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Sonntag, 5. Dezember 2010

St. Nikolaus

Morgen, am 6. Dezember, ist bekanntlich der finnische Nationalfeiertag. So gut integriert, dass wir den und nicht Samichlaus feiern würden, sind wir aber klar noch nicht. Und so fuhren wir dann auch bereits am 5. Dezember am Nachmittag nach Muurame (ein kleiner Ort neben Jyväskylä), wo für die Familien der deutschsprachigen Spielgruppe ein Nikolaus-Fest stattfand.


Das Ganze war wirklich sehr stimmungsvoll. Zuerst ging es mit Taschenlampen ausgerüstet in den um 16 Uhr schon stockdunklen Wald, wo uns verschiedene Trollfiguren erwarteten und die Kinder einen Zettel, auf dem sie einen Wunsch für Weihnachten notiert hatten, in einer Kiste deponieren konnten.


Danach ging's ins märchenhafte Holzhaus, wo wir uns am Kaminfeuer und mit Kaffee und Gebäck (Pipari) wieder aufwärmen konnten. Anschliessend konnten die grösseren Kinder noch mit Filz basteln, ...

bevor dann der Höhepunkt des Abends kam: Jeder hatte ein kleines Wichtelgeschenk mitgebracht, welche dann alle zusammen in einen grossen Korb gelegt wurden und woraus sich jedes Kind bedienen durfte.


Natürlich hatten die grossen Kinder die Nase vorn und Jonas ergatterte sich das zweitgrösste Geschenk (nur der 5-jährige Kalvin war noch schneller gewesen!).


Aber auch den Kleinen gefiel es. Auch wenn die "Verpackung" mal wieder spannender war, als der Inhalt.

Kurz vor der Rückfahrt tobten sich die Grossen im Schnee dann nochmals ordentlich aus.



Zuhause malte Jonas dann für den Samichlaus noch ein schönes Bild und liess von Mama ein Samichlaussprüchlein aufschreiben, wobei das Ganze dann im Kamin aufgestellt wurde. Wer weiss, vielleicht kommt der Samichlaus ja auf seinem Weg in die Schweiz kurz in Jyväskylä vorbei und hat noch einen Chlaussack übrig...

Dienstag, 28. September 2010

Fahrt durch den Herbst

Fahrt durch den Herbst, irgendwo zwischen Jyväskylä und Kuopio.

 

(siehe auch: Sommer, Winter)

Samstag, 11. September 2010

Rovaniemi, Tag 2

Am 2. Tag unseres kleinen Abenteuers im wirklich hohen Norden fuhren wir mit dem Bus an den Polarkreis, auf finnisch Napapiiri. Wir waren auf alles gefasst: man sagt, dass dies der einzige Ort in Finnland sei, der extrem touristisch und kommerziell ist. Aber was soll man machen, etwa nicht an den Polarkreis fahren, wenn man schon in Rovaniemi ist? Ausserdem wohnt doch hier der Weihnachtsmann.


In Napapiiri war es dann wirklich sehr touristisch, aber da es fast keine Leute hatte, war es gar nicht so schlimm. Wir schlenderten durch die unzähligen Souvenirläden, schrieben Postkarten, bekletterten den Polarkreis...


und spielten natürlich auf dem Spielplatz.


Und dann war es soweit, wir trafen den echten Weihnachtsmann. Das war ganz lustig, und wir hatten uns fest vorgenommen, keines dieser völlig überteuerten Bilder zu kaufen. Schliesslich taten wir es dennoch, wir konnten einfach nicht widerstehen. Achtung, grosse Kitschgefahr!


Am Polarkreis ist der Herbst schon viel weiter fortgeschritten als bei uns im "Süden".


Lappland ist ja bekannt für seine Herbstfarben (auf finnisch Ruska). Weil es weniger Bäume gibt als bei uns, sieht man auch zusätzlich die Farben der Bodenvegetation. Jetzt, Mitte September, ist die Ruska zwar noch nicht in ihrer ganzen Pracht, trotzdem zeigt sich der Herbst von seiner schönen Seite.


Die Kinder wurden immer müder, und die Erwachsenen immer hungriger, und so fuhren wir wieder mit dem Bus durch die Wälder zurück in die Stadt. Am späteren Nachmittag besuchten wir noch einen Spielplatz, wo man ein batteriebetriebenes Quad (Mönkijä) billig mieten konnte.


Nach dem Abendessen nahmen Jonas und Loris noch ein Bad in der Badewanne. Dies ist insofern besonders, weil es in Finnland kaum Badewannen gibt und wir sie sehnlichst vermissen. Ganz selten haben wir in einem Hotel die Möglichkeit dazu.

Samstag, 21. August 2010

Wanderung Nr. 2

Das Wandern hatte es uns letztes Mal angetan und so packten wir am Samstag ein kleines Pick-Nick, den Tragrucksack und die zwei Buben ins Auto und fuhren zu einem Luontopolku (Naturlehrpfad) nach Nyrölä, ca. 30 km von Jyväskylä entfernt.


Den Tipp hatten wir von Virpi, Loris' Betreuerin im Päiväkoti, erhalten. Highlight ist die kurze Flossüberfahrt zu einer kleinen Insel, wo es natürlich eine Hütte mit Feuerstelle hat.



Und es gibt sie übrigens doch, die Wanderer in Finnland. Der Grillplatz war für finnische Verhältnisse (und angesichts des doch eher tristen Wetters) schon beinahe überbevölkert und trotz der doch eher bescheidenen Wanderstrecke von einigen Kilometern waren eigentlich alle bis auf uns perfekt mit Wanderschuhen, atmungsaktiver Kleidung etc. ausgerüstet.


Die Wanderung ging hauptsächlich durch lichten Wald; was denn sonst!


Insgesamt 3,5 km und immerhin einige Höhenmeter legten wir zurück ...


und liessen uns unterwegs natürlich auch die noch immer zahlreich vorhandenen Beeren schmecken.


Nach einer kleinen Zusatzschlaufe (das Kartenlesen will auch gelernt sein) erreichten wir dann wieder unseren Ausgangspunkt. Im Auto dauerte es dann keine 5 min., bis Jonas eingeschlafen war. Unser kleiner Wanderer hatte sich aber eine Ruhepause auch wirklich verdient!


Donnerstag, 24. Juni 2010

Helvetinjärvi

Wie immer, wenn Jeanne in Jyväskylä ist, nehmen sie und Christian sich einen Tag frei, um wandern zu gehen. Und wenn man in Finnland wandern will, kommt man um die Nationalparks nicht herum, denn hier gibt es kein so dichtes Wanderwegnetz wie in der Schweiz. Ziel des heutigen Tages war der 120 km entfernte Helvetinjärvi Nationalpark, den wir noch nie besucht hatten.

Auf dem Weg ein erstes kleines Highlight, wir überquerten den Esker (Os) von Salusjärvi. Bei diesen schmalen Bergrücken zwischen 2 Seen, die ab und zu in Finnland anzutreffen sind, handelt es sich um spektakuläre Relikte der letzten Eiszeit. Sie entstanden durch Ablagerungen von Kies und Sand von Flüssen, die unter dem Gletscher fliessen.


Beim Nationalpark Helvetinjärvi angekommen, wurden wir gleich von den Mücken attackiert und sprayten uns tüchtig mit Anti-Brumm ein. Dann ging es los, durch den Wald...


zur Schlucht Helvetinkolu, der Hauptsehenswürdigkeit.


Das Name des Nationalparks hat übrigens nichts mit der Schweiz zu tun, auf deutsch heisst Helveti Hölle. Die Schluchten sind vor 150-200 Millionen Jahren durch Risse in der Erdkruste entstanden.


Nach einem kurzen Abstieg zum See gingen wir weiter durch den wilden...


und abwechslungsreichen Wald.


Beim Iso Ruokejärvi machten wir Mittagspause.


Weit und breit war kein Mensch in Sicht, und wir genossen die Ruhe, fotografierten die Seerosen und beobachteten Kaulquappen, ...


die zu Tausenden an uns vorbeischwammen.


Dann machten wir uns auf den Rückweg, durch Farne...


und Hochmoore.


Zum Schluss fuhren wir wieder Richtung Osten, denn für den Abend hatten wir mit dem Rest der Familie zum Picknick am See abgemacht. Der Nationalpark hatte uns gefallen, und nächstes Mal werden wir ihn vom Süden her in Angriff nehmen.