Sonntag, 22. Februar 2009

Laskiaissunnuntai

Fasnacht ist kein grosses Thema in Finnland - nach unseren Wissen schminkt und verkleidet sich hier niemand. Allerdings hatten früher die Finnen auch ihre Art, die Tage vor Beginn der Fastenzeit zu feiern. In der Nacht vor dem Laskiaispäivä, heuer ein Dienstag, ging man bis zum Anbruch des Tages Schlitteln. Dabei schrie man laut seine Wünsche für das kommende Jahr hinaus, und dem, der am weitesten schlittelte, sollte die grösste Ernte des Jahres gehören. Danach gingen alle nach Hause und assen eine deftige Erbsensuppe. Am Abend besuchte man die Sauna, sprach aber dabei kein Wort, um zu verhindern, dass einem die Mücken im Sommer stechen werden. Die Fastenzeit dauerte 40 Tage, bis Ostern.

Heute geht man immer noch Schlitteln und isst auch immer noch die vielbesagte und von uns nicht probierte Erbsensuppe. Neu hinzugekommen ist die Laskiaispulla, eigentlich eine normale Pulla, die aber in 2 Hälften geschnitten und dann mit Konfitüre (oder Marzipan) und Schlagrahm gefüllt wird. Sehr gut und sehr nahrhaft. Je nach Quelle übrigens von Schweden oder Deutschland importiert. Gefastet wird allerdings nicht mehr.

Die Feierlichkeiten beginnen übrigens bereits am Sonntag - dem Laskiaissunnuntai. Da wir nicht, wie alle anderen Einheimischen, am Dienstag Sportferien haben werden, genossen wir das Schlitteln also bereits heute.


Bild und Film zeigen, dass Jonas inzwischen allen Respekt vor dem Schnee verloren hat - das dauerte ein Weilchen, dafür ist es jetzt um so lustiger. Nur den Skianzug anziehen endet leider jedesmal in einem epochalen Drama.

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