Mittwoch, 7. Januar 2009

Autos am Stecker

Heute Mittwoch und morgen Donnerstag werden gemäss Wetterprognose die bisher kältesten Tage sein. Und wirklich, als wir heute morgen aufstanden und alles für den ersten richtigen Arbeitstag bereit machten, da zeigte das Thermometer -17°C an, und später an der Uni das Autothermometer -19°C. Als offfzielles Temperaturminimum war auf unserer verlässlichen Wetterseite -22°C angegeben.


Eines der Hauptprobleme bei dieser Kälte ist, dass nicht nur die Motoren der Autos schlecht anspringen, sondern auch die Innentemperatur im Auto gleich wie aussen ist. Heute zum Beispiel fror Jonas auf dem Weg zur Krippe der Nuggi am Mund an - kein Witz! Normalerweise dauert es sicher 10 Minuten, bis auch nur annähernd warme Luft aus der Heizung strömt. Für die Einheimischen kein Problem, bei allen privaten Parkplätzen (auch bei unserem) gibt es diese berühmten kleinen grauen Kästchen:


Darin befinden sich Steckdosen, an die man eine Heizung anschliessen kann. Dabei haben die Finnen meistens 2 verschiedene Heizungen. Eine Standheizung wärmt das Innere des Autos auf, die Motorenheizung schont den Motor und lässt ihn leichter anspringen. Damit man nicht mitten in der Nacht aufstehen muss, sind die Steckdosen mit Zeituhren versehen. Man kriegt einen Schlüssel und der Preis für den Strom wird der persönlichen Stromrechung hinzugefügt.


Diese Elektrokästchen werden sehr unterschiedlich benützt, gewisse Wagen sind fast immer angeschlossen, andere (wie unserer, da wir keine solchen Heizungen installiert haben) gar nie. Obwohl, ganz stimmt das nicht, denn die Kästchen sind auch sehr praktisch, um den Staubsauger anzuschliessen... Ansonsten bleibt uns nichts anderes übrig, als den Motor schon 10 min vorher laufen zu lassen, damit es im Auto einigermassen erträglich ist.

Unser Auto machte bis jetzt keine Probleme, obwohl der Motor heute schon ziemlich röchelte in den ersten Sekunden. Allerdings, diese kleine Geschichte gäbe es doch noch zu erzählen. Am Sonntag, auf dem Weg zur alten Kirche in Petäjävesi mit Stefan und Roman, da fiel Christian auf, dass wir fast kein Benzin mehr hatten. Dumm nur, dass wir den Tankdeckel nicht aufbrachten - Schloss zugefroren. Da half alles nichts, auch keiner dieser Sprays und warmes Wasser. Als die Benzinanzeige dann 1 mm vor 0 stand, fragten wir unsere Nachbarn, ob wir unser Auto nicht für ein paar Stunden in ihre geheizte Garage stellen könnten. Das durften wir auch, aber leider brachten wir den Deckel auch 4 h später nicht auf. Wir dachten, dass wir zu fest probiert und ihn leider zerstört hatten. Am Montagnachmittag dann riskierten Christian, in die 5 km entfernte Peugeot Tankstelle zu fahren. Das Benzin reichte, und nach 1 h Warten war das Problem gelöst. Das Schloss war immer noch gefroren gewesen... Na gut, für 70 Euro hatten wir jetzt wieder ein frisch eingefettetes und wintertaugliches Schloss.

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