Donnerstag, 26. Juni 2008

Hexenschuss und Toblerone

Ob es der Einfluss der EM war oder einfach die Lust, sich wieder sportlich zu betätigen, ist unklar. Es war aber klar ein Fehler von Christian, am Montag Abend mit den Arbeitskollegen Fussball spielen zu gehen. Auf jeden Fall war es das erste und letzte Mal. Schon während dem Spiel war da ein Schmerz in der Hüft- und Rückengegend zu spüren, aber der wurde natürlich grosszügig ignoriert. Richtig los ging es dann aber erst zu Hause, die Schmerzen wurden immer stärker. Am Dienstag morgen hatte sich dann die Situation kurzfristig verbessert und er ging arbeiten, aber irgendwann am Nachmittag ging es nicht mehr. 2 Tage komplette Betruhe waren die Folge. Höllische Schmerzen im Rücken und in den Rippen machten praktische jede Bewegung unmöglich. Das WC konnte nur noch kriechend erreicht werden und Liegen machte auch keinen Spass. Heute Donnerstag dann ging's zum Doktor, Diagnose (wie vermutet): Hexenschuss. Behandlung: starke Schmerzmittel und Schonung. Abwarten und hoffen, das das Ganze vorbei geht. Schliesslich soll der Sommer nächste Woche wieder kommen (nicht dass wir wirklich an diese langfristige Prognose glauben, aber sie gibt uns Hoffnung).


Während sich für Jonas dadurch nicht viel änderte (ausser das Papa immer langweilig herumlag und er nicht auf ihn raufklettern durfte), war Susanne die andere Leidtragende, musste sie doch die ganze Woche alles alleine machen. Und das gerade jetzt, wo die Nächte wieder mühsamer geworden sind (Jonas bekommt seine letzten 4 Zähne). Zusätzlich war das Wetter bis und mit Mittwoch ziemlich schlecht, keine leichte Aufgabe für die temporär alleinerziehende Mutter...

Übrigens, die Behandlung durch den Doktor ist kostenlos, Susanne würde 11 Euro pro Behandlung zahlen (weil sie keine Arbeitsvertrag hat), Kinder unter 16 sind sowieso gratis. Das Medikament kostete satte 3 Euro, und das auch nur, weil wir noch keine KELA Karte haben. Kein Wunder sind die Steuern so hoch...


Jonas übrigens scheint langsam aber sicher die Sprache zu entdecken. Einige neue Wörter sind dazugekommen: Maa (für alle Menschen), Kiitos (Danke auf Finnisch), hyvä (gut auf Finnisch), Titi (Titi-Äffchen aus dem Buch), Kuuckuu (aus dem Vogelbuch), schpitzä und blablabla. Wobei er zum Teil natürlich seine eigene Aussprache hat. Eigentlich imitiert er uns die ganze Zeit (und auch Töne wie den Ambulanzwagen und den Computer), aber das sind die Wörter, die er auch wiederholt sagt und sich wieder erinnert. Was er übrigens auch langsam lernt, ist das Trötzeln. Dabei macht er manchmal so wilde Kopfbewegungen oder Körperdehnungen, dass es gefährlich werden kann. Aber wir kennen die potenziellen Situationen inzwischen. Ausserdem hält er das bis jetzt noch nicht so lange durch, er ist schnell wieder für etwas anderes zu faszinieren. Und natürlich mag er Schoggi, wie man auf dem Bild sieht. Dumm nur, dass er sie fast nie bekommt. Nein, nicht (nur) aus Erziehungs- und Gesundheitsgründen, sondern weil sich langsam aber sicher unser Schoggivorrat zu Ende neigt :-)

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