Langsam aber sicher haben wir genug vom grau in grau in
Jyväskylä - wir können uns eigentlich nicht über den
schnee- und
temperaturmässig tollen Winter beklagen, aber die Tage mit Sonne im Jahre 2009 kann man wohl immer noch an 2 Händen abzählen... Dieses Wochenende hingegen war ein wenig Sonne angesagt, und so entschlossen wir uns spontan, 3 Tage in
Ähtäri, etwa 110 km westlich
Jyväskylä gelegen, zu verbringen. In
Ähtäri gibt es einen
grossen Eläinpuisto, einen Tierpark. Der Zoo hat zwar nicht nur einheimische Tiere, aber ausnahmslos solche, die sich nicht an den hiesigen klimatischen Verhältnissen stören.

Beim Eingang kann man sich einen Bob schnappen und so
Jonas gemütlich durch den wunderschönen Park, natürlich an einem See gelegen, ziehen. Au diese Weise geht es von Tierart zu Tierart, die ganze Strecke misst über 3 km. Und so haben wir uns also intensiv den finnischen Nationaltieren angenommen. Hier eine unvollständige Auswahl.
Das Rentier (
Poro) steht wohl für Finnland wie kein anderes Tier, nicht nur wegen dem Weihnachtsmann. Am häufigsten
trift man im Norden des Landes die halbwilde Form an. Sie leben in
gezäunten Bereichen und werden nur einmal pro Jahr zur Zählung und für
Schlachtungen zusammengetrieben. Es ist das am
nödlichsten lebende
grosse Säugetier.

Das Waldren, die wilde Form des Rentiers (
Metsäpeura), ist
grösser und hat längere Beine. Nur 2 Populationen mit insgesamt 3000 Exemplaren gibt es in Finnland. Das Rentier ist übrigens die einzige Hirschart, bei der auch die Weibchen ein Geweih besitzen.

Allerdings erscheint das Ren winzig im Vergleich zum Elch (
Hirvi, unten ein Weibchen). Er wird bis zu 3 m lang, 2.3 m hoch und 800 kg schwer. Kein Wunder ist ein Autounfall mit einem Elch der Albtraum jedes Finnen.

Seit 1968 steht der Luchs (
Ilves) in Finnland unter Schutz und das hat dazu geführt, dass es davon immer noch über 800 Tiere gibt, ohne dass sie je wieder eingesetzt werden mussten.

Der Wolf (
Susi) ist nicht häufig anzutreffen, nur etwa 100 Exemplare leben in Finnland. Aber in sehr harten Wintern wandert er in Massen von Russland über die Grenze ein. Und natürlich ist er nicht wirklich beliebt, wen wundert's, denn neben Elchen
reisst er auch Schafe und Rentiere.

Eine Spezialität der hiesigen Vogelfauna sind die Eulen (
Pöllölinnut). Mindestens 4 Arten findet man nur im Norden
Eurasiens und viele Vogelfans reisen nur ihretwegen nach Finnland. Das Eulenhaus im Tierpark ist dann auch sicher einer der Höhepunkte des Tierparks, hier findet man unter anderem
Habichtskauze...

... und die riesigen
Bartkauze (Spannweite bis zu 130 cm), auch Lappland-Eulen genannt.

Und zuletzt wohl noch das Highlight des
Parks, zumindest für Mitteleuropäer. Der
Vielfrass (
Ahma) ist ein
marderartiges Raubtier, dass sich allerdings auch von Beeren ernährt, wenn es denn sein muss. Nicht nur in Kanada, nein auch in Finnland ist dieses
äusserst scheue Tier zu finden. Überall sonst wurde es ausgerottet. Der Name bezieht sich übrigens nicht auf die
Ernährungsgewohnheiten, sondern ist vom altnorwegischen
Fjellfräs (
Gebirgskatze) abgeleitet.

An dieser Stelle hätten wir natürlich noch gerne einen Bären gezeigt, aber der macht leider momentan seinen Winterschlaf...