Donnerstag, 9. Juli 2009

Exposure

Es ist soweit, endlich geht sie wieder richtig los, Christian's Feldsaison. Auch dieser Sommer wird wieder hektisch und streng, den neben all den netten Besuchen aus der Schweiz ist v.a. Arbeit angesagt. Aber trotzdem ist dies immer noch der schönste Teil des Jobs. Nach 4 Jahren Berner Oberland wird jetzt halt an der finnischen Seenplatte geforscht. Mit dabei Anssi und Katja-Riikka.


Der erste grosse Versuch ist eine natürliche Exponierung von Fischen gegenüber ihren Parasiten. Kurz zusammengefasst: In Käfigen eingeschlossen, belassen wir 300 junge und völlig gesunde Regenbogenforellen für 11 Tage in verschiedenen Habitaten im See und schauen danach, was für Parasiten-Arten wir in den Augen finden können. Denn die von uns untersuchte Parasitengruppe (Diplostomum) dringt durch die Haut und die Kiemen der Fische in ihren Körper, setzt sich dann in der Linse fest und vermindert die Sehkraft der infizierten Fische. Kaum zu glauben, aber in erwachsenen Rotaugen können wir bis zu 150 Parasiten pro Linse finden! Praktisch jeder Fisch in Finnland ist mit diesem Parasiten infiziert, aber natürlich nicht in so hohen Ausmass.

Hier rudert Katja-Riikka gerade zu einer ausgewählten Stelle im See, um die grünen Käfige auszusetzen.


Anssi unterstützt uns dabei vom Wasser aus und bringt die Käfige in Position.


Diese Bilder entstanden kurz bevor der grosse Regen einsetzte. Es goss wie aus Kübeln und wir waren nass von Kopf bis Fuss. Trotzdem waren wir überglücklich, nach 6 Stunden alle Käfige versenkt zu haben. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Fische gut überleben und wir auch alle Käfige wieder finden. Im zweiten Teil des Experiments im August wird das Ganze dann übrigens wiederholt, dann aber ist die ein Hälfte der Fische gegen den Parasiten geimpft.

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