Dieses Wochenende haben wir unseren ersten richtigen Ausflug gemacht - 220 km ostwärts, nach Savonlinna, nur etwa 60 km von der russischen Grenze entfernt. Eine Reise dieser Grösse muss natürlich gut geplant werden. Vor allem der erste Teil der Fahrt, von Jyväskylä nach Mikkeli, führt durch praktisch unbewohntes Gebiet. Wald, Wald, und nochmals Wald, dazwischen prächtige Seen in allen Grössen.
Savonlinna ist wohl die Hauptattraktion der finnischen Seenplatte, und das Prunkstück des kleinen Städtchens ist das Schloss Ovanlinna (auf Deutsch elegant Olafsburg...). Erbaut wurde es 1475 auf einem grossen Felsen im See und ist noch heute in bestem Zustand, auch wenn Teile davon wegen eines Brandes renoviert werden mussten. Jedes Jahr im Juli findet darin das berühmte Savonlinna Opern Festival statt. Um ein Hotelzimmer in dieser Zeit zu bekommen, muss man 6 Monate vorher reservieren, und die Zimmerpreise sind dann doppelt so hoch wie sonst.
Als erstes haben wir eine kleine touristische Bootstour gemacht. Bei Sonnenschein und angenehmer Temperatur haben wir die Fahrt rund ums Schloss, unter Brücken durch und Inseln entlang in vollen Zügen genossen (Eine Stilblüte für unsere Lehrer :-). Danach gingen wir auf Entdeckungstour auf einer kleinen Insel gleich neben dem Hotel. Nach einer Stunde Spielen auf dem wohl am schönsten gelegen Spielplatz im Leben unseres Sohnes (an der Seepromenade mit Blick aufs Schloss) haben wir uns dann ein feines Nachtessen geleistet. Am Abend waren wir klar der Meinung, dass hier leben schon sehr romantisch wäre, auch wenn das Städtchen etwas abgelegen ist. Nicht nur die Umgebung ist wunderschön, auch die Atmosphäre sehr ruhig und entspannt.
Leider meinte es Petrus am Sonntag nicht mehr so gut mit uns, einmal mehr regnete es ununterbrochen. Inzwischen haben wir gemerkt: Regnet es in Finnland, dann regnet es richtig, und zwar richtig fest und richtig lange. Wohlwissend hatten wir aber ein Zimmer in einem Hotel mit grossem Bad gebucht, und so konnten wir alle zusammen noch ein wenig plantschen gehen. Jonas fand das zu Beginn gar nicht toll. Kaum waren wir im Bad, begann er panikmässig zu schreien und konnte sich nur langsam wieder beruhigen. Am Schluss fand er es aber ok, solange er nicht oberhalb des Bauchnabels nass werden musste. Im Bad hatte es übrigens neben uns und einer finnischen Familie nur Russen. Politisch korrekt ausgedrückt waren es ein paar Dutzend nicht mehr ganz junge, nicht mehr ganz dünne und nicht wirklich gutaussehende, aber reiche Touristen. Nach einem nassen Besuch beim Schloss sind wir dann früher als geplant nach Hause gefahren. Ein anstrengendes, aber durchaus gelungenes Wochenende lag hinter uns!
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