man das ja ganz schön interessant, wie sich langsam die Schneedecke des Dachs bewegt...


und sich schöne Eiszapfen bilden.


Aber dann realisiert man, dass sich die ganze Stadt in ein dreckiges Wasserloch verwandelt.


Mit irgendetwas müssen ja die Seen gefüllt werden, wenn es schon so wenig regnet.


Auch typisch für diese Zeit ist, dass die Temperaturen in der Nacht wieder unter Null fallen (bei schönem Wetter immer noch gegen -20°C) und die Stadt am Morgen danach aus einer riesigen Eisfläche besteht. Sturzgefahr für jung und alt.


Fazit: Von uns aus darf der Frühling bald kommen. Dumm nur, dass der in diesen Brietengraden erst im Mai so richtig beginnt.

Dienstag, 9. März 2010

Luistelu

Auf der Tafel steht: "Bewegung auf eigene Gefahr. Beachte die möglichen Risse". Es sollte nichts nützen, denn nach 200 m Schlittschuhlaufen (Luistelu) auf dem Jyväsjärvi blieb eine Kufe von Christian bei vollem Tempo im Eis hängen und er flog im hohen Bogen auf den Bauch.


Trotzdem lohnte es sich, während der Mittagspause zwei Runden à la 2.5 km zu drehen. Das Wetter war prächtig, aber das Eis in bedenklichem Zustand. Schade, denn die Arbeiter von der Stadt geben sich grosse Mühe, die Bahn (in diesem früheren Beitrag von oben zu sehen) in Schuss zu halten.


Schon schön, wenn man sich gleich neben dem Arbeitsplatz so sportlich betätigen kann.


(Mit einem Klick auf das Bild kannst Du Dir grosse Version des Panoramas betrachten.)

Montag, 8. März 2010

Nachträge

Noch 2 Nachträge zu Wochenende, in Filmform.

1) Wenn die Wölfe heulen...



2) Fahrt durch den Winter (mit Spezialsoundtrack)

Sonntag, 7. März 2010

Ähtäri

Lange hatten wir darauf gewartet, und als es dieses Wochenende endlich mal nicht so kalt und trotzdem schönes Wetter war, machten wir uns für 3 Tage nach Ähtäri auf, knapp über 100 km im Nordosten von Jyväskylä gelegen. Bereits letztes Jahr hatten wir dort ein Wochenende verbracht und uns dabei ein wenig in den Ort verliebt. Das Dorf Ähtäri ist zwar nur ein kleines Kaff, dafür hat es in der Nähe ein gutes Hotel neben einem zugefrorenen See, mit einem Hallenbad und - als Highlight - gleich nebenan einen tollen Tierpark.

Mit Kinderwagen und Bob machten wir uns also auf den Weg in den Tierpark und erkundeten die mehrheitlich einheimische Fauna. Der Weg führt über 4 km durch den verschneiten Wald und vorbei an kleinen zugefrorenen Seen.


Gleich zu Beginn sieht man einen von unseren Lieblingen, den Vielfrass.


Und später folgt, als einer der vielen Höhepunkte, das Eulenhaus mit einem synchron geschalteten Habichtskauzenpaar.


Müde und glücklich kehrten wir ins Hotel zurück und machten erst mal Mittagspause. Gegen Abend zeigte sich dann die Sonne und wir gingen noch etwas auf dem See spazieren...


und genossen die fantastische Winterlandschaft.


Und natürlich liess es sich Jonas nicht nehmen, zum ersten Mal auf einem See Langlauf zu üben, wenn auch nur für eine ganz kurze Strecke.


Und wenn Loris erwachte, durfte auch er noch ein wenig die Kälte geniessen.


Im Hotel konnte man übrigens auch einen Schneetöff mieten, leider ist aber Jonas dafür noch etwas zu jung. Immerhin, einmal draufsetzen durfte er sich.


Das Hotel, in dem wir übernachteten, ist eines dieser typisch familienfreundlichen finnischen Gasthäuser. Ein grosser Teil des Esssaals ist nur für die Kinder zum Spielen reserviert.


Und natürlich gingen wir auch mehrmals ins Hotelbad baden und in die Sauna schwitzen. Einmal mehr bewies Loris, dass er überhaupt keine Berührungsängste mit Wasser hat.


Leider ging das Wochenende viel zu schnell vorbei und wir machten uns wieder auf den Weg nach Hause. Wir beschlossen, dass wir im Sommer noch einmal kommen wollen, wenn die Seen das Hotelbad ersetzen und der Bär aus seinem Winterschlaf erwacht ist.

Freitag, 5. März 2010

Lumi pois - Teil 2

In einem früheren Beitrag hatten wir davon berichtet, wie professionelle Arbeiter den Schnee von den Dächern räumen (nicht zur Nachahmung zu empfehlen). Hier noch ein wenig mehr zum Thema Schnee und Dächer.

Wegen den steigenden Temperaturen und dem anhaltenden Schneefall rief die finnische Regierung die Bevölkerung dazu auf, die Dächer der Häuser vom Schnee zu befreien. Brav und obrigkeitsgläubig wie die Finnen halt sind, stiegen am Tag darauf wohl sämtliche Hausbesitzer dieses Landes auf die Dächer und versuchten, die Häuser vor dem Einstürzen zu bewahren. Der Schuss ging allerdings eher nach hinten los, denn über 100 Menschen fielen von den Dächern, Dutzende wurden verletzt und zwei Männer starben dabei. Der finnische Wohn-Minister wurde dafür in den Medien scharf kritisiert und musste zugeben, dass sein Aufruf eher Panikmache war, denn eigentlich waren nur grosse Dächer von Gebäuden wie Einkaufszentren oder Sporthallen gefährdet.

Wie auch immer, in diesen Tagen sieht man sie überall, die Männer, die Dächer vom Schnee befreien, zum Teil in schwindelerregender Höhe wie hier auf unserem Nachbarhaus.


Natürlich, in diesem Falle, vorbildlich mit Seilen gesichert und mit einem Aufpasser unten an der Strasse.

Dienstag, 2. März 2010

Schlafritual

Zu Beginn unseres Finnlandaufenthaltes haben wir ja noch über all die Eltern gespottet, die ihre Babies auch im (finnischen!) Winter und bei jedem Wetter tagsüber draussen schlafen liessen. Wir fanden dies alles irgendwie reichlich seltsam.

Auch nach der Geburt von Loris hat sich daran vorab nichts geändert. Loris schlief, wenn wir nicht sowieso gerade draussen spielen oder einkaufen waren, entweder im Arm von Mama oder Papa ein, oder - welch ein Erfolgserlebnis! - auch einmal in seinem eigenen Bettchen. Irgendwie war das Ganze aber doch immer etwas stressig: Entweder verstand Jonas überhaupt nicht, weshalb er mal etwas ruhiger sein sollte, erwachte Loris nach 15 min. bereits wieder oder es klappte einfach mal wieder gar nichts. Interessanterweise hatten wir abends nie Mühe, ihn ins Bett zu bringen, das klappte immer perfekt.


Und so liess sich Susanne dann nach der Rückkehr Ende Dezember doch auf die finnische Tradition ein und siehe da, es funktioniert perfekt! Loris schläft jetzt - zumindest bis ca. - 15 Grad - draussen auf dem Balkon. Es scheint ihm da bestens zu gefallen, jedenfalls schläft er jeweils tief und lange und ist beim Aufwachen bester Laune.


Und krank war er übrigens auch noch nie - die Kälte scheint abzuhärten.


So weit so gut. Fragt sich nur noch, was passiert, wenn Loris dann zu gross für die Schale ist ... Aber darüber können wir uns dann ja noch früh genug den Kopf zerbrechen. Zur Zeit geniessen wir einfach das absolut stressfreie Einschlafensritual.